Vom Streitfall zum Vorzeigeprojekt: Zehn Jahre neues AquaFit in Waldmünchen

Von Martin Hladik · 26. Juni 2025 um 19:00

Heute ist es schwer, sich an das alte AquaFit zu erinnern. Zehn Jahre ist es her, als Ministerpräsident Markus Söder bei ähnlicher Hitze wie für dieses Wochenende prognostiziert, das neue AquaFit am 12. Juni 2015 einweihte. „Saunatag mit Söder“ titelten wir damals.

9,1 Millionen Euro hat das Bad 2015 gekostet – an heutige Baupreise gewöhnt, geradezu ein Schnäppchen für ein Freizeitbad, dass sich bis heute durchaus mit anderen Freizeitbädern auch in der weiteren Umgegend messen kann.

Heiße Diskussionen

Doch heiß war nicht nur die Einweihung, sondern auch der höchst umkämpfte Weg zum neuen AquaFit, der dauerhaft mit der Amtszeit von Markus Ackermann als Bürgermeister verknüpft sein wird. „Es war ein schwerer Entscheidungsprozess“, sagt Ackermann darüber heute. Er sei heute noch dem Stadtrat dankbar, dass er sich auf einen „Lösungsansatz einigen konnte“ und den gemeinsam und „letztlich erfolgreich“ vertreten konnte.

Damit spielt Ackermann auf den für ihn erfolgreichen Bürgerentscheid an, der im September 2012 klärte, ob es ein Bad mit einem „vollwertigen 25-Meter-Becken“ oder ein Erlebnisbad mit nur zwei 25-Meter-Bahnen geben soll. Zugespitzt war es ein Streit um die Rolle eines Schwimmbades: Soll es hauptsächlich sportlich ausgerichtet sein oder eher auf die Freizeit- und touristische Nutzung? Die Waldmünchner Bürger haben damals sehr klar entschieden. 771 waren fürs sportliche Bad, die Mehrheit mit 1591 Ja-Stimmen aber fürs Ratsbegehren und damit für das Aquafit in der heutigen Form.

Das AquaFit zehn Jahre nach der Neueröffnung

Und sind die Erwartungen von damals heute erfüllt? „Absolut erfüllt“, sagt Bürgermeister Ackermann. Das alte AquaFit hätte die Stadt wegen der hohen Unterhaltskosten nicht halten können. Deswegen sei der Ansatz eine Verkleinerung gewesen, welche trotzdem Schulen, Schwimmern, Freizeitnutzern und Touristen ein attraktives Angebot macht. Es ging damals „durchaus um die Entscheidung, ob wir uns ein Bad langfristig leisten können!“

Auf die Nachfrage an Ackermann, dass die Defizite damals (rund 700 000 Euro) und heute (2023 rund 900 000 Euro) ähnlich hoch seien, sagt Ackermann, dass seit der Entscheidung fast 15 Jahre ins Land gegangen seien. Kostentreiber seien damals hauptsächlich die Energie uns die Personalkosten gewesen, und gerade die seien in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Die Zahlen seien schwer zu vergleichen, weil das alte Bad auch größer war.

Bundesweite Auszeichnung

Die Qualität des Bades habe mittlerweile auch die Skeptiker innerhalb der Bürgerschaft überzeugt, sagt Ackermann. Dass zeige auch der Anklang des Saunabereiches. Dass die Wertung von Außen oft deutlich positiver ist , zeige auch die Verleihung des Deutschen Bäderpreises 2020 der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen.

Was die von Einheimischen ab und an geäußerte Kritik an Badepreisen betrifft, sei erwähnt, dass sich Waldmünchen mit einer Tageskarte für Bad und Sauna bei 19 Euro deutlich im unteren Preissegment von Erlebnisbädern mit Saunaangebot in der Oberpfalz bewegt.