Trotz Genehmigung: Ärztehaus am Brunnfeld in Schwandorf liegt vorerst auf Eis

Von Hubert Heinzl · 3. Mai 2025 um 05:00

Vor einem Jahr hat die VR Bank Regensburg-Schwandorf eine Bauvoranfrage für ein Ärztehaus am Brunnfeld bei der Stadt Schwandorf eingereicht – direkt neben dem Neubau, in dem das Geldinstitut nun residiert. Der Bauausschuss gab grünes Licht. Doch vorerst bleiben die Pläne in der Schublade.

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In der Bauvoranfrage, die dem städtischem Gremium im März 2024 vorgelegt wurde, ging es um ein Ärztehaus mit acht Praxen, einer Apotheke und einem Café, die die Volksbank Raiffeisenbank Bank Regensburg-Schwandorf an der Schwandorfer Peripherie ansiedeln wollte – mit bester Verkehrsanbindung durch die nahe Autobahn-Anschlussstelle Schwandorf-Mitte.

Um das Projekt auf einer Grundstücksfläche von rund 1600 Quadratmetern realisieren zu können, hatte die VR Bank gleich mehrere Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans „Am Brunnfeld“ beantragt. Vorgeschrieben war für das Gelände bis dahin eine Nutzung für Handel und Gastronomie, doch die Verwaltung hielt die Abweichung für vertretbar.

Der Bauausschuss folgte dieser Einschätzung, ebenso bei drei weiteren Befreiungen, die unter anderem die Gebäudehöhe sowie die Lage und Anzahl der Stellplätze betrafen. Von denen wollte die Bauherrin sogar mehr anlegen, als in der städtischen Satzung vorgeschrieben sind.

Alle Baugenehmigungen liegen vor

Einen Haken hatte die Sache allerdings noch: Das Vorhaben berührte die sogenannte Bauverbotszone auf einem 40 Meter breiten Streifen entlang der Autobahnauffahrt. Die Genehmigung stand daher nach Angaben der Stadtverwaltung unter dem Vorbehalt, „dass von Seiten des Fernstraßenbundesamtes keine Einwände erhoben“ würden. Inzwischen liegen aber alle erforderlichen Unterlagen für das Projekt vor, wie Vorstandssprecher Wolfgang Völkl von der VR Bank Regensburg-Schwandorf auf Anfrage erklärte. Die Genehmigung des Bauantrags durch die Stadt Schwandorf sei vor einigen Wochen eingegangen. Und vom Fernstraßenbundesamt gebe es eine mündliche Zusage, dass der Baumaßnahme an der Autobahn nichts im Wege stehe, so Völkl.

Am Projekt wird grundsätzlich festgehalten

An dem Projekt will das Geldinstitut mit den wichtigsten Standbeinen in Regensburg und Schwandorf deshalb grundsätzlich festhalten. „Das Ärztehaus wird sicherlich kommen in den nächsten Jahren“, so Völkl. Einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung gibt es nach seinen Worten aber nicht. Zunächst wolle man abwarten, wie sich die wirtschaftliche Lage in Deutschland entwickle – auch unter der neuen Regierungskoalition aus Union und SPD. Völkl wörtlich: „Wir wollen die Dinge gestalten, wenn die Zeit reif dafür ist.“

Ob interessierte Mediziner, mit denen die VR Bank nach Informationen unserer Zeitung bereits Gespräche führte, so viel Geduld aufbringen werden, steht allerdings dahin. Ein Schwandorfer Facharzt, der seine Praxis dringend erweitern will, erklärte, er habe „seit einem Jahr von dem Projekt nichts mehr gehört“. Gegenüber der MZ deutete der Mediziner an, dass er sich nun mit den Investoren auf dem Maschek-Gelände in Verbindung setzen wolle. Wie berichtet, sind auf dem Areal des ehemaligen Autohauses zwischen Regensburger Straße und Libourne-Allee unter anderem ebenfalls Arztpraxen geplant. Und auch dieser Alternativstandort im Stadtsüden ist für Patienten gut erreichbar.

Dialysezentrum hat keine Umzugspläne

Beim Dialysezentrum an der Breite Straße, das für eine Umsiedlung ins Ärztezentrum am Brunnfeld ebenfalls ins Gespräch gebracht worden war, winkt man gleich ganz ab. Kontakt mit der VR Bank habe es zwar gegeben, hieß es seitens der Nephrocare Schwandorf-Regenstauf GmbH, die in der Schwandorfer Innenstadt neben der Dialyse auch eine Facharztpraxis betreibt. Doch in den nächsten Jahren gebe es keine Pläne für einen Ortswechsel. „Wir haben nicht vor, auszuziehen. Und wir werden nicht ausziehen“, hieß es wörtlich auf Anfrage.