Mit einem Lächeln durch die Schwangerschaft: Susanne Denk arbeitet als Doula im Kreis Cham

Erst die eigenen Kinder ins Bett bringen und danach eine andere Frau die ganze Nacht über bei ihrer Geburt im Kreissaal unterstützen – für Susanne Denk, die als Doula und Mütterpflegerin im Landkreis Cham arbeitet, ist das mehr als nur ein Vollzeitjob: „eine Herzensangelegenheit“. Die 35-Jährige aus Traitsching hilft werdenden Müttern durch die Schwangerschaft und kennt alle Herausforderungen in dieser ganz besonderen Zeit.
Aber was ist eine Doula überhaupt? „Ich stehe schwangeren Frauen vor, während und nach der Geburt mit Rat und Tat zur Seite“, erklärt Denk. Dabei sei die Doula nicht als Ersatz, sondern vielmehr als Ergänzung zur Hebamme gedacht. Denn das Hilfsangebot für Schwangere im Landkreis ist laut Denk immer noch „sehr mau“. Eine Doula (griechisch für „Dienerin“) ist laut Definition eine geburtserfahrene Frau, die einer werdenden Mutter während der Schwangerschaft und der Geburt zur Seite steht.
Traumatische Geburt
Dabei wäre die Unterstützung dringend nötig, weiß Denk, die als zweifache Mutter nach eigenen Worten schon so einiges selbst miterlebt hat. Vor allem die Geburt ihres Sohnes im Jahr 2020 beschreibt die Doula als „ein Stück weit traumatisch“. „Ich hatte während der Schwangerschaft unfassbar viele Fragen, aber keinen, der mir weitergeholfen hat.“
Auch die Geburt sei nicht wie geplant verlaufen und habe sie lange Zeit beschäftigt. „Ich dachte davor, dass ich gut vorbereitet bin auf die Geburt und habe dann festgestellt, dass das definitiv nicht der Fall war“, erzählt Denk.
Heute hilft die 35-Jährige anderen Frauen, den selben Fehler nicht zu machen. „Oft unterschätzen viele, wie hart die ersten Wochen nach dem positiven Schwangerschaftstest sein können“, meint sie. Als Doula könne sie helfen, die vielen Herausforderungen in dieser Zeit zu bewältigen. „Vor allem dann, wenn sich die schwangeren Frauen erst noch an ihre neue Rolle gewöhnen müssen.“
Auch bei der Geburt helfe Denk den Frauen, sofern ihre Anwesenheit im Kreissaal gewünscht ist. „Für die Schwangeren ist ein vertrautes Gesicht in einem solch aufregenden Moment oft wichtig“, verrät die Doula. Den Frauen die Ungewissheit und Angst im Kreissaal zu nehmen, sei dann ihr wichtigstes Ziel.
Dass vor allem die Zeit nach der Geburt für viele Frauen und auch ihre Partner zur Zerreißprobe werden kann, „das wissen immer noch viel zu wenige“, so Denk. Auch wenn der Begriff des Wochenbetts inzwischen in der Gesellschaft den meisten etwas sagt, fehlt laut ihr trotzdem noch das Verständnis und die Geduld, die es in den ersten acht Wochen nach einer Geburt braucht. „Ich kann dann auch Vermittler zwischen Mann und Frau spielen und helfen, Missverständnisse zu vermeiden.“
Für Frauen nach der Geburt ist die 35-Jährige zusätzlich als Mütterpflegerin im Einsatz. „Ich unterstütze die Mütter dann bei ihrem stressigen Alltag und nehme ihnen ein bisschen Arbeit ab“, so Denk.
Der Unterschied zum Doula-Job? Die Krankenkasse unterstützt sie finanziell bei ihrer Arbeit. Egal ob einkaufen, kochen oder einfach nur auf die Kinder aufpassen – „als Mütterpflegerin mache ich alles, damit die Mütter ihr frisches Babyglück auch in Ruhe genießen können“.
Für ihre Arbeit als Doula und Mütterpflegerin gilt jeweils: „Die Bedürfnisse der Frau stehen im Vordergrund.“ Aus diesem Grund variiere auch die Beratung und Unterstützung bei jeder Frau. „Manche wollen mehr Ratschläge, andere brauchen nur jemanden zum Reden“, meint Denk.
Entfernung kein Problem
Und auch die Entfernung spielt für die 35-Jährige laut eigenen Worten nur eine nebensächliche Rolle: „Ich erinnere mich an eine Beratung, für die ich mal für längere Zeit bis nach München gefahren bin.“ Normalerweise beschränke sie sich aber eher auf die Regionen rund um Cham und Straubing.
In den Gesprächen mit Schwangeren fällt ihr dabei vor allem eine Sache immer wieder auf: „Die sozialen Medien sind Segen und Fluch zugleich.“ Die vielen Schwangerschaftsvideos im Internet könnten laut ihr zwar Ängste nehmen, diese aber auch gleichzeitig verstärken. „Kurz gesagt: Viele Frauen machen sich dann unnötig verrückt“, erklärt die Doula.
Dass die Schwangerschaft trotz der vielen Herausforderungen auch eine „wundervolle Zeit“ sein kann, davon ist Denk nach eigenen Worten immer noch überzeugt. Aus eigener Erfahrung weiß sie, dass Geburten auch mal ganz ohne Zwischengeräusche ablaufen können: „Nach meiner schwierigen ersten Schwangerschaft bin ich direkt noch einmal schwanger geworden, da verlief dann aber alles problemlos.“ Und wenn es doch mal Probleme gibt, ist Susanne Denk ja da, um die Mütter im Landkreis zu unterstützen. „Das wichtigste ist, dass keine Frau sich vor der Schwangerschaft fürchtet, sondern das Kind mit einem Lächeln in die Welt begrüßt.“