Relight-Festival geht in die zweite Runde

Von Mittelbayerische Zeitung · 4. Juni 2025 um 21:30

Regensburg. Viele Lichtkunstwerke in und an Gebäuden, Fassaden, Straßen und auf Plätzen werden von 12. bis 22. März in der Altstadt leuchten. Nach der ersten Ausgabe geht das Relight laut einer Pressemitteilung der Stadt in die zweite Runde. Das Kulturreferat schreibt einen Open Call für Lichtkunstprojekte für das Festival 2026 aus. Für das Obermünsterviertel und die Nordfassade der Neupfarrkirche werden Lichtkunstwerke gesucht, die sich mit dem Thema „Verbindung“ auseinandersetzen. Arbeiten, die Neukreationen darstellen, werden bevorzugt. Ein weiteres Augenmerk liegt auf dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Der Open Call ist geöffnet für nationale und internationale Künstler und Kollektive, die mit dem Medium Licht arbeiten.

Das Obermünsterviertel wird in den nächsten Jahren umgestaltet. Im Mittelpunkt der Neugestaltung steht die Einschränkung des Verkehrs und die damit einhergehende Steigerung der Lebensqualität der Bewohner. Bis zum Sommer wird auf dem Obermünsterplatz ein neuer Bereich mit Begrünung, Informationstafeln und mobilen Sitzgelegenheiten entstehen.

Entwicklungen aufgreifen

Das ausgeschriebene Lichtkunstwerk soll die aktuellen und vor allem zukünftigen Entwicklungen in dem Stadtteil aufgreifen und den Geist des sich wandelnden Quartiers einfangen. Wichtige zu berücksichtigende Elemente sind Wasser, Grünflächen, Menschen und Zusammengehörigkeit sowie Transformation und Zukunft. Für das Obermünsterviertel können projektionsbasierte Arbeiten, interaktive Lichtinstallationen, datengesteuerte Arbeiten, kinetische Lichtinstallationen, Schattenkunst und Ähnliches vorgeschlagen werden. Das Kunstwerk sollte sich in die Umgebung einfügen.

Die historische Altstadt mit Stadtamhof gehört seit zwei Jahrzehnten zum Unesco-Weltkulturerbe. Sie sei ein lebendiges Zeugnis kultureller Vielfalt, städtischer Kontinuität und internationaler Verflechtungen. Der Neupfarrplatz selbst sei ein Ort, an dem die mehr als 2000-jährige Geschichte der Welterbestadt lebendig werde.

Von der ältesten jüdischen Gemeinde über deren Zerstörung, dem Bau der evangelischen Wallfahrtskirche im Zentrum des Platzes, der Entstehung von Handel und Märkten im 19. Jahrhundert bis hin zu den Bücherverbrennungen der Nationalsozialisten 1933, dem Bau des großen Warenhauses Anfang der 1970er Jahre und der Einweihung des Kunstwerks „Misrach“ von Dani Karavan als Ort der friedlichen Begegnung auf dem Grundriss der mittelalterlichen Synagoge – der Neupfarrplatz stehe symbolisch für das Welterbe. Dort werde das Motto „Verbinden“ besonders greifbar, da er Kulturen, Religionen und Epochen miteinander verknüpfe und so Geschichte erlebbar mache.

Gemeinsame Identität

Das Thema lade dazu ein, über die vielen Arten von Verbindungen im Kontext des Unesco-Welterbes nachzudenken, die die Welt prägten. Wie sind wir mit der Vergangenheit verbunden? Welche Verbindungen prägen unsere Gegenwart? Welche neuen brauchen wir für die Zukunft? Welche Verbindungen sind notwendig für eine gemeinsame, globale Identität? Künstler sind aufgefordert, zu interpretieren, wie Erbe die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart durch Geschichte, Kultur, Räume und Ideen fördert. Bei den für den Neupfarrplatz vorgeschlagenen Kunstwerken sollte es sich um projektionsbasierte Kunstwerke/Videomappings handeln.

Der Open Call richtet sich an professionelle Künstler und Kollektive, die mit dem Medium Licht arbeiten. Der Nachweis der Professionalität muss in Form eines Lebenslaufs mit Angaben zu öffentlichen Ausstellungen, realisierten Kunstwerken im öffentlichen Raum und/oder einem Abschluss an einer Hochschule im Bereich der bildenden Kunst erbracht werden. Im Fall eines Künstlerkollektivs muss mindestens einer der Teilnehmer die oben genannten Bedingungen erfüllen.

Neben bildenden Künstlern kann das erweiterte Team auch Komponisten, Schriftsteller, Lichtdesigner, Architekten und Personen aus ähnlichen Bereichen umfassen. Die Bewerbungsunterlagen sollen belegen, dass sie in der Lage sind, an groß angelegten Installationen auf Festivals oder ähnlichen künstlerischen Veranstaltungen zu arbeiten.