Tafel-Schließung in Regensburg: Caritas fordert einen Runden Tisch und bietet Hilfe an

Die lange Schließung der Regensburger Tafel von Anfang Juli bis Mitte September bewegt nicht nur die Kommunalpolitik in Regensburg. Auch innerhalb der Sozialverbände und Initiativen wird sie breit diskutiert.
Jetzt hat sich der Caritas-Diözesandirektor geäußert – und direkte Hilfe angeboten für Kunden der Tafel, die diese lange Schließungsphase überbrücken müssen. „Die außerplanmäßige Schließung der Tafel offenbart, wie fragil das System sozialer Hilfen gestaltet ist“, erklärt Michael Weißmann, Direktor der Regensburger Caritas.
Er betont, dass trotz des Engagements vieler in Initiativen und Projekten, der Sozialstaat sich nicht darauf verlassen kann, dass Versorgungslücken stets durch individuelles Engagement aufgefangen werden können. Die unerwartete Schließung der Tafel stellt eine plötzliche Versorgungslücke für bedürftige Menschen in der Stadt dar, sagte der Caritas-Chef. Weißmann geht davon aus, dass diese nun andere soziale Angebote verstärkt nachfragen und nutzen werden.
Die Caritas in Regensburg unterstützt Bedürftige mit Lebensmittelgutscheinen, die in Notlagen nach Prüfung der Bedürftigkeit ausgegeben werden. Als Träger der Notstandsküche bietet die Caritas an Werktagen mittags eine warme Mahlzeit an. „Berechtigungsscheine können im Caritas Beratungszentrum beantragt werden“, sagte Weißmann. Er fügt hinzu, dass sie derzeit die Möglichkeit prüfen, einen Food-Automaten zu organisieren.
Weißmann weist darauf hin, dass auch an der Bahnhofsmission Lebensmittel in kleinen Mengen ausgegeben werden. Er betont die Bedeutung der verschiedenen Beratungsangebote der Caritas. „Viele Bedürftige nutzen verfügbare Hilfen bislang nicht – aus Scham oder einfach auch aus Unkenntnis, dass es diese Hilfen gibt“, sagte er. Er lädt die Menschen ein, diese Beratungsangebote zu nutzen und verweist auf das Beispiel der Schuldnerberatung, die Betroffenen Wege aus Notsituationen weisen und so nachhaltig zur Verbesserung der Lebenssituation beitragen kann.
Für Regensburg schlug Weißmann als Sofortmaßnahme die niederschwellige Einberufung eines Runden Tischs vor, wie es ihn in der Corona-Zeit schon einmal gab.Am Freitag wird es tatsächlich einen solchen geben, wie Bürgermeisterin Astrid Freudenstein mitteilte.
Derweil betont Maria Saß von der Tafel in Neutraubling: Hier bleibe die Abholung der Ware in den Geschäften sowie die Ausgabe am Donnerstag bestehen. Das Team arbeite eigenständig. ce/mgb