66-Jährige braucht dringend einen Stammzellenspender: Wer kann Marias Leben retten?

Der Urlaub nach Tirol war schon lange gebucht – aber Maria H. und ihr Mann aus dem Landkreis Cham müssen zuhause bleiben. Marias Leukämieerkrankung ist nach über 20 Jahren zurück – und schlimmer als zuvor. Ohne eine Stammzellenspende wird sie diesmal die Erkrankung nicht besiegen können, sagen ihre Ärzte. Am kommenden Samstag, 28. Juni,findet eine groß angelegte Typisierungsaktion statt, um auf diesem Weg einen passenden Spender zu finden.
In den sozialen Medien verbreitete sich der Aufruf der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) und des TSV Sattelpeilnstein in den letzten zwei Tagen wie ein Lauffeuer: Am kommenden Samstag, 28. Juni, findet von 13 bis 17 Uhr im TSV-Sportheim eine Registrierungsaktion unter dem Motto „Hilfe für Maria“ statt.
TSV unterstützt Maria
„Als man auf uns zugekommen ist auf der Suche nach einem Ort, wo die Aktion stattfinden könnte, haben wir sofort zugesagt“, sagt Hans Eckmann, Vorsitzender des TSV Sattelpeilnstein Das Ehepaar aus Birnbrunn ist seit Jahrzehnten mit dem TSV verbunden, Marias Mann ist als ehemaliger langjähriger zweiter Vorsitzender inzwischen Ehrenmitglied. Eckmann und seine Frau fahren seit 20 Jahren mit dem Ehepaar H. in Urlaub. „Oft nach Südtirol, heuer wollten wir nach Österreich.“

Aber das Leben kam dieses Jahr dazwischen. Schon im Winter habe sie gemerkt, dass etwas nicht stimmt, sagt Maria H. Beim Gehen, vor allem bei leichter Steigung, habe sie plötzlich schlecht Luft bekommen. Bluttests bei ihrer langjährigen Ärztin ergaben schnell die traurige Gewissheit, dass der Krebs nach 24 Jahren zurück ist. Eine Knochenmarkpunktion im Frühjahr zeigte erneut Krebszellen.

„Ich wollte es erst gar nicht glauben, weil es mir bis auf die leichte Atemnot eigentlich gut gegangen ist“, sagt H. Seit Mai sinken die Werte jedoch immer schneller, sie fühle sich immer öfter sehr matt. „Momentan könnte ich gar nicht mehr in den Urlaub.“ Zudem bekommt die zweifache Mutter und vierfache Oma ambulant eine Chemotherapie; auch das schließt eine Reise derzeit aus.
Es geht ihr stetig schlechter
Weil es ihr zunehmend schlechter geht, „wollte meine Familie auch nicht mehr warten mit der Suche nach einem Stammzellenspender“, erklärt H. Ihre beiden Töchter, die Schwäger und Schwägerinnen unterstützen sie und ihren Mann, wo es nur geht. Sie stellten auch den Kontakt zur DKMS her, als klar war, dass Maria diesmal nur mit einer Stammzellenspende überleben kann.

Vor 24 Jahren litt H. an einer akuten Leukämieform, die mit eigenen Stammzellen bekämpft werden konnte. Monatelang lag sie damals stationär in Regensburg im Krankenhaus, die Töchter erst im Teenageralter. „Da haben wir doch eigentlich schon was mitgemacht, dass es reichen müsste“, sagt die 66-Jährige. Vor drei Jahren ging die rüstige Frey-Verkäuferin und später Zollner-Bürodame in Rente, freute sich auf ihren (Un-)Ruhestand.
Statt dessen muss sie erneut den Kampf gegen die tückische Krankheit aufnehmen. Bei der Typisierungsaktion unterstützt ihre Familie den TSV, dessen Mitglieder zusammen mit der DKMS die Typisierungsaktion organisieren. „Jeder will mithelfen“, lobt Eckmann die TSVler. Um die Registrierungsaktion auch finanziell zu unterstützen, werden Kuchenspenden gegen eine Spende verkauft. Jede Typisierung kostet rund 50 Euro, informiert die DKMS. Aktionsbetreuer Maximilian Hansche hofft auf viele Teilnehmer, die sich am Samstag eine Speichelprobe entnehmen lassen.
Auch die Familie selbst möchte alle ermutigen, sich für andere einzusetzen: „Bitte lasst euch registrieren, es kommt auf jeden an. Maria braucht euch jetzt!“ Maria selbst betont: „Auch wenn niemand für mich gefunden wird, kann vielleicht jemand einem anderen Kranken helfen.“
Aktion „Hilfe für Maria“
• Registrierungsaktion: Am Samstag, 28. Juni, 13 bis 17 Uhr, findet im Sportheim des TSV Sattelpeilnstein, Köpfelsbergweg 26, Traitsching-Sattelpeilnstein eine Registrierungsaktion statt.
• Teilnehmer: Alle, die gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt sind, können vorbeikommen und sich registrieren lassen. (Smartphone mitbringen). Wer sich aus Alters- oder Gesundheitsgründen nicht registrieren kann, kann ebenfalls kommen und durch eine Geldspende helfen, die Registrierungskosten, die bei der Auswertung im Labor entstehen, zu decken. Denn auch Geldspenden helfen Leben retten, da der DKMS für die Neuaufnahme jedes Spenders Kosten in Höhe von 50 Euro entstehen.
• Ablauf: Mit Wattestäbchen werden Abstriche der Wangenschleimhaut genommen. Nach der Registrierung wertet die DKMS die relevanten Gewebemerkmale im Labor aus und stellt anschließend das Ergebnis der Probe pseudonymisiert für den weltweiten Spendersuchlauf zur Verfügung. Wer sich in der Vergangenheit als Stammzellspender oder Stammzellspenderin registriert hat, muss nicht erneut teilnehmen.
• DKMS-Spendenkonto: IBAN: DE43700400608987000866; Verwendungszweck: MAX067, Maria
• Leben retten: Die Diagnose Blutkrebs markiert oft den Beginn eines Wettlaufs gegen die Zeit. Für viele Patienten besteht die einzige Überlebenschance darin, so schnell wie möglich einen passenden Spender für eine Stammzelltransplantation zu finden.Spendern, deren Gewebe zu einem Erkrankten passt, werden die Stammzellen heutzutage fast immer aus dem Blut entnommen. In seltenen Fällen werden Stammzellen unter Vollnarkose aus dem Beckenkamm entnommen.
• DKMS: Die DKMS wurde 1991 gegründet und hat sich zu einer internationalen gemeinnützigen Organisation im Kampf gegen Blutkrebs entwickelt.