Hitze bei Haustieren: So schützen Sie Hund, Katze, Kaninchen und Co. vor einem Hitzschlag

Von Annabell Frankenfeld · 25. Juni 2025 um 12:50

Die Sommerhitze macht auch Tieren zu schaffen – unter Umständen ist sie sogar tödlich. Etwa starb Mitte Juni ein Hund in Dingolfing, da er in einem heißen Auto zurückgelassen worden war. Aber wie kann man Hund, Katze und Co. vor Überhitzung schützen? Eine Tierärztin aus der Oberpfalz erklärt es im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern.

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Dass ein Hund im überhitzten Auto zurückgelassen wurde, ist dieses Jahr schon ein paar Mal gemeldet worden. Das Unverständnis über solche Vorfälle ist groß – so auch bei Tierärztin Nina Küke, die eine Tierarztpraxis in Pressath im oberpfälzischen Landkreis Neustadt an der Waldnaab führt: „Nichts kann so dringend sein, dass man seinen Hund alleine im Auto zurücklässt“, betont sie.

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Gerade Außentemperaturen von bis zu 35 Grad, wie es sie im Juni in Bayern schon gab, sind auch für Tiere zu warm. Im Gegensatz zum Menschen können viele (Haus-)Tiere aber nicht schwitzen, um ihre Körpertemperatur zu regulieren. Hunde etwa haben lediglich an den Pfoten Schweißdrüsen. Außerdem geben sie mittels Hecheln Wärme ab, erklärt Nina Küke. Entsprechend leiden die Tiere – besonders bei Vorerkrankungen, fortgeschrittenem Alter oder Qualzucht-Merkmalen wie verkürzten Nasen.

Wasser und kühler Schatten helfen gegen Überhitzung

Allgemein gilt wie auch beim Menschen: Haustiere brauchen bei heißen Temperaturen viel Wasser und kühle schattige Plätze. Zudem gibt es folgende Tipps, an die sich Hundebesitzerinnen und -besitzer an heißen Tagen halten können:

• Gassirunde(n) sollte man in den kühleren Morgen- und Abendstunden statt in der Mittagshitze einplanen.

• Falls es in der Wohnung zu warm ist, kann man in den Park gehen, sofern es dort schattig und kühler ist.

• Heiße Flächen wie aufgeheizten Asphalt sollte man meiden.

• Man sollte Hunde auf keinen Fall alleine im Auto lassen.

• Falls es keine kühlen Fliesen in der Wohnung gibt, kann man auf Kühlmatten zurückgreifen; diese leiten die Körperwärme besser ab.

• Langhaarhunde kann man im Sommer scheren lassen. Das Fell wächst bis zum Fellwechsel zum Winter nach.

• Kalte Handtücher können zur Abkühlung dienen.

• Manche Hunde baden gerne und kühlen sich dabei ab.

So kann man Katzen und Kaninchen unterstützen

Im Vergleich zu Hunden sind Katzen im Umgang mit Hitze recht unkompliziert. „Freigängerkatzen sollte man immer rauslassen, wenn sie das möchten“, empfiehlt Küke. Die Samtpfoten kennen ihre gewohnte Umgebung und suchen sich selbst ein schattiges Plätzchen im Freien. Auch bei Hauskatzen gebe es wenig zu beachten. „Es muss ja auch für einen selbst angenehm sein in der Wohnung.“ Es empfiehlt sich, regelmäßig zu lüften und dabei darauf zu achten, dass die Hauskatze dabei nicht ausbüxt.

Kaninchen kann man vor allem unterstützen, indem man ihnen möglichst viel Grünfutter zu fressen gibt. Etwa eignen sich Gurken gut, um den Flüssigkeitshaushalt zusätzlich aufzufüllen, rät die Tierärztin. Das Hasengehege sollte außerdem nicht in der prallen Sonne stehen. Halten sich die Kaninchen nicht draußen, sondern in der Wohnung auf, kann man die Luftzirkulation mit einem Ventilator in Bewegung bringen – diesen sollte man allerdings nicht frontal auf die Hasen richten. Wie auch bei Hunden kann man Hasen mit feuchten Handtüchern abkühlen.

Was tun bei Überhitzung des Haustiers?

Ob es dem Hund, der Katze oder dem Hasen zu heiß ist, merkt man an verschiedenen Anzeichen, erklärt Nina Küke. Hunde etwa neigen bei zu hoher Temperatur dazu, deutlich mehr zu hecheln. Ein akutes Warnzeichen ist, wenn dabei die Zunge blau anläuft. Auch sollte man alarmiert sein, wenn ein Haustier weniger frisst oder eine höhere Atemfrequenz aufweist. In schlimmeren Fällen ist das Bewusstsein des Tieres getrübt. Dann reagiert es zum Beispiel „langsam oder komisch“. In drastischen Fällen kann ein Hitzschlag sogar zur Bewusstlosigkeit, im allerschlimmsten Fall zum Tod führen.

Ist ein Haustier überhitzt, ist schnelles Handeln erforderlich. Konkret empfiehlt die Tierärztin:

• Das Tier sofort aus der Hitzequelle entfernen.

• Das Tier langsam und behutsam abkühlen, beispielsweise mit kühlen Handtüchern. Idealerweise beginnt man bei den Pfoten.

• Nicht mit eiskalter Kälte abkühlen.

Prinzipiell aber sollte man vermeiden, dass ein Haustier überhaupt eine Überhitzung erleiden könnte. Die Tierärztin appelliert an den gesunden Menschenverstand: „Man kann sich immer an sich selbst orientieren. Wenn es mir selbst zu heiß ist, dann wird es meinem Tier auch zu heiß sein.“