Im Regensburger Welterbezentrum gibt es endlich wieder ein Klo für die Besucher

Es war eine Farce, bei der die Abhilfe seit zehn Monaten auf sich warten ließ: Zwar kommen täglich bis zu 1000 Besucher ins Welterbezentrum im Salzstadel, die dortigen Toilettenanlagen konnten sie aber nicht benutzen. Jetzt geht das endlich wieder.
Dass Toiletten auch „stille Örtchen“ genannt werden, ist in Bezug auf den Salzstadel eine besonders treffende Bezeichnung. Denn so heimlich, still und leise das dortige WC im Vorjahr geschlossen worden war, ist jetzt wieder aufgesperrt worden. „Die Toilettenanlage im Salzstadel ist seit 26. April 2025 wieder für Besucherinnen und Besucher des Welterbezentrums sowie des Brückturm-Museums geöffnet“, teilt die Pressestelle der Stadt mit.
Damit hat die Klo-Farce zehn Monate nach ihrem öffentlichen Bekanntwerden ein Ende gefunden. Der missliche Zustand, dass für die täglich bis zu 1000 Gäste im Welterbezentrum kein WC zur Verfügung steht, hat sogar noch länger angedauert. Weil die für die Veranstaltungssäle im Salzstadel gebauten Sanitäranlagen nicht auf eine derart hohe Benutzerzahl ausgelegt sind, kam es zu einer häufigen Überbeanspruchung mit entsprechenden Verunreinigungen und daraus resultierenden Beschwerden. Mit der Schließung zog die Stadt sozusagen die Notbremse.
„Eine positive Neuigkeit“
Die Lösung des Problems zog sich in die Länge und war noch Anfang April nicht absehbar. „Die Toiletten stehen aktuell nach wie vor ausschließlich bei Veranstaltungen zur Verfügung“, lautete die Auskunft der Stadt, obwohl der Bedarf zu diesem Zeitpunkt wegen der Saisoneröffnung im Brückturm-Museum sowie der nahenden Osterferien wieder höher war.

Auch die mit der Misere ständig befassten Gästeführer und Mitarbeiter des Museums wussten damals nicht, ob und wann das Problem endlich aus der Welt geschafft werden würde. Nun wurde es doch noch zu einem frühen Zeitpunkt der Tourismus-Hochsaison geschafft. „Das ist ja mal eine positive Neuigkeit“, sagt dazu Andrea Gallersdörfer, die Vorsitzende vom Regensburger Gästeführer-Verband Kulttouren. Sie und ihre Kollegen wurden über die Öffnung der Toiletten in der vergangenen Woche informiert.
So ein Thema darf gar nicht erst auf den Tisch kommen und sich zu so einer Blamage für Regensburg auswachsen
Christian Janele, CSB-Stadtrat
Christian Janele erfuhr davon erst durch das Studium der Unterlagen für den nächsten Planungsausschuss. Der CSB-Stadtrat hatte das Thema im vergangenen Jahr auf die politische Ebene gehievt und immer wieder nachgefragt, zuletzt in der Plenumssitzung am 30. April. Hier bekam er von Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer die Antwort, dass eine Lösung gefunden und in Umsetzung sei. Dabei waren die Toiletten zum Zeitpunkt der Sitzung bereits seit vier Tagen wieder offen.
Janele hätte sich zwar eine frühere Information zu „seinem“ Anliegen gewünscht, gleichwohl begrüßt er das Ergebnis. „Schön, dass sich nach zehn Monaten endlich etwas getan hat“, sagt er, kann sich aber einen Seitenhieb bezüglich der Dauer des Prozesses nicht verkneifen: „Das hätte man doch auch innerhalb einer Woche lösen können. So ein Thema darf gar nicht erst auf den Tisch kommen und sich zu so einer Blamage für Regensburg auswachsen.“
Lösung ohne Überraschung
Tatsächlich enthält die jetzt gefundene Lösung nichts, was Janele oder die Gästeführer nicht schon im letzten Sommer propagiert hätten. „Die Öffnungszeiten orientieren sich an den Öffnungszeiten des Besucherzentrums Welterbe. Es wurde ein Turnus von einer Reinigung mehr pro Tag festgelegt“, lässt die Stadt wissen. Diese Regelung sei nach mehrmaliger Rücksprache der beteiligten städtischen Dienststellen sowie der Regensburg Tourismus GmbH (RTG) auf den Weg gebracht worden. Entgegen früherer Annahmen sei dafür kein neuer Vertragsabschluss zwischen Stadt und RTG nötig gewesen.
Abschließend legt die Stadt Wert auf die Feststellung, dass es sich bei der Anlage im Salzstadel um keine öffentliche Toilette handle und diese nur den Besuchern von Welterbezentrum und Brückturm-Museum zur Verfügung stehe. Nichts Neues für Gästeführerin Gallersdörfer: „Das haben wir den Leuten gegenüber sowieso schon immer so kommuniziert.“