Punkrock im Regen: Intensiver Bass und chilenische Magie beim Jahninselfest

Von Luis Woppmann · 9. Juni 2025 um 17:00

Am Freitag und Samstag wurde es wieder laut, wild und ziemlich matschig: das Jahninselfest lockte trotz des miesen Wetters viele Besucher an. Das jährlich stattfindende Open-Air-Festival in Regensburg mit Livemusik aus den Stilrichtungen Punkrock, Garagerock, Hardcore und Indie musste 2024 kurzfristig wegen Hochwasser abgesagt werden – auch heuer wurde es nass.

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Und auch in diesem Jahr meinte es das Wetter nicht gut mit der Freiluftveranstaltung, was die Veranstalter und Besucher aber nicht vom ausgelassenen Feiern abhielt. Den Auftakt machte am Freitag um 16 Uhr die Jazzpunkband Poppo von Rott, gefolgt von der Garagerockband Sikk Likkz aus Regensburg und dem Co-Headliner Melonball mit Skatepunk aus Nürnberg.

Legenden aus Buenos Aires in Regensburg

Begeistern das Publikum: Punkrock-Urgesteine Argies aus Buenos Aires - Foto: Luis Woppmann

Den Abschluss machten die Punkrock-Urgesteine Argies aus Buenos Aires mit einer Mischung aus Punk, Ska, Reggae, Dub und Latin-Rhythmen. Zudem gab es noch eine Jonglier-Aufführung der SOG-Jugend Regensburg und eine Zaubervorführung des chilenischen Künstlers Muti Santarosa.

Am Samstag startete der zweite Tag des Festes mit MC Centwitch bereits um 13.30 Uhr. Es folgten die Punkband AKD aus Amberg, die Hardcorepunkgruppe So Fuckin' Confused aus Italien, die Berliner Band Die Expressionisten und die Punker Nasty Neighbours. Das Highlight des Wochenendes war der Auftritt der Indie-Punkgruppe Anda Morts aus Linz. Außerdem führte die Performancekünstlerin Melanie Elysse Old ihr Tanzstück „Zugzwang, Regensburg“ und Circo Eguap ihre Akrobatik-Show “Rolando a Saco” vor. Um 22 Uhr endete die Veranstaltung.

Organisatoren sind zufrieden

Circo Eguap mit ihrer Show „Rolando a Saco“ - Foto: Luis Woppmann

Trotz des schlechten Wetters war Veranstalter Florian Gmeiner vom Verein Scants of Grace – Performance zufrieden mit dem Event: „Natürlich hätten wir uns über ein paar Besucher mehr gefreut, aber so ist das nun mal bei einem Open-Air-Festival, da kann man sich das Wetter nicht aussuchen“, sagt er. Dennoch schätzt er, dass über die beiden Tage rund 1000 bis 1200 Besucher gekommen sind.

„Es hat mich vor allem gefreut, dass so viele Kinder und Familien da waren. Das ist ein großer Bestandteil des Festes und wir hoffen, dass sie ein schönes Wochenende hatten“, sagt Gmeiner. Für die Familien war extra eine betreute Kids-Area mit Rollenrutsche und Kinderschminken angeboten worden. „Was ich zudem hervorheben möchte, ist, wie viele freiwillige Helfer über die beiden Tage vor Ort waren. Es war eine richtig familiäre Stimmung und deshalb gab es auch kaum Stress für den Einzelnen. Das ist nicht selbstverständlich.“ Ohne die vielen Helfer wäre das Fest für so einen kleinen Verein nicht stemmbar, so Gmeiner weiter.

Besucher stören sich am Regen gar nicht

Indie-Punkgruppe Anda Morts - Foto: Luis Woppmann

Für die Besucher war das schlechte Wetter kein Problem: „Ich war schon öfters beim Jahninselfest, hier wird einfach genau meine Musikrichtung gespielt. Natürlich wäre Sonne schöner gewesen, aber genau für solche Zwecke gibt es ja Regenjacken“, meinte Claudia. Ähnlich sah das auch Bernd: „Die Atmosphäre hier ist super und ich finde es gut, dass es solche Events für die alternative Szene gibt. Und für so ein Wetter haben die Römer Brücken zum Unterstellen gebaut.“

Aber auch für Anwohner bot das Fest einiges: „Wir wohnen ungefähr 300 Meter weg und kennen keine der Bands, aber die Stimmung und die Veranstalter sind einfach super. Es ist eine tolle Möglichkeit, Menschen kennenzulernen“, sagte Tobias. Und auch die Vorführungen abseits der Musik wurden gelobt: „ Der chilenische Zauberer Muti Santarosa war einfach super, der hat eine richtig tolle Show geboten”, fanden Egor und Johannes.

Punkfans trafen auf Gleichgesinnte. - Foto: Luis Woppmann