JUZ Burglengenfeld: Neuer Vorstand hat gravierende Veränderungen im Sinn

Von Thomas Rieke · 24. Juni 2025 um 19:00

Wenige Wochen, nachdem das autonome Jugendzentrum (JUZ) in Burglengenfeld (Landkreis Schwandorf) seinen 51. Geburtstag gefeiert hat, vermeldet der Trägerverein wichtige Veränderungen, personeller wie struktureller Art. In einer Mitgliederversammlung wurde kürzlich ein neuer Vorstand gewählt. Außerdem soll sich die in der ehemaligen Landwirtschaftsschule beheimatete Einrichtung insgesamt neu ausrichten.

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Darüber informierte zum Wochenbeginn Melanie Glötzl. Die Diplom-Geografin, die für die Regierung der Oberpfalz arbeitet, fühlt sich mit dem JUZ seit langem eng verbunden. Schon vor 20 Jahren, so berichtete sie, habe sie in der Initiative Jugendzentrum im Städtedreieck, wie der Trägerverein offiziell heißt, als 2. Vorsitzende Verantwortung übernommen. Nun ließ sie sich erneut in dieses Amt wählen, um bei der Weichenstellung für die Zukunft mitzuhelfen.

Glötzl ist 42 Jahre alt. Bis vor kurzem wäre sie schon deshalb nicht mehr für einen Vorstandsposten infrage gekommen. Denn laut Satzung liegt die Obergrenze bei 27. Doch zuletzt hatte sich im Mitgliederkreis die Erkenntnis durchgesetzt, dass damit der Kreis derer, die Führungsqualitäten mitbringen und gleichzeitig im Städtedreieck zuhause sind, zu sehr begrenzt würde.

Melanie Glötzl ist den MZ-Lesern keine Unbekannte. Die Gattin von BWG-Stadtrat Gregor Glötzl hat im vergangenen Jahr ein Buch veröffentlicht, in dem es um den Klimaschutz geht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Auch die neue 1. Vorsitzende, Sarah Marsiske, übertrifft mit 39 Jahren das bisherige Limit. Marsiske lebt in Regensburg, hat aber einen Großteil ihrer Kindheit und Jugend im Städtedreieck verbracht und steht ihm bis heute sehr nahe.

Komplettiert wird das Führungskollektiv durch sechs Beisitzer. Unter ihnen ist auch Jule Richter. In den vergangenen Jahren, als das JUZ wegen des Verkaufs der Immobilie um seine Existenz zittern musste, kämpfte sie an vorderster Front.

Doch noch auf neuen Mietvertrag verständigt

Mit „viel Elan und frischen Ideen“ wolle man sich an die Arbeit machen, heißt es in der aktuellen Pressemitteilung. Und Arbeit scheint es jede Menge zu geben. Noch immer ist der Mietvertrag mit dem neuen Eigentümer des Anwesens nicht unterzeichnet, obwohl dieser dafür als Frist den 31. Mai gesetzt hatte. Nun aber, so versicherte zumindest Melanie Glötzl, liege das Papier unterschriftsreif am Tisch. Man habe „doch noch gut zusammengefunden“.

Der neue Kontrakt soll ab 1. Juli greifen und der Initiative Jugendzentrum für weitere vier Jahre das Bleiberecht an der Schwandorfer Straße 5 sichern. Allerdings auf verkleinerter Fläche. Nach MZ-Informationen dürfte bis auf ein Lager das komplette erste Obergeschoss als Nutzfläche entfallen. Mehrere Räume gilt es daher zu entrümpeln.

In diesem Zusammenhang gab Glötzl außerdem bekannt, dass sich der Verein nicht mehr nur auf Konzerte und Jugendförderung fokussieren wolle. Vielmehr soll das Programm künftig die kulturelle Vielfalt der Region spiegeln. Auch Kneipenabende, bei denen Jung und Alt ins Gespräch kommen können, soll es geben. Insbesondere in Zusammenarbeit mit den Bluesfriends, die mit dem Standort ebenfalls verwurzelt sind, seien weiter regelmäßig Musikveranstaltungen geplant.

Vom traditionellen JUZ hin zu einem Jugend- und Kulturverein

Unterm Strich, so erklärte Glötzl, werde eine Entwicklung zu einem „lebendigen Zentrum für alle Altersgruppen“ angestrebt. Die traditionelle JUZ-Initiative wandle sich zu einem Jugend- und Kulturverein.

„Wir freuen uns auf die neue Herausforderung und darauf, gemeinsam mit vielen Interessierten das kulturelle Leben in der Region zu bereichern“, lässt sich der komplette neue Vorstand folgerichtig zitieren. Es gebe viel zu tun, jeder sei daher willkommen, sich zu engagieren.

Im September gibt es wieder ein Hoffest

Ein erster Höhepunkt steht schon fest: Das Hoffest wird heuer am 19. und 20. September stattfinden. Alle Freunde des Vereins und Interessierte sind eingeladen, an diesem Wochenende dabei zu sein und die Pläne des neuen Führungsteams kennenzulernen.

Bei aller Aufbruchstimmung: Für die Frage, wo es für den umstrukturierten Verein nach Ablauf des neuen Mietvertrags weitergehen könnte, gibt es derzeit keine Antwort, bestätigte Melanie Glötzl. Die Neuausrichtung, so spekulieren Beobachter, könnte aber bei der Suche nach einer neuen Bleibe durchaus hilfreich sein.

„Perle an der Naab“ soll saniert werden

Wie berichtet, hat einer Unternehmer aus der Region den Gebäudekomplex an der Schwandorfer Straße vor gut einem Jahr erworben. Mit 820 000 Euro bot er deutlich mehr, als der Landkreis gefordert hatte. Von Anfang an räumte der Käufer dem JUZ für fünf Jahre ein Bleiberecht ein. Mittelfristig will er die Immobilie, die er als „Perle an der Naab“ bezeichnete, denkmalgerecht sanieren.