Wie sicher ist der Landkreis Cham? Polizei setzt weiter auf intensive Grenzkontrollen

Wie sicher ist der Landkreis Cham? Diese Frage steht alljährlich im Mittelpunkt des Sicherheitsgesprächs, bei dem Polizei und Landkreis Bilanz ziehen: Kriminalität, Unfallgeschehen und Aufklärungsquote kommen auf den Tisch. Dass der Landkreis Cham zu den sichereren Regionen zählt, wurde beim Treffen im Landratsamt am Mittwoch einmal mehr deutlich.
„Die Sicherheitsarchitektur im Landkreis Cham ist in der Tat gut aufgestellt“, resümierte Landrat Franz Löffler nach der Konferenz mit gut einem Dutzend Vertretern der Polizeiinspektionen sowie der Landes- und Bundespolizei. Bei den registrierten Straftaten liege der Landkreis unter dem oberpfalzweiten Durchschnitt, bei der Aufklärungsquote darüber. Löfflers Fazit: „Bei uns hat es ein Straftäter schwer.“
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Diese Entwicklung sei jedoch keineswegs selbstverständlich, sondern das Ergebnis konsequenter Polizeiarbeit. Die Einsatzkräfte verstünden es, „die innovativen, technischen und personellen Ressourcen“ bestmöglich zu nutzen.
Landrat appelliert an Bevölkerung
Um das hohe Sicherheitsniveau zu halten, appellierte Löffler auch an die Bevölkerung, sich weiterhin an geltende Regeln zu halten – insbesondere im Straßenverkehr. „Wenn ich mich richtig verhalte, kann mir beispielsweise eine Messstelle neben der Straße egal sein“, verdeutlichte er. Die Polizei leiste hier wertvolle Präventionsarbeit.
Bei uns hat es ein Straftäter schwer.
Landrat Franz Löffler
Landratsamt unterstützt Polizei seit Jahren
Auch das Landratsamt sehe sich als Teil der Sicherheitsarchitektur und unterstütze die Polizei seit Jahren, insbesondere bei der Bewältigung aktueller Herausforderungen. Dies betreffe etwa den Schutz von Großveranstaltungen, die in den vergangenen Monaten andernorts vermehrt Ziel von Angriffen geworden seien.
Veranstalter könnten auf die Unterstützung des Landkreises zählen. „Wir lassen die Veranstalter nicht allein“, betonte Löffler. Gleichzeitig gelte es, jede Veranstaltung individuell zu bewerten. Aber: „Es wird nicht passieren, dass deswegen eine Veranstaltung nicht stattfindet“, versicherte der Landrat.

Einblicke in die aktuellen Zahlen gab Polizeivizepräsident Thomas Schöniger. Die Aufklärungsquote im Landkreis Cham liegt bei 77,8 Prozent – ein Wert, der über dem bayerischen Durchschnitt liegt. „Vier von fünf Straftaten können geklärt werden“, sagte Schöniger. Im Vergleich aller bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte rangiert der Landkreis Cham damit auf Platz zwei.
Vier von fünf Straftaten können geklärt werden.
Polizeipräsident Thomas Schöniger
Immer häufiger Kinder und Jugendliche als Tatverdächtige
Zugenommen hat indes die Zahl von Kindern und Jugendlichen, die als Tatverdächtige in Erscheinung treten – eine Entwicklung, die laut Schöniger jedoch nicht nur den Landkreis betrifft. Erfreulich sei hingegen der deutliche Rückgang bei Diebstahlsdelikten. Mit einem Anteil von 17,8 Prozent an allen Straftaten sei dieser Wert deutlich niedriger als im bayernweiten Durchschnitt, der bei 25 Prozent liege.
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Auch die Straßenkriminalität, also Straftaten im öffentlichen Raum, ist rückläufig – ein weiterer Faktor, der das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung stärke.
Eine deutliche Zunahme gibt es hingegen bei Drogenfahrten. Dem begegnen die Sicherheitsbehörden mit verstärkten Grenzkontrollen. Gut fünf Monate nach Einführung der schärferen Maßnahmen entlang der Grenze zu Tschechien zieht Polizeihauptkommissar Martin Huber von der Bundespolizeiinspektion Waldmünchen ein erstes Fazit: „Die letzten drei Wochen haben gezeigt, dass die Maßnahmen Wirkung gezeigt haben.“
Allein zwischen 1. Januar und 7. Mai verhinderten die Beamten 232 unerlaubte Einreisen – 85 davon in den zurückliegenden drei Wochen. Im Fokus stehe dabei, Unberechtigte ins Nachbarland zurückzuweisen. Trotz eines generellen Rückgangs der Rauschgiftkriminalität stelle die illegale Einfuhr von Cannabis weiterhin einen Großteil der Grenzverstöße dar.
Illegale Migration weiter eindämmen
Für die reibungslose Organisation der Kontrollen sprach Landrat Löffler der Bundespolizei Anerkennung aus – der normale Verkehr könne weiterhin ungestört passieren. Der verstärkten Präsenz der Bundespolizei an der Grenze misst er große Bedeutung bei. „Die Erfahrungen zeigen, dass die Maßnahmen tatsächlich Wirkung zeigen“, sagte Löffler. So könne auch die illegale Migration wirksam eingedämmt werden.