Spöttische Breitseiten und lustige Anekdoten beim Starkbierfest in Wackersdorf

Von Max Schmid · 16. März 2025 um 15:18

„Das Starkbierfest gehört zu Wackersdorf wie der Knödel zum Schweinebraten, und es ist eines der größten im Landkreis Schwandorf“: Mit dieser Feststellung traf Bürgermeister Thomas Falter (CSU) den Nagel auf den Kopf. Die gut 600 Gäste in der Sporthalle waren begeistert.

Falter lobte in seiner Begrüßung die hervorragende Arbeit der Interessengemeinschaft der Vereine (IGV) im Vorfeld. Das Fest sei eine wunderbare Tradition, bei der das Miteinander in der Gemeinde sichtbar werde. Es brauche kein Singspiel und keinen Nockherberg, in Wackersdorf regle das „der Franz“ (Neugebauer) bodenständig und auf bayrische Art. Falters besonderer Gruß galt Bürgermeister Martin Tanzer und seiner Ehefrau Sonja aus der österreichischen Partnergemeinde Alberndorf. Mit dabei waren auch die Bürgermeister oder Stellvertreter aus den Nachbarkommunen, Andreas Wopperer, Harald Bemmerl und Albert Krieger.

Trachtenvereine führten Tänze vor

Die Brauerei Naabeck, die das Starkbier geliefert hatte, wurde durch Braumeister Eric Kulzer und Verkaufsleiter Michel Weiler repräsentiert. Kulzer informierte, dass der dunkle Naabecker Bock 16,5 Prozent Stammwürze und 6,4 Prozent Alkoholgehalt habe, 16 Wochen lang gelagert wurde und süßlich, kräftig und vollmundig schmecke. Um Essen und Trinken kümmerte sich das Eventmanagement Hauser. Für zünftige Musik sorgte die Neukirchner Blasmusik, für Unterhaltung die Trachtenvereine Stoapfälzer und Almenrausch mit Tanzvorführungen.

Fast pünktlich zapfte Bürgermeister Thomas Falter auf der Bühne das erste Fass mit nur zwei Schlägen an. IGV-Vorsitzende Karin Rossmann zollte allen am Auf- und Abbau beteiligten Vereinen ihre Anerkennung, insbesondere lobte sie das Engagement der Feuerwehr und des Bauhofs. Ihr Dank galt aber auch dem Ehepaar Annelies und Walter Buttler, die sich seit 33 Jahren für das Starkbierfest engagierten.

Wackersdorf: Paradies der Unterhaltung

Nach Musik- und Tanzeinlagen begrüßte Starkbierredner Franz Neugebauer die Gäste auf humorvolle Art: „Willkommen im Paradies Wackersdorf, in der Kathedrale der Unterhaltung“. Seinen Gruß entbot er natürlich in erster Linie allen „Eingeborenen“, aber auch den vielen „Zugereisten“ sowie MdL Martin Scharf aus „Vordertschechien“ und stellvertretenden Landrat Jakob Scharf aus „Oder-Ost“. Schmerzlich vermisste er die Vertreter der katholischen Kirche. Sein herzlicher Gruß galt deshalb dem evangelischen Geistlichen Stefan Drechsler.

Seine erste Breitseite richtete Neugebauer gegen Bundeskanzler Olaf Scholz, der lange nicht gemerkt habe, dass die Ampel nicht leuchte, sondern nur blinke. Das hohe Wahlergebnis der „Blauen“ im östlichen Teil Deutschlands und vor allem die rund 40 Prozent, die in Heselbach ihr Kreuzchen bei der AfD gemacht hätten, würden dem dem früheren Namen „Ostkolonie“ eine völlig neue Bedeutung geben.

Der Starkbierredner ging auch auf die von der Polizei angekündigten schärferen Kontrollen in der Region ein, weil es anscheinend einige nicht so ganz ernst nehmen würden mit Geschwindigkeitsübertretungen und dem Fahren unter Alkoholeinfluss. Er wolle deshalb künftig nicht mehr in der Presse lesen, dass ein Mitbürger aus der Gemeinde nach einer halbstündigen Verfolgungsjagd durch Polizeifahrzeuge und mit einem hohen Alkoholpegel gestoppt worden sei: „Des lass’ ma sein.“ Das „Sodom und Gomorrha“ in der Stadt Schwandorf war ebenfalls Ziel seiner Spitzen. „Wenn schon die Nutten flüchten, dann ist alles zu spät“, sagte der Franze unter Hinweis auf die angeblich schlechten Geschäfte der Sexarbeiterinnen.

Auch vom Vorstand der Feuerwehr, Florian Krettner, wusste er etwas zu berichten. Dessen Hochzeit fand auf einer Almhütte in Österreich statt, und als die Kameraden davon Wind bekommen hätten, hätten sie dort alle Eingänge mit Holzscheiten zugeschlichtet.

Die Geschichte mit dem Wackersdorfer Bauhof

Weitere Zielpunkte der humoristischen Angriffe waren das „Mikroklima“ im Sitzungssaal des Gemeinderates, die Jahresversammlung des Fischereivereins unter Security-Bewachung, und die vielen Baustellen im Gemeindebereich. Auch der Pächterwechsel im Schwimmbadcafé war Neugebauer nicht verborgen geblieben. Nun werde man nicht mehr auf Ukrainisch, sondern auf Griechisch begrüßt.

Letztlich blieb auch der Bauhof nicht verschont: Unter dem Motto „Spähen, Räumen, Streuen“ wurden mit dem Winterdienstfahrzeug Leitpfosten in der Industriestraße umgeräumt, und ein kleinerer Räumer sei vor dem Feuerwehrhaus gleich ganz umgekippt.

Der Trachtenverein Almenrausch präsentierte den Holzhackermarsch.