Diebstahlserie an den Ufern in Schwandorfs Süden: Mehrere Angler betroffen

Von Martin Kellermeier · 3. Mai 2025 um 19:00

Bei den Anglern im Stadtgebiet Schwandorf geht die Angst um. In der Nacht zum Samstag haben sich Kriminelle an ihrer teils mehrere tausend Euro teuren Ausrüstung bedient. Tatorte waren der Südsee und der Mühlfeldsee. Beide sind im Stadtsüden gelegen. Es gibt mindestens sechs Betroffene, darunter auch ein Schwandorfer Stadtrat.

SPD-Stadtrat Matthias Kuhn steht am Samstagnachmittag fassungslos an seinem Angelplatz am Mühlfeldsee, nicht weit von der Pferdesportanlage bei Büchelkühn entfernt. Seit er zehn Jahre alt ist, geht der heute 39-Jährige meist einmal die Woche zum Angeln, erzählt er. In der Nacht zum Samstag wollte er mit seinem Sohn Jonas (8) einen dicken Fang machen und unbeschwerte Stunden in der Natur verbringen. Ein Fisch wollte nicht anbeißen, dafür lockten sie Diebe an.

Auch in der Samstagnacht hatte Matthias Kuhn die Tür seines Mini-Vans geöffnet. Die Täter hat er dennoch nicht gehört. - Foto: Martin Kellermeier

Am Samstagmorgen musste Kuhn verdutzt feststellen, dass Unbekannte einen Teil seiner Ausrüstung gestohlen haben. Zwei Futtereimer, die er hinter seinem Mini-Van abgestellt hatte, waren weg. Der Wert: etwa 100 Euro. Kuhn wundert sich, dass die Diebe nur die Eimer mitnahmen. Denn Teile seiner Ausrüstung, darunter ein ferngesteuertes Futterboot, wären weit mehr wert gewesen.

Trotz offener Autotüre hatten die Täter Erfolg

Wer war es? Matthias Kuhn ist ahnungslos. Während die Täter kamen, lag er mit seinem Sohn im Mini-Van. Man ratschte, las Comics und schaute Anglervideos. „Wir haben trotz offener Türe nichts mitbekommen“, berichtet der SPD-Stadtrat. Auch ein Auto habe er nicht gehört.

Kuhn war nicht der einzige Angler in der Samstagnacht, der an den Gewässern des Angelsportvereins Schwandorf bestohlen wurde. Laut einer Sprecherin der Polizeiinspektion Schwandorf gingen insgesamt sechs Anzeigen ein, allesamt wegen Diebstahls. Die Geschädigten seien zwischen 33 und 50 Jahre alt.

Auch Jörg Jäger erstattete Anzeige bei der Polizei Schwandorf. - Foto: Martin Kellermeier

Auch Jörg Jäger aus Wackersdorf war bei der Polizei. Ihm fehlen eine Angelrute, ein Kescher, zwei Säcke Boilies und zwei Futtereimer. Der Schaden hier: 700 Euro. „Die waren mindestens zu zweit“, ist sich der 50-Jährige sicher. Er hat nun vorgesorgt und Infrarot-Bewegungsmelder aufgestellt.

Fürs Angeln kann man mittlerweile ein Vermögen ausgeben. Allein für ein ferngesteuertes Futterboot werden schnell 5000 Euro auf den Tisch gelegt. Die Fischer sind stolz auf ihre Ausrüstung. Wer mit ihnen spricht, erhält gern Auskunft. Viele gehen offen mit ihrem kostspieligen Hobby um. „Der Buchstabe G steht für Gönnen“, meinte einer aus dem Landkreis Regensburg. Die Ausrüstung in seinem Hänger habe einen Wert von mehr als 20.000 Euro.

Polizei Schwandorf bittet um Hinweise

Die Polizeiinspektion Schwandorf hat nach der Diebstahlserie nun die Ermittlungen aufgenommen. Insgesamt sei ein Schaden von 1380 Euro entstanden, teilte ein Polizeisprecherin am Sonntag mit. Alle sechs Taten hätten sich wohl zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens ereignet. Die Beamten bitten unter Tel. (09431) 43010 um Zeugenhinweise.

Jetzt hat man schon ein mulmiges Gefühl.

Matthias Kuhn

SPD-Stadtrat Matthias Kuhn ist bedrückt. Bislang freute er sich jedes Mal aufs Neue, gemütliche Abende an einem der Seen zu verbringen. „Jetzt hat man schon ein mulmiges Gefühl“, sagt er. Er überlegt nun, vorerst an die Naab auszuweichen. Dort war er mit seinem Opa Max schon immer gern.