Von Regensburg zu Rock im Park nach Nürnberg – und zurück

Viele Menschen sind derzeit mit Isomatte und Rucksack zu sehen. MZ-Redakteur Jürgen Scharf erinnert sich in der Kolumne „Rengschburg mit allem“ an eigene Ausflüge.
Haben Sie auch welche gesehen? Menschen mit Isomatte in der Hand und großem Rucksack. Ich hab welche gesehen. Einige sogar. Bereits seit Donnerstag sind sie überall in Regensburg unterwegs. Sie steigen in Autos ein oder warten am Bahnhof. Und wo sie alle hinwollen, ist nicht schwer zu erraten: das Rock-im-Park-Festival in Nürnberg.
Musik, Camping, Party. Jedes Jahr im Frühsommer lockt die große Sause in Nürnberg zigtausende Menschen an. Auch ich bin früher oft hingefahren. Einige wundervolle Auftritte, die ich dort gesehen habe, werde ich nie wieder vergessen. Brandon Flowers mit seinen Killers, die White Stripes, die Chemical Brothers oder Weezer.
Ebenfalls auf ewig bleiben mir wohl aber auch einige surreale Szenen in Erinnerung, die sich auf dem Campingplatz abspielten. Zum Beispiel Menschen, die sich mit Klebeband an Lichtmasten befestigen ließen – und das (zumindest wirkte es so) durchaus angenehm und lustig zu finden schienen.
Nun bin ich gespannt, ob ich am Montag auch ein paar Heimkehrer in Regensburg entdecke. Dabei gilt natürlich die alte Faustregel, dass der Gesichtsausdruck zumeist das Gegenteil des Erlebten abbildet. Wer niedergeschlagen am Hauptbahnhof aussteigt, bei dem ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er ein wundervolles Wochenende erlebt hat, das nun leider vorbei ist. Wer dagegen mit breitem Grinsen daheim ankommt, dürfte sich einfach freuen, dass der Wahnsinn wieder vorbei ist – zumindest für ein Jahr.
