Initiative in Kelheim startet Unterschriften-Aktionen gegen Windräder und Solarparks

Kelheims Windkraft- und Freiflächen-PV-Kritiker wollen ihren Protest dokumentieren – und laden erneut zu einem Info-Abend ein.
Im Mai geht die geänderte Regionalplanung für Windkraft-Vorrangflächen in die Öffentlichkeitsbeteiligung. Dabei wollen auch die Kelheimer Windkraft-Kritiker Einwände erheben. Um ihre Standpunkte zu untermauern, starten sie eine Unterschriften-Sammlung. Genauer gesagt: zwei verschiedene. Auftakt dafür soll bei einem zweiten, öffentlichen Info-Abend sein.
Dieser ist für Donnerstag, 15. Mai, 19 Uhr, im Gasthaus Perzl in Lohstadt geplant. „Es ist wichtig, dass wir unseren Protest dokumentieren und vortragen“, betonen die Sprecher der Initiative „Heimat retten“ Florian und Michael Karl und Wolfgang Schneider.
Bürgern ein Update bieten
Die Mitglieder der Initiative treffen und besprechen sich regelmäßig im kleinen Kreis, sagt Kapfelbergs Ortssprecher Michael Karl.
Nun sei es an der Zeit, die Bevölkerung aus dem Bereich Kelheim und Sinzing über den bislang bekannten Sachstand zu informieren. Was hat sich seit der ersten Versammlung am 16. Januar getan, wie will man sich bei der Öffentlichkeitsbeteiligung im ergänzenden Verfahren des Regionalen Planungsverbands 11 einbringen und „wer stellt was, wie dar“. Darum soll es am 15. Mai in Lohstadt gehen, skizziert das Trio.
Seit Jahresbeginn fordert die Initiative „Heimat retten“ die Rücknahme der Planungen für die Windräder, die Investor Bögl nördlich von Kapfelberg ins Auge fasst, sowie auch die „Streichung weiterer Potenzialflächen“ der Kreisstadt für Freiflächen-PV in den nordöstlichen Ortsteilen.

Diese Forderungen hatten sie vor der April-Stadtratssitzung bei einem Treffen mit Kelheims Bürgermeister Christian Schweiger, CSU-Landtagsabgeordneter Petra Högl und Windkümmerin Lilli Wolff bekräftigt. Zudem erwarten die Vertreter der Initiative, dass die Stadt im nun anstehenden Beteiligungsverfahren eine negative Stellungnahme beim Planungsverband abgebe (wir berichteten).
Nach wie vor gehe es der Initiative um beide Aspekte: um Windkraft und das PV-Thema. „Wir sind nicht zufrieden mit dem, was zuletzt beschlossen worden ist“, sagen die Sprecher beim Treffen mit unserer Zeitung.
Gemeint ist das Votum im Kelheimer Stadtrat vom 24. Februar. Mit großer Mehrheit (19:4) kam das Gremium überein, dass Planungen von weiteren Solarparks in den nordöstlichen Kelheimer Ortsteilen erst einmal ausgesetzt werden, bis entschieden ist, ob dort Windräder gebaut werden oder nicht. Falls ein Windpark komme, sollen die Potenzialgebiete für Freiflächen-PV „ersatzlos gestrichen werden“. Aber nur dann. Sollten bereits in der Windpark-Planungsphase das Rathaus Anfragen von Investoren zu Solarparks erreichen, sollen Bauleitplanverfahren erst einmal abgelehnt werden.

Der Beschluss nach dem Schema „B kommt, wenn nicht A kommt“ spiele die Menschen gegeneinander aus, sagen Florian und Michael Karl und Wolfgang Schneider. Zumal immense Flächen, wie in Herrnsaal, angedacht seien. Die Eingriffe in die Flur wären gravierend, so die Initiative. Diese seien wichtige Flächen zur Naherholung und prägten die Landschaft.
Sinzing: Nichts mehr gehört
Zudem war im Februar im Stadtrat beschlossen worden, dass man mit der Nachbargemeinde Sinzing (Kreis Regensburg) eine gemeinsame Stellungnahme beim Planungsverband einreichen wolle, um auf die Belange der möglichen Windrad-Anrainer in Sachen Abstandsflächen hinzuweisen. „Aber gehört habe man seither dazu auch nichts mehr“, sagen die drei Männer.
Beim Infoabend in der kommenden Woche könnten die Besucher direkt unterschreiben – in zweifacher Hinsicht: für eine Petition an die Stadt Kelheim gegen Potenzialflächen für große Solarparks in den nordöstlichen Dörfern sowie für Einwände gegen die Vorranggebiete Windkraft beim Regionalen Planungsverband.
Bis zum Infoabend will die Initiative auch Flyer an die Haushalte verteilen. Auch hierbei finden sich die Unterschriftenlisten. Sie können dann auch später abgetrennt und im Original unterschrieben zurückgegeben werden, etwa im Gasthaus Perzl in Lohstadt, beim Kellner in Gundelshausen oder im Gasthaus Donaulände in Kapfelberg.
Ob nun auch eine Bürgerinitiative gegründet werde, wollte unsere Zeitung wissen. „Diese Frage sei nicht entscheidend“, antwortet Florian Karl. Wichtig sei, dass die Initiative sehr aktiv sei und dass diese immer noch großen Zuspruch in der Bevölkerung erfahre. Denn nach wie vor treiben beide Themen die Menschen in Kelheims nordöstlichen Dörfern um.
Des Weiteren appelliert die Initiative „an den Kelheimer Stadtrat, dass er die Entscheidung vom Februar revidiert, im Sinne des gesellschaftlichen Friedens“. Und dass die PV-Flächen vor einem möglichen Windpark gelöscht werden. Zumal im Kelheimer Hafen ein großer Carport-PV-Park viel Solarfläche im Stadtgebiet erzeugen werde.
Man versuche mit jedem Stadtrat im Gespräch zu bleiben, sagen die Initiativen-Sprecher. Bürger können Fragen auch per E-Mail los werden unter: Info-Energiewahnsinn@online.de