Es fließt wieder Wasser: Berching saniert drei Brunnen in der Altstadt

Von Bernhard Neumayer · 16. Mai 2025 um 17:00

Vier Brunnen gibt es im Altstadtbereich Berchings. Nun ließ die Stadt drei der vier Brunnen gründlich sanieren. Wie viel das kostet und warum das nötig war, erklären Bürgermeister Ludwig Eisenreich und Christian König vom Bauamt.

Der schmucke Brunnen am Reichenauplatz wurde vergangenes Jahr vom Bauhof der Stadt abgebaut und danach von der Firma Metallgestaltung Pilz aus Reisbach im Landkreis Dingolfing-Landau fachmännisch restauriert. Der Brunnen war in einem sehr schlechten Zustand. Darüber hinaus floss auch kein Wasser mehr, teilen Eisenreich und König mit.

Deshalb hatte der Bauausschuss den Beschluss gefasst, den Brunnen erhalten und restaurieren zu lassen. Von den rund 46.000 Euro Gesamtkosten wurden 60 Prozent aus Städtebaumitteln gefördert, sagt der Bürgermeister.

Und weil der Brunnen in der Vorstadt vor dem Pfarrhof ebenso sanierungsbedürftig war, hat die Stadt auch diesen Brunnen mit Kosten von knapp 7000 Euro durch die Firma Tomas Mayer aus Pollanten ausbessern und verschönern lassen.

Firma Huber stiftete Brunnen vor dem Rathaus Berching

Der künstlerisch wertvollste Brunnen steht vor dem Rathaus. Es handelt sich um einen Zunftbrunnen, den die Firma Huber anlässlich ihres 125-jährigen Bestehens 1997 gestiftet hat. Der Weltmarktführer ist der Experte schlechthin für Wasser (und Abwasser). Den Brunnen weihte vor 28 Jahren Bürgermeister Albert Löhner mit zahlreichen Ehrengästen ein, unter anderem mit dem damaligen Neumarkter Stadtpfarrer Herbert Lang.

Der Brunnen vor dem Rathaus ist eine Hommage an die Leistungen, die ein aufblühendes Handwerk in der Stadt Berching vollbracht hat. Ein Handwerk, das sich aus dem Bürgertum entwickelt hatte, aufbauend auf Traditionen, geschützt und gefördert von den Bischöfen von Eichstätt.

Beim Zunftbrunnen der Firma Huber ist ein fester Sockel aus Jurastein die Grundlage und Auffangbecken für das Wasser, das aus dem Brunnen sprudelt. Die Stele, die sich aus dem Sockel erhebt, symbolisiert Türme und Mauern, die Berching umgeben. Die Figur des Bischofs erinnert an die Zugehörigkeit zu Eichstätt. Ein Hecht, das Wahrzeichen von Berching, gehört ebenfalls dazu.

Zunftbrunnen ist eine Hommage an das Handwerk

Ein Kupferschmied mit seinem Werkzeug, einem Treibhammer, in der Hand repräsentiert das Handwerk, das Berching prägte. Die Firma Huber hat bekanntlich ihre Anfänge vor über 150 Jahren als Kupferschmiede. Die Kupferschmied-Gasse in der Innenstadt erinnert noch daran.

Beim Zunftbrunnen sind außerdem noch zwei Treidelpferde und ein Wasserrad zu sehen. Das Rad erinnert an die treibende Kraft des Wassers. Das Wasser symbolisiert Leben, Bewegung, Verbindung. Dieser Brunnen aus Bronze besaß starke Kalksinterspuren.

Bronze ist eine komplexe Aufgabe, da die Metalloberfläche leicht beschädigt werden kann, teilt Johannes Pilz mit. Die Firma Pilz hatte den Zunftbrunnen abgebaut und nach getaner Arbeit wieder aufgebaut. Den Sockel und das Auffangbecken hatte der Berchinger Steinmetz Johannes Schimpl fachmännisch renoviert. Für die Anschlüsse sorgte die heimisch Firma Lieblein. Rund 14.500 Euro kostete alles zusammen.

Der vierte Brunnen steht am Dr.-Grabmann-Platz: ein Marienbrunnen, der noch in einem recht guten Zustand ist. Eisenreich und König stellten die Brunnen näher vor und sind wohl wie viele Bürger der Stadt der Meinung, dass diese Brunnen eine wichtige Einrichtung für die Stadt seien. Wie beide mitteilen, wird der Brunnen am Reichenauplatz vom Stadtbachwasser versorgt, die anderen drei Brunnen über Zisternen, gespeist aus Wasser der öffentlichen Wasserversorgung.