Es wird laut in Waldmünchen: 357 Schützen schießen gemeinsam Salut

Ein ziemlich lautstarker und schwarzpulvergeschwängerter Nachmittag erwartet die Waldmünchner anlässlich des Heimatfestes am 20. Juli. 357 Böllerschützen haben an diesem Tag ihr Kommen zum 26. Oberpfälzer Böllerschützentreffen angesagt.
Eingeladen hat sie dazu der Trenckverein mit der Stadt Waldmünchen, oder noch genauer die Kanoniere und die Böllergruppe der Trenckfestspiele.
In einem Pressegespräch haben Trenckvereins-Vorsitzender Martin Frank und die Chefin der Touristinfo, Manuela Schmidt, auf das Ereignis aufmerksam gemacht. Dabei ist es Frank ein besonderes Anliegen, die Bevölkerung darüber zu informieren, dass es an diesem Tag zwischen 14 und 16 Uhr rund um die Fest wirklich laut werden kann, wenn die Böllerschützen ihr Platzschießen veranstalten.
Dirigent auf der Drehleiter
Frank muss das wissen, denn der Vorsitzende der Trenckianer und stellvertretende Bürgermeister war in seinem Vorleben einer der Kanoniere des Festspiels und hat immer noch die waffenrechtliche Erlaubnis, ene Böllerkanone abzuschießen. Nutzen wird er diese Erlaubnis an diesem Tag aber kaum. Denn Frank steht zusammen mit dem Referenten der Oberpfälzer Böllerschützen, Christoph Zinkl, sozusagen auf der Kommandobrücke, um per Flaggenzeichen die 357 Schützen zu dirigieren. Die Kommandobrücke stellt in diesem Fall die Feuerwehr mit ihrem Leiterwagen. Frank, Zinkl und andere sind hoch oben im Korb der Drehleiter nämlich für alle Schützen gut sichtbar und geben die Flaggensignale.

Die über 300 Schützen selbst werden in fünf Reihen aufgebaut. Zueinander müssen sie nämlich einen bestimmten Sicherheitsabstand wahren. Zwei Reihen mit Böllerschützen werden auf dem Gelände des Fußballplatzes des TV Waldmünchen aufgebaut. Weitere zwei lange Reihen an Böllerschützen werden auf den Wiesen entlang des Schaufelbaches stehen.
Um ihnen den Zugang zu erleichtern, werden sogar vom Bauhof kleine Holzstege über den Bach und einen Graben gebaut. Einen Dank richtete Frank auch an die Wiesenbesitzer, die den Zugang erlaubt hätten.
Die letzte Reihe der Böllerschützen und die mit den schwersten Waffen, nämlich Kanonen und Standböllern, wird entlang der Verlängerung des Flusshüterweges aufgebaut.
Geschossen wird von 54 Böllergruppen mit insgesamt 337 Hand- oder Schaftböllern. Das sind Pistolen- oder gewehrartige Abschussgeräte, die mit Schwarzpulver befüllt sind und verkorkt werden. Weiter im Einsatz sind zwölf Standböller, das sind oft mörserartige Gerätschaften, und acht Böllerkanonen.
Die Schützen werden dabei über Flaggensignale zu einem koordinierten, man könnte auch sagen zu einem choreografierten Abschuss geführt. Beim Böllerschießen in Waldmünchen ist geplant, mit einem langsamen Reihenfeuer zu eröffnen, ein schnelles Reihenfeuer folgen zu lassen und schließlich ein Flächenfeuer zu geben. Höhepunkt wird dann ein Salutschuss der einzelnen Reihen sein, um schließlich gemeinsam alle einen großen Salut schießen zu lassen.
Eine Voraussetzung hat das Böllerschießen auf jeden Fall: Es muss trocken bleiben. Sollte es regnen, so macht Frank klar, fällt die Veranstaltung aus. Denn: nasses Pulver schießt nicht.
Unterstützt werden die Trenckianer beim „großen Spektakel“ (Frank) des Böllerschießens von fachkundigen Personal. Die Schützen der Alten Büchse und die Böllerschützen aus Obernried kümmern sich darum, dass alle Böllerschützen vom Jahnplatz jeweils richtig zu den Reihen geführt werden. Während dieser Aufstellung werden die Kanoniere des Trenckfestspiels das Laden ihrer Kanone vorführen. Und natürlich gibt es bei einem Thema wie Böllerschießen auch besondere Sicherheitsvorkehrungen. So werden alle Schützen auf einen besonderen Parkplatz eingewiesen. Der Umgang mit den Böllern selbst ist eigenverantwortlich.
Gäste von weit her
Und wer kommt alles zum Böllerschützentreffen? Böllerschützen aus ganz Bayern und darüber hinaus. So haben sich auch Böllerschützen aus Frankfurt/Main und aus Sachsen angemeldet.