Erste Hilfe für Haustiere: So handeln Sie im Notfall richtig

Auch Haustiere können sich verletzen. Doch oft bleibt ihr Schmerz unbemerkt. Hier erfahren Sie, wie Sie Anzeichen erkennen, Erste Hilfe leisten und welche Notfallnummern wichtig sind.
Zecke eingefangen, einen Spreißel zugezogen oder draußen umgeknickt – auch Tiere können sich verletzen. Während wir Menschen meist schnell merken, wo es zwickt oder juckt, bleibt das bei unseren Haustieren oft unbemerkt. Sie können uns nicht immer mitteilen, wenn sie Schmerzen haben. Umso wichtiger ist es, Anzeichen richtig zu deuten und im Notfall schnell zu handeln.
Erste-Hilfe-Kurse bei Tieren
Wenn ein Tier in Not gerät, zählt jede Sekunde. Tierärzte, Hundeschulen und Tierheime bieten Beratung zur Ersten Hilfe an – sogar Rettungskräfte wie die Johanniter-Unfall-Hilfe schulen Tierbesitzer. Carsten Cüppers, Sprecher der Johanniter-Unfall-Hilfe, erklärt: „Ähnlich wie beim Menschen lassen sich verschiedene Handlungsfelder unterscheiden“ – dazu gehören „nicht erweckbar“ (bewusstlos), „keine Atmung“ (Wiederbelebung), „Probleme in der Brust“ (Herzinfarkt), „Verletzungen“ (Wunden und Knochenbrüche), „Probleme im Kopf“ (Schlaganfall) und „Probleme im Bauch“ (Diabetes, Vergiftungen).
„Die jeweiligen Maßnahmen unterscheiden sich im Detail dann natürlich zum einen zwischen Mensch und Tier und zum anderen dann auch bei Tieren je nach Art und Größe“, so Cüppers weiter. In einem Notfall ist schnelles und strukturiertes Handeln entscheidend. Zunächst muss die Situation überblickt werden: Was erkenne ich am Notfallort? Danach steht der Schutz an erster Stelle – sowohl für den Helfer als auch für das Tier. Falls eine Gefahr besteht, sollte das Tier vorsichtig aus der Gefahrenzone gebracht werden. Anschließend müssen Atmung und Bewusstsein geprüft werden, bevor Erste-Hilfe-Maßnahmen erfolgen.
Maßnahmen kennen und Rufnummern speichern
Ein bewährtes Vier-Punkte-Paket hilft in jeder Notlage:
• Den Zustand regelmäßig überprüfen
• Falls noch nicht geschehen, den Notruf absetzen
• Das Tier warmhalten
• Es beruhigen
„Es gibt keine deutschlandweite standardisierte Nummer“, die man im Tier-Notfall anrufen kann, sagtCüppers. Es sei daher ratsam, die wichtigsten Rufnummern abzuspeichern: die des Tierarztes, inklusive einer Notfallnummer außerhalb der Sprechzeiten, sowie die einer nahegelegenen Tierklinik. Cüppers rät außerdem, die Nummer der Giftinformationszentrale zu speichern – in München ist sie unter Telefon 089 192 40 erreichbar.
Verbandskasten für den Notfall richten
Neben wichtigen Rufnummern und Erste-Hilfe-Kursen können sich Tierbesitzerinnen und -besitzer mit einer Notfalltasche präventiv auf Verletzungen der Haustiere vorbereiten. „Auch dies ist in erster Linie abhängig von Tierart und -größe. Orientieren kann man sich am Verbandkasten für Menschen“, sagt der Johanniter-Sprecher. Für Hunde kann beispielsweise Verbandsmittel, Verbandschere, Rettungsdecke, Watte, Einmal-Rasierer, elastische selbst-haftende Binden, Zeckenzange, Pfotenschutz, Maulkorb oder -schlinge, Sofortkühlkompressen und ein digitales Thermometer hilfreich sein.