10 Jahre AquaFit in Waldmünchen: Jubiläumsfeier erinnert an den schwierigen Start

Von Martin Hladik · 30. Juni 2025 um 05:00

Vor ziemlich genau zehn Jahren ist das neue AquaFit in Waldmünchen eingeweiht worden. Dieses Jubiläum feierten Stadt, Stadtwerke und der Landkreis mit einem kleinen Empfang und einer Ausstellung von alten Fotos und Zeitungsausschnitten am Freitag.

Waldmünchens Bürgermeister Markus Ackermann begrüßte dazu viele, die mit dem Bau und dem Betrieb des AquaFit zu tun haben und hatten. Er erinnerte an die saunaheiße Einweihungsfeier mit dem damaligen Finanzminister Markus Söder. Als Bürgermeister freue er sich, wenn die Bevölkerung diese „Anlage wertschätzt“. Schließlich habe sich der damalige Stadtrat dazu entschieden, das Bad in einer Zeit umzubauen, in der anderswo in der Bundesrepublik Bäder geschlossen worden seien.

Wegfall von Fördermitteln

Der Einstieg in den Umbau habe bereits 2008 begonnen, als andere Bäder zum Vergleich angesehen wurden. Der Wegfall von Fördermitteln habe dann aber zu einer Umplanung und Verkleinerung der ursprünglichen Ideen geführt. Vor dem Hintergrund des Bürgerentscheids habe sich der Stadtrat „sehr verantwortungsvoll“ auf ein „neues, zukunftsfähiges Konzept“ geeinigt, das Sport, Wellness und Familienspaß vereinigt habe. Letztlich habe dieses Konzept dann sogar den Deutschen Bäderpreis gewonnen. Heute gehe es darum, die Attraktivität „permanent zu erhalten“. Ackermann erinnerte dabei insbesondere an den Bau der Außensaunen, aber auch an die PV-Anlagen. Ein großer Teil des Erfolgs beruhe aber auch auf „der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft “ des AquaFit-Teams. Man feiere heute zurecht.

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Landrat Franz Löffler erinnerte in seiner Rede zunächst an das ursprüngliche AquaFit, das 1972 vor der Gebietsreform als Landkreisbad entstanden sei. Das Bad sei damals „sensationell“ gewesen mit vier Metern Tiefe, Hubboden und Sprungturm. Nach 20 Jahren, und diese scheinen der übliche Turnus für Bäder zu sein, so der Landrat, sei das Bad 92/93 erneuert und mehr auf Tourismus und Wellness ausgerichtet worden. Damals hätten WAA-Mittel geholfen. Wieder 20 Jahre später sei eine schwierige Entscheidung mit einem Bürgerentscheid angestanden. Es sei ein Ganzjahresangebot für Kinder, Gesundheit und Wellness entstanden. Der Landkreis unterstütze die Bäder im Landkreis mit jährlich mehr als einer Million Euro, beschrieb Löffler. Dabei müsse man Bürgermeistern aus Orten ohne Bädern durchaus erklären, warum sie über die Kreisumlage das Bad im Nachbarort mitfinanzieren. Er sage immer, dass auch deren Bürger das Bad im Nachbarort nutzten, er sich aber nicht um den Erhalt dieses Bades kümmern müsse.

Fachgespräch überm Schwimmbecken: Bademeister Manuel Schneider, Stadtwerkechef Stefan Höcherl, Landrat Franz Löffler und Bürgermeister Markus Ackermann. - Foto: Martin Hladik

Erschreckend sei für ihn, dass die Zahl derjenigen, die Schwimmen könnten, rückläufig sei. Deswegen sei es sein Wunsch, die Bäder weiterhin attraktiv zu erhalten und „miteinander das Geld“ dafür aufzubringen sei.

Letzter der drei Redner war der Stadtwerkechef Stefan Höcherl. Das Bad habe sich zehn Jahre als „modern und familienfreundlich“ erwiesen. Viele hätten hier das Schwimmen erlernen können. Dafür hätten die Vereine, aber auch das Team des AquaFits gesorgt. Deutlich machte Höcherl, welchen Einschnitt Corona für das Freizeitbad bedeutet habe und wie sehr die Gemeinschaft gefehlt habe.

Beim Betrachten der Ausstellung: Die Stadträte Sandra Wittmann, Siegfried Wagner und Wolfgang Kürzinger - Foto: Martin Hladik

Ein Erfolg des Teams sei der Erhalt des Bäderpreises für ein öffentliches Bad 2020 gewesen. Unter anderem habe dabei eine Rolle gespielt, wie sehr sich das Bad auch auf tschechische Gäste eingestellt habe. Unter anderm durch die durchgehend zweisprachige Beschriftung. Beim Preis sei dies mit „die regionale Randlage als Chance genutzt“ bemerkt worden.

Eine Erfolgsgeschichte

Ein weiteres Problem sei der Angriffskrieg auf die Ukraine und die daraus resultierende Energiekrise gewesen. Das habe zu Fragen geführt, wie hoch die Temperatur in einem Bad sein soll, wenn in allen öffentlichen Gebäuden die Temperatur abgesenkt wird. All diese Herausforderungen habe man bestanden. Die Sanierung sei erfolgreich gewesen und das Bad „eine Erfolgsgeschichte“.