Neuer Vorstand und große Pläne: Wackersdorfer Fischereiverein startet wieder durch

In den vergangenen Monaten ist es still geworden um den Wackersdorfer Fischereiverein. Als Gemeinschaft traten die Mitglieder öffentlich nicht mehr in Erscheinung, auch das traditionelle Fischerfest fiel zuletzt aus. Das soll sich nun wieder ändern. Der Verein hat kürzlich seine Jahreshauptversammlung abgehalten und neu gewählt. Franz Neugebauer hat jetzt das Ruder übernommen und ein motiviertes Team um sich geschart. Die Zeichen stehen auf Neustart.
Und den braucht es offenbar auch. Immer wieder lassen die Mitglieder der neuen Vorstandschaft beim Pressegespräch durchsickern, dass unter der alten Führung zuletzt nicht alles glatt gelaufen sei. Bereits im März hat sich Neugebauer selbst in seiner Funktion als Starkbierredener beim Wackersdorfer Starkbierfest einen öffentlichen Seitenhieb nicht verkneifen können. Von einer Jahresversammlung des Fischereivereins unter Security-Bewachung war die Rede. Alte Kamellen wollen der neue Vorsitzende und seine Kollegen aber nun nicht wieder aufwärmen. „Wir wollen das alles hinter uns lassen und neu durchstarten“, erklärt Neugebauer.
Neue Vorstandschaft will einiges verändern
Den Startschuss dafür hat die Jahreshauptversammlung gegeben, die nach längerer Pause am 12. April diesen Jahres im Wackersdorfer Schwimmbadcafé stattgefunden hat. Ein großer Teil der ehemaligen Vorstandschaft hatte laut Neugebauer bereits im Vorfeld angekündigt, die Posten zu räumen. „Wir haben uns vor der JHV dann schon zusammengesetzt, um über eine Nachbesetzung zu sprechen“, erinnert sich der neue Vorsitzende. Hier hat sich ein Team aus 16 Personen herauskristallisiert, die sich vorstellen konnten, dem strauchelnden Fischereiverein wieder in die Spur zu helfen. Somit war der Haupttagesordnungspunkt bei der Jahreshauptversammlung am 12. April, die Neuwahl der Vorstandschaft, dann auch schnell erledigt. Zuvor habe es laut Neugebauer einige teils kontroversen Diskussionen, unter anderem wegen Ungereimtheiten bei der Vereinskasse, gegeben.
Wir wollen das alles hinter uns lassen und neu durchstarten
Franz Neugebauer, neuer Vorsitzender des Wackersdorfer Fischereivereins
Letztendlich seien die „Unstimmigkeiten“ dann aber fallengelassen worden, um die „alte Ära“ abzuhaken und wieder neu durchzustarten. Pläne hat die frisch zusammengesetzte Vorstandschaft viele. Zwei Vorstandssitzungen wurden bereits abgehalten, wie einige Mitglieder beim Pressetermin unisono erzählen. Eine große Neuerung für die Zukunft betrifft den Bereich Digitalisierung. Die Mitgliedesbeiträge sollen nur noch per Überweisung oder Lastschrift übermittelt werden. Das soll eine saubere Kassenführung gewährleisten. Außerdem soll mit Hilfe einer neuen Vereinssoftware ein sauberes Vereinsregister erstellt werden. Dazu ist die Vorstandschaft auf die Stammdatenübermittlung der rund 130 Vereinsmitglieder angewiesen.
Der Internetauftritt soll ebenfalls überarbeitet werden - von einer eigenen Internetseite bishin zur Präsenz auf den gängigen Social Media-Kanälen. Auch die Jahreskarten, die zum Angeln an den beiden Vereinsgewässern berechtigen, sollen 2026 digitalisiert werden. Für heuer sind die Jahreskarten schon vollständig vergriffen, wie Neugebauer informiert. Es gibt aber eine Warteliste. Für die Ausgabe von Tages- bzw. Dreitageskarten ist die Gemeinde Wackersdorf zuständig.
Das Angeln soll wieder im Fokus stehen
Doch das ist bei Weitem nicht alles. Die neue Leitung des Fischereivereins will sich auch wieder auf die Kernkompetenz konzentrieren: das Angeln. „Dadurch wollen wir auch das Vereinsleben wieder fördern“, sagt Neugebauer. Ziel ist es, den Zusammenhalt unter den Mitgliedern zu stärken und so wieder gemeinsam Aktionen durchführen zu können, wie das traditionelle Fischerfest, das man wieder aus dem Dornröschenschlaf wecken möchte.
Mit dem Angeln gehen aber zwangsläufig noch weitere Aufgaben einher: die Gewässerpflege zum Beispiel oder die Instandhaltung von Angelplätzen. Der Wackersdorfer Fischereiverein hat drei Seen im Umkreis gepachtet: den Rauberweiher und den Edelmannsee als Angelgewässer sowie den Plätterweiher als Zuchtgewässer. Sollte der Verein weiter wachsen, wäre man auf der Suche nach weiteren Gewässern. Auch das Vereinsheim soll wieder auf Vordermann gebracht werden. Eine Inventur soll es ebenfalls geben, um einen Überblick über die vereinseigene Ausrüstung zu bekommen. Etwaige Neuanschaffungen sollen im aktualisierten Haushaltsplan berücksichtigt werden.
Die Jugend soll wieder zum Zug kommen
Einen weiteren großen Punkt in den Planungen nimmt die Nachwuchsarbeit ein. Die soll mit dem neuen Jugendleiter Felix Wilhelm einen Aufschwung erleben, der mit 22 Jahren auch der Jüngste in der neuen Vorstandschaft ist. Läuft alles nach Plan, sollen bald wieder die beliebten Jugendzeltlager angeboten werden.
Um über die vielen Pläne zu informieren, will der Fischereiverein über die Sommermonate eine Mitgliederversammlung einberufen. Auch die Satzung soll dann gemeinsam überarbeitet werden. Neue Gesichter sind immer gern gesehen.
Hintergrund: Die neue Vorstandschaft des Wackersdorfer Fischereivereins
Leitung: Der neue Vorsitzende ist Franz Neugebauer, sein Stellvertreter heißt Gerd Winterberger.
Kassier: Tobias Jäger übernimmt das Amt des Kassiers, er wird von Stefan Seidl vertreten. Die Kassenprüfer sind Horst Meier und Josef Scherl.
Schriftführer: Als Schriftführer fungiert Noah Meier, sein Stellvertreter ist Christian Düsedau.
Gerätewart: Sebastian Strasser wurde als Gerätewart gewählt, sein Stellvertreter heißt Thomas Pirnke.
Jugendleiter: Felix Wilhelm ist nun als Jugendleiter tätig, sein Stellvertreter ist Marcel Wohlrab.
Gewässerobmann: Der Gewässerobmann heißt Johann Strasser
Beisitzer: Florian Strasser, Philipp Braun, Andreas Bauer, Anton Selig, Roland Pottyka, und Waldemar Nietsch