Fischotter bleibt eine Herausforderung – Teichgenossenschaft Oberpfalz beriet über Schutz der Gewässer

Von Ralf Gohlke · 11. März 2025 um 19:00

Der Oberpfälzer Karpfen gilt als Erzeugnis traditioneller Teichwirtschaft und genießt bereits seit über 20 Jahren als regionales Qualitätsprodukt den Schutz der europäischen Union.

Das bekräftigte unter anderem Konrad Bartmann, Geschäftsführer der Teichgenossenschaft Oberpfalz (TEGO) anhand des Zertifikates aus dem Jahr 2021, mit welchem dem Zweckverband die „Bescheinigung über die Herstellung von Produkten mit Schutzvermerk geschützte geographischer Angabe“, attestiert wurde.

Welche Gefahren für den Fortbestand der Teichwirtschaft nach wie vor im Raum stehen verdeutlichten die Redebeiträge, in Rahmen der Jahresversammlung im Hotel und Landgasthof Burkhard in Wernberg. TEGO-Vorsitzender, MdL Alexander Flierl (CSU), zeigte sich erfreut über die ansehnliche Zahl von Ehrengästen, die er vor Ort willkommen hieß.

Zu ihnen gehörte Hans Holler, Präsident des Fischereiverbandes Oberpfalz. Dieser bedankte sich für die Arbeit der Genossenschaft, die leider nicht immer „vergnügungssteuerpflichtig“ sei. Die Probleme seien einfach da und erforderten Lösungen, ohne sich auseinander dividieren zu lassen. Nötig sei vielmehr eine Stimme und eine gemeinsame Gangart. Dann, so hoffte er, werde die Oberpfälzer Teichwirtschaft noch lange Bestand haben.

Teiche am Leben halten

„Wir haben beide die gleiche Ausgangslage“, betonte Peter Thoma, Vizepräsident des Verbandes Bayerischer Berufsfischer und Vorsitzender des Nachbarbereiches Oberfranken. Die Mahnungen hätten bereits erste Früchte getragen, in dem mit der Entnahme von Fischottern begonnen werden könne. Er sah darin zumindest einen wichtigen ersten Schritt in die richtige Richtung, um die Teiche überhaupt am Leben halten zu können und verdeutlichte zudem, dass sich ein bewirtschafteter Teich nicht ohne weiteres einfach stilllegen ließe.

Stefan Kremb, von der Regierung der Oberpfalz im Bereich Landwirtschaft, zeigte sich nicht ganz glücklich darüber das die Thematik mit dem Otter, die seit 2014 bestehe, an den Umweltschutz übertragen worden sei. Balduin Schönberger vertrat das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Er erinnerte an die Bedeutung der Teichwirtschaft für die Kulturlandschaft der Oberpfalz. Für ihn war der Hinweis wichtig, dass ohne deren Pflege, eine Vielzahl von Lebensräumen zerstört würden.

Allein im Landkreis Schwandorf profitierten 61 Betriebe von den Förderprogrammen zum Vertragsnaturschutz. Gleichzeitig betonte er den Wert der Fischzucht zur Herstellung gesunder Nahrungsmittel. Den Fokus auf den Erhalt, die Förderung, Sicherung und Entwicklung der Teichwirt zu legen, war auch für Alexander Flierl das Wichtigste in seinem Kurzbericht.

Neben der Produktion der Fische spielten die Lebensräume für Insekten, Vögel und Pflanzen eine herausragende Rolle. Nicht unerwähnt ließ er die Rückhaltung von Wasser. Gerade der Klimawandel erfordere Strategien zur Wasserverfügbarkeit. Er begrüßte die Neuausweisungen von Programmen mit einem Volumen von drei Millionen Euro, die auch der Förderung zur Aus- und Weiterbildung von Teichwirten dienen sollen. Auch als Jäger betonte er deutlich, es ginge nicht darum einzelne Tierarten erneut an den Rand der Ausrottung zu bringen.

Entschädigungen gezahlt

Vielmehr müssten für alle verträgliche Lösungen gefunden werden. Der Fischotter habe mittlerweile in der Oberpfalz 90 Prozent Flächendeckung erreicht, für dessen Schäden im Vorjahr 2,2 Millionen Euro an Entschädigungen gezahlt werden mussten. „Das ist mehr als der Wolf bei der Weidewirtschaft anrichtet“, sagte Flierl. Derzeit würden gerade einmal 23 Otter für die gesamte Oberpfalz, in bestimmten Gebieten freigegeben, Einzellösungen seien nicht vorgesehen.

Der Vorsitzende begrüßte, dass viele Forschungsprojekte auch zur Verbrämung, liefen, um überhaupt verlässliche Zahlen zu erhalten. Letztendlich seien europäische Lösungen, wie beim Wolf, gefragt. „Mit Sicherheit brauchen wir eine langen Atem, um uns gegen die vielen Widerstände durchsetzen zu können, aber letztendlich sind wir Lobbyisten in einem guten Sinn“, schloss er.

Die Genossenschaft

Neuwahl: Für einen reibungslosen Ablauf sorgte Dr. Thomas, Fischereiberater der Oberpfalz.

Beiräte: Christian Bartmann (Fensterbach), Bernhard Feneis (Weiden), Franz Gebert (Pemfling), Matthias Graser (Tirschenreuth), Robert Schmalzl, (Hirschbach-Eschenfelden), Wolfgang Veigl (Kemnath), Michael Heberlein, (Oberviechtach) und Christian Grasse (Pilsach)

Vorsitzender Alexander Flierl (5. v. r.) und Geschäftsführer Konrad Bartmann (2. v. l.) präsentierten die neu gewählten Beiräte. Foto: Ralf Gohlke