Das Beste aus dem Obstgarten: Dieser Kuchen mit Schokolade und Kirschen schmeckt unvergleichlich gut

Von Isabell Dachs · 15. Juni 2025 um 05:00

Jetzt ist wieder Kirschenzeit. Wer sich die Mühe macht und selbst erntet, erhält in Früchte, die sich meistens nicht mit denen im Supermarkt angebotenen vergleichen lassen. Zusammen mit Schokolade zaubern wir ein unvergleichliches Geschmackserlebnis.

Oft begegnet uns der Satz: „Früher war alles besser!“ Ob das unbedingt so stimmt, ist zu bezweifeln. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein, galt unser strukturschwacher Bayerischer Wald als das Armenhaus Deutschlands. Die Landwirtschaft, von der viele leben mussten, verlangte unseren Vorfahren viel ab. Die nährstoffarmen Böden waren schwer zu bewirtschaften und gaben nicht viel Ertrag her.

Wenn die Landwirtschaft im Winter zwangsläufig ruhte, betrieben die Familien Heimarbeit. Die Produktpalette reichte von Schnitz- und Drechselwaren (Dachschindeln, Spanschachteln, Holzschuhe) über Korbflechtereien, Stickereien und Webereien (Flachs). Im Sommer verdingten sich viele im Gäuboden und der Hallertau (Hopfenzupfen) als Saisonarbeiter.

1879 hieß es in der Berliner Illustrierten Zeitung: „Für Tausende von Deutschen ist der baierische Wald eine terra incognita, für andere Tausende ein deutsches Sibirien, eine unwegsame unwirthliche Wildniß aus Felsen, Wald und Sumpf, bewohnt von wilden Thieren und halbwilden Menschen.“ Das hielt die Städter aber nicht davon ab, etwa 30 Jahre später dieser „Wildnis“ einen Besuch abzustatten. Der Bau der Waldbahn und die dadurch entstandene Eisenbahnverbindung schuf die Voraussetzung für die rasante Entwicklung des Fremdenverkehrs und war ein wichtiger Anstoß für die wirtschaftliche Entwicklung bei uns.

Leben im Einklang mit der Natur

Die Waidler haben vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Chance erkannt, dem Tourismus wurde Tür und Tor geöffnet und dieser stetig ausgebaut. Viele bei uns kennen oder sind sogar noch in der Situation, dass der Mann auswärts als Pendler Geld verdient, während die Ehefrau zu Hause für die Unterbringung und Verpflegung der Feriengäste sorgt.

Was früher allerdings wirklich besser war, war das Leben mit den Jahreszeiten und der Natur. Während wir heute zu jeder Jahreszeit nahezu jede Art von Obst und Gemüse kaufen können, musste früher viel mehr auf direkte Verarbeitung und optimale Lagerhaltung geachtet werden. Um im Einklang mit der Natur zu leben, müssen wir aber nicht zurück in Höhlen und uns in Bärenfelle hüllen. Oft würde es schon reichen, unser Einkaufsverhalten zu hinterfragen. Brauchen wir im Winter tatsächlich frische Erdbeeren aus Israel? Oder ist es notwendig, Kirschen aus der Türkei, Chile oder Afrika zu kaufen, während sie bei uns an den Bäumen verfaulen, weil wir sich nicht pflücken wollen?

Kirschen schmecken direkt vom Baum am besten

Dabei gibt es fast nichts Besseres, als die Kirschen direkt vom Baum zu essen. Das wissen sogar unsere Vögel, die sich gerne an den dunkelroten Früchten bedienen. Kirschen enthalten Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor und Eisen. Außerdem weisen sie die Vitamine B1, B2, B6 und C auf. Sie dienen zudem als Lieferant von Folsäure, die besonders für Schwangere wichtig für die Zellteilung und die Blutbildung ist. Der für die rotviolette Farbe der Kirsche verantwortliche Farbstoff soll entzündungshemmend wirken. Auch enthält die gesunde Frucht das Spurenelement Zink. Kalorien stecken hingegen kaum in Kirschen: 100 Gramm Sauerkirschen haben gerade einmal 22 Kalorien, Süßkirschen etwa 52.

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Die uns heute bekannte Form der kultivierten Kirsche war ursprünglich in der Gegend rund um das Schwarze Meer angesiedelt. Heute werden sie in allen gemäßigten Klimazonen der Welt angebaut. Süßkirschen sind in Herz- und Knorpelkirschen unterteilt. Die Knorpelkirsche ist besonders knackig und hat festes Fruchtfleisch, weshalb sie sich gut transportieren lässt. Das Fruchtfleisch der Herzkirsche ist weicher. Bei den Sauerkirschen unterscheidet man Weichsel und Amarellen. Weichsel sind dunkel, haben weiches Fleisch und ihr Saft färbt ab. Amarellen hingegen sind gelb oder bunt.

Kirschen reifen nicht nach. Sie halten sich ein bis zwei Tage im Kühlschrank. Gewaschen (am besten in stehendem Wasser) sollten sie erst direkt vor dem Verzehr oder der Verarbeitung werden, weil sie sonst schnell faulen. Als Steinobst haben Kirschen einen harten Kern. Mein Tipp: Die Früchte einige Minuten ins Gefrierfach geben. Aus dem fest gewordenen Fruchtfleisch lässt sich der Stein leichter lösen.

Die Zubereitung in Bildern

Für unseren Schoko-Kirschkuchen schmelzen wir 200 g Zartbitterschokolade im Wasserbad. Es kann Tafelschokolade oder auch Kuvertüre verwendet werden, wobei letztere einen höheren Fettgehalt aufweist und deswegen leichter zu verarbeiten ist. - Foto: Isabell Dachs
In eine Rührschüssel geben wir 125 g weiche Butter, 150 g braunen Zucker und eine Prise Salz und verrühren diese kräftig miteinander. 3 Eier werden dazugegeben und wiederum gut untergerührt. - Foto: Isabell Dachs
Die flüssige Schokolade zugeben und ebenfalls gleichmäßig unterrühren. - Foto: Isabell Dachs
200 g Mehl, 2 EL Kakao, ½ Päckchen Backpulver und 200 ml Milch kommen unter den Teig mischen. Wer es besonders schokoladig mag, kann noch 100 g backstabile Schokotropfen unterheben. - Foto: Isabell Dachs
Den Teig kann in eine gefettete Backform ca. 37x33 cm oder eine Springform DM 28 cm streichen und gleichmäßig verteilen. 500 g gewaschene und entsteinte Kirschen darauf verteilt und leicht in den Teig drücken. - Foto: Isabell Dachs
Bei 180 Grad Ober- und Unterhitze in den Backofen und etwa 35 Minuten backen. Die Stäbchenprobe zeigt, ob der Kuchen fertig ist. - Foto:
Mit etwas Puderzucker bestäubt und einem Klecks Schlagsahne wird der Kuchen zum Genuss. - Foto: Isabell Dachs

Wird ein Kern versehentlich verschluckt, besteht kein Grund zur Panik. Dass der Kern an den Ausbuchtungen des Darms hängenbleiben könnte, ist ein Ammenmärchen. Ebenso die Warnung, beim Zerbeißen des Kerns würde lebensgefährliche Blausäure freigesetzt. In einem Kirschkern steckt zwar etwas Blausäure, jedoch in einer so geringen Dosis, dass sie keinen Einfluss auf unseren Organismus hat. Unangenehm könnte das Zerbeißen eines Kirschkerns lediglich für die Zähne werden.

Das Rezept für den Schoko-Kirschkuchen

Für unseren Schoko-Kirschkuchen schmelzen wir zuerst 200 g Zartbitterschokolade im Wasserbad. Es kann Tafelschokolade oder auch Kuvertüre verwendet werden, wobei letztere einen höheren Fettgehalt aufweist und deswegen leichter zu verarbeiten ist. In eine Rührschüssel geben wir 125 g weiche Butter, 150 g braunen Zucker und eine Prise Salz und verrühren diese kräftig miteinander. 3 Eier werden dazugegeben und wiederum gut untergerührt. Danach wird die flüssige Schokolade zugegeben und ebenfalls gleichmäßig untergerührt.

200 g Mehl, 2 EL Kakao, ½ Päckchen Backpulver und 200 ml Milch kommen dazu und in den Teig gemischt. Wer es besonders schokoladig mag, kann noch 100 g backstabile Schokotropfen unterheben. Der Teig kann nun in eine gefettete Backform ca. 37x33 cm oder eine Springform DM 28 cm gestrichen und darin gleichmäßig verteilt werden. 500 g gewaschene und entsteinte Kirschen werden darauf verteilt und leicht in den Teig gedrückt.

Alles zusammen kommt bei 180 Grad Ober- und Unterhitze in den Backofen und wird dort etwa 35 Minuten gebacken. Die Stäbchenprobe sollte zeigen, ob der Kuchen fertig ist. Es ist darauf zu achten, ihn nicht zu lange im Rohr zu lassen, damit er nicht trocken wird. Mit etwas Puderzucker bestäubt und einem Klecks Schlagsahne wird der Kuchen zum Genuss.