Große Fahrraddemo in Regensburg: Strampeln gegen die Sallerner Regenbrücke

Von Philip Hell · 6. Juli 2025 um 19:16

Protest auf zwei Reifen: Am Sonntagabend radelten mehrere hundert Menschen in Regensburger von Stadtamhof zum Lappersdorfer Kreisel, um gegen die Sallerner Regenbrücke zu protestieren.

Video ansehen

Organisiert wurde die Raddemo von Fridays for Future. Yara, Mitglied der Klimaschutzgruppe, betonte, dass es unfassbar sei, noch über dieses Verkehrsprojekt aus den 1960er-Jahren sprechen zu müssen. „Die Politik des vergangenen Jahrhunderts fortzusetzen, wird die Probleme der Gegenwart nicht lösen. Die Klimakatastrophe ist das zentrale Problem des 21. Jahrhunderts – wir sollten jetzt die Chance der gesellschaftlichen Transformation ergreifen.“

Demo in Regensburg: Bündnis sammelt Unterschriften gegen Sallerner Regenbrücke

Im Anschluss an die Rede in Stadtamhof setzte sich eine lange Radlschlange in Bewegung. Über die Lappersdorfer Straße fuhren die Teilnehmer auf den Lappersdorfer Kreisel. Dafür musste die Polizei kurzzeitig den Verkehr sperren, es bildeten sich allerdings keine größeren Staus. Den Beamten zufolge nahmen an der Raddemo rund 200 Menschen teil. Die Veranstalter sprachen dagegen von rund 300 Teilnehmern. Am Rande der Kundgebung sammelte das Bündnis „Mobilität neu denken – ohne Sallerner Regenbrücke“ Unterschriften. Die Gruppe, in der verschiedenste Regensburger Organisationen mitwirken, möchte ein Bürgerbegehren erwirken.

Wolfgang Bogie ist einer der führenden Köpfe der Gruppe. Er sprach bei der Zwischenkundgebung auf dem Pendlerparkplatz am Lappersdorfer Kreisel und machte noch einmal deutlich: „Die ganze Stadt muss gefragt werden, ob sie diese Stadtautobahn möchte.“ Die Klimakrise sei in vielen Köpfen noch nicht angekommen. Man müsse alte Zöpfe abschneiden, dazu gehöre die Sallerner Regenbrücke. Zumal das Projekt gigantische Ausmaße habe.

Die Brücke bringe mehr Pendlerverkehr, mehr Lärm und mehr Feinstaub in eine wichtige Freiluftschneise der Stadt. „Das Projekt ist aus der Zeit gefallen. Beendet es." Neben Bogie sprach am Lappersdorfer Kreisel auch eine Aktivistin von Fridays for Future und kritisierte den enormen Betonverbrauch des Projekts. Der wirke sich nachhaltig schädlich auf die Umwelt aus. Im Anschluss an die Zwischenkundgebung setzten sich die Radler erneut in Bewegung und fuhren die Nordgaustraße in Richtung Innenstadt. Diese Route soll im Zuge der Sallerner Regenbrücke ausgebaut werden. Am Haus der Bayerischen Geschichte endete die Raddemo.