Jahninselfest kehrt nach Hochwasser-Desaster zurück – und das ist auch bitter nötig

Das Juni-Hochwasser vom vergangenen Jahr hat die Macher des Jahninselfest finanziell hart gebeutelt. Dieses Wochenende kehrt das Festival an seinen angestammten Platz direkt an der Steinernen Brücke in Regensburg zurück. Die Organisatoren blicken auf hektische Stunden zurück – und freuen sich, „Punkrock-Urgesteine“ und „Durchstarter“ begrüßen zu dürfen.
Ein paar Sonnenstrahlen schaffen es am Montagnachmittag dann doch durch die Wolkendecke, bevor es wieder schüttet. Jasmin Niebauer, Rupert Streidl und ihre Kleine haben Glück. Sie sind genau in dem kurzen Wonne-Fenster auf die Jahninsel gekommen, um für ihr Festival am Wochenende zu werben. „Wir hoffen auf gutes Wetter“, sagen sie immer wieder. Ein wohlgelaunter Petrus – wonach des nicht gerade aussieht – wäre auch dringend nötig, denn 2024 war das Jahninselfest dem Juni-Hochwasser zum Opfer gefallen. „Noch mal darf das nicht passieren“, sagt Niebauer mit Blick auf die Finanzen des Vereins Scants of Grace, der hinter dem zweitägigen Festival steht.
Es waren hektische Stunden, als das Wasser vergangenes Jahr auf Regensburg zuschwappte. Freitagfrüh, also nur Stunden vor Einlass, habe sie es noch nicht glauben wollen, erinnert sich Niebauer. Der Strom war verlegt, die Bühne aufgebaut, der Sound gecheckt und das Bier im Kühlschrank – alles war bereitet für zwei Tage Punkrock. Wenig später die Erkenntnis: „Es wird untergehen.“ In Windeseile mussten die Organisatoren alles wieder abbauen. „Zeitgleich haben wir uns überlegt, ob es eine Ausweichmöglichkeit gibt. Da kam uns die Idee mit der Mälze“, sagt Streidl. Dort ging das Festival schließlich in abgespeckter Form über die Bühne.
Hochwasser reißt „Mega-Loch“ in Finanzen von Jahninselfest-Verein
Trotzdem: Der Schaden war da schon angerichtet. „Wir mussten ganz viele Sachen bezahlen – ob wir sie brauchen oder nicht“, sagt Niebauer. Einen Teil des schon gekochten Essens konnten die Organisatoren auf dem Campusfest verkaufen, einen anderen Teil noch zurückgeben. „Diese Solidarität, das Miteinander, das war schön“, freut sich Streidl. Und doch riss der Ausfall ein „Mega-Loch“ in die Vereinsfinanzen. „Wir hoffen, dass wir dieses Jahr wieder auf Null kommen,“ sagt Hauptorganisatorin Niebauer – und scheint dabei erneut ein Stoßgebet Richtung Wettergott zu schicken.

Rosig sind die Aussichten für das Wochenende nicht gerade. Davon lassen sich Niebauer und Streidl aber nicht beeindrucken. Sie befinden sich in der heißen Phase der Vorbereitung. Ab Donnerstag wird aufgebaut, damit ab Freitagnachmittag Punk- und Garagerock, Hardcore und Indie über die Jahninsel schallen können. „Ein paar Regenschauer sind wir gewohnt. Die haben wir fast jedes Jahr. Nur wenn es durchschifft, ist es blöd“, sagt Niebauer.
Hier Punkrock zu spielen, finde ich ziemlich schick.
Rupert Streidl
Für Streidl macht vor allem das Ambiente das Jahninselfest, das 1988 von ein paar Schülern aus der Taufe gehoben worden war, so besonders. „Hier Punkrock zu spielen, finde ich ziemlich schick“, sagt er und blickt sich um. Das Festival sei aber nicht nur eine Party, sondern ein Ort für Begegnungen und Austausch. Der Mitorganisator verweist auf die Kleinkunstbühne an der Alten Linde, wo zwischen den Bandauftritten Comedy, Zauberei, Tanz, Akrobatik und Clownerie Unterhaltung bieten, nicht nur für die kleinen Besucher. „Es ist für jeden etwas dabei“, verspricht er.
„Punkrock-Urgesteine“ und „Durchstarter“ als Headliner des Jahninselfests
Auf der großen Bühne spielen am Freitag und Samstag insgesamt zehn Bands. Sie kommen zum Teil aus Regensburg und Bayern, aber auch aus Berlin, Italien oder sogar Südamerika angereist. Tagesheadliner sind die argentinische Band Argies, laut den Veranstaltern ein „Punkrock-Urgestein“, und die „Indie-Punk-Durchstarter“ Anda Morts aus Linz.
Niebauer fiebert vor allem dem Start entgegen. „Das ist mein größtes Highlight. Freitagnachmittag. Es geht los. Die ersten Gäste kommen – hoffentlich mit Sonnenschein.“