Stadt Regensburg schlägt marode Anlage für Skatecontest vor: Die Szene ist brüskiert

Von Heike Haala · 17. Juni 2025 um 18:00

Am 21. Juni ist der internationale Go Skateboarding Day (GSD): Am längsten Tag des Jahres feiert sich die Szene weltweit selbst. Während aber in Städten wie München, Köln und Düsseldorf Vorbereitungen für Events, Wettbewerbe und Barbecues laufen, weitet sich in Regensburg ein Konflikt um die Bedingungen für den Sport aus.

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Lesen Sie hier einen Kommentar von Redakteurin Heike Haala zum Thema: Es ist beschämend!

Seit Wochen brodelt es in der Szene: Es begann damit, dass die Stadt die Skater nach Beschwerden eines Anwohners regelmäßig in den Abendstunden durch das Ordnungsamt des Platzes beim Jugendzentrum (Juz) Arena verweisen ließ. Vor über einem Monat hatte Sportbürgermeisterin Dr. Astrid Freudenstein dann eine als Übergangslösung gedachte Nutzungsvereinbarung angekündigt, die es den Skatern ermöglichen sollte, die Anlage bis 22 Uhr zu nutzen. Unterzeichnet ist die immer noch nicht. Aber damit nicht genug: Jetzt sollte ein zum GSD geplanter Skatewettbewerb vom Juz Arena auf die Anlage beim Westbadweiher verlegt werden, die in der Szene als unbefahrbar gilt.

„Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll“, sagt Tobias Kraus, Sprecher von Spot e. V., und lässt seinen Blick über die Piste beim Westbad-Weiher gleiten. Risse im Boden, in denen schon das Gras wächst, verrostetes Metall, Abplatzungen am Beton, Löcher, unverschweiste Kanten und unebene Fugen: Er findet einiges, das ihn und auch potenzielle Contest-Teilnehmer vom Brett holen würde. Außerdem fragt Kraus sich, wo er Schwung für seine Tricks holen soll: Der Asphalt ist so rau, dass er kein Tempo draufbekommt. Die Aufbauten stehen teilweise so eng beieinander, dass keine zwei Skater aneinander vorbeikommen würden. Kraus fragt sich: „Wie soll man hier einen Contest mit 100 Leuten veranstalten?“

Risse, aus denen das Gras wuchert: So sieht es auf der Anlage am Westbad-Weiher aus. - Foto: Heike Haala

Inzwischen ist klar: Auch hier wird es am GSD keine Aktionen für Skater geben: Die Skateanlage im Donaupark sei dem Veranstalter als Alternativ-Standort vorgeschlagen worden, erklärt Juliane von Roenne-Styra, Pressesprecherin der Stadt. „Da jedoch auch diese Anlage laut Satzung für die Benutzung der öffentlichen Grünanlagen und Spielanlagen der Stadt Regensburg derzeit längstens bis 20 Uhr genutzt werden darf, konnte der Antrag des Veranstalters (gewünschte Nutzungsdauer bis 22 Uhr) nicht genehmigt werden“, erklärt sie. Warum das Event zum ersten Mal seit Jahren nicht auf der Anlage beim Juz Arena stattfinden kann, sagt sie nicht. Ob nun etwas anderes zum GSD geplant ist, ist ebenfalls unklar: Der Veranstalter des geplanten Wettbewerbs äußerte sich auf Anfrage nicht.

Auf den Zustand der Skateanlage am Donaupark angesprochen, erklärt die Pressesprecherin, dass diese die älteste Anlage in Regensburg sei und neu gebaut werden soll: zwischen 2027 und 2029. „Im kommenden Jahr soll voraussichtlich die Jugendspiel- und Freizeitanlage in Burgweinting fertiggestellt werden. Auch dort wird eine Skateanlage entstehen“, kündigt von Roenne-Styra an.

Wie ein Käfer auf dem Rücken liegt ein Board auf der Anlage am Westbad-Weiher. - Foto: Heike Haala

Zur angekündigten Nutzungsvereinbarung für die Anlage beim Juz Arena sagt sie, dass notwendige Abstimmungsprozesse liefen. Kraus berichtet, dass ihm zuletzt ein Vertragsentwurf vorgelegt worden sei, laut dem die Verkehrssicherungspflichten auf den Verein übertragen werden sollten. „Das ist für uns nicht denkbar“, erklärt er. Darauf habe er die Stadt hingewiesen, aber seit dem 27. Mai auch nichts mehr zu der Sache gehört. Immerhin: Der Ordnungsdienst verteile keine Platzverweise mehr. Von Roenne-Styra sagt: „Derzeit gibt es keine weiteren Beschwerden.“

Die Stadt stehe in Kontakt mit dem Beschwerdeführer und dessen Bevollmächtigten. Eine außergerichtliche Einigung werde bei der Verwaltung als zielführend angesehen, um eine gemeinsame Lösung zu finden, die von allen Parteien mitgetragen werden könne. Die Stadt werde dazu zeitnah ein gemeinsames Gespräch anregen. Dr. Thomas Troidl, der Anwalt des Beschwerdeführers, hatte am Ende der vergangenen Woche nach gesagt, dass die Sache nun den verwaltungsrechtlich gebotenen Gang gehen soll. Er warte weiter auf eine Antwort der Stadt. Notfalls werde die Sache gerichtlich geklärt werden müssen.