Abgeordnete aus Schwandorf in neuen Posten eingeführt – Kaum Zeit zum Durchschnaufen

Von Jan Lange, Philipp Breu · 8. Mai 2025 um 05:00

Am Dienstagabend zur Parlamentarischen Staatssekretärin ernannt, begann für Martina Englhardt-Kopf (CSU) – kurz MEK – am Mittwoch bereits der Arbeitsalltag. Am Morgen war die Schwandorferin gleich in ihr neues Büro im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH) gekommen, um sich einen Überblick über ihre künftigen Aufgaben zu verschaffen und um sich mit Minister Alois Rainer (CSU) abzustimmen. „Wir wollen schnell arbeitsfähig sein“, sagt die 43-Jährige.

Sie habe die Mitarbeiter des Ministerium kennengelernt und sich mit ihnen ausgetauscht, blickt Englhardt-Kopf im MZ-Gespräch auf die ersten Stunden im neuen Amt zurück. Außerdem mussten, so die CSU-Politikerin, einige organisatorische Dinge geregelt und Termine abgestimmt werden.

Auf die Frage, ob sie ähnlich wie US-Präsident Donald Trump am ersten Tag gleich ein paar Dekrete unterschrieben habe, muss die Schwandorferin schmunzeln. Politische Entscheidungen seien in den ersten Stunden noch nicht getroffen worden, erklärt sie.

Man will schnell liefern

Auf die ersten Entscheidungen wird man aber nicht lange warten müssen. Der neue Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte versprochen, dass man schnell liefern werde. Dem kann die neue Parlamentarische Staatssekretärin im BMLEH nur zustimmen.

Deshalb war auch – trotz vorgerückter Stunde – die Ernennung der Staatssekretäre am Dienstagabend noch durchgezogen worden. Aus den Händen von Alois Rainer erhielt die 43-Jährige gegen 20 Uhr ihre Ernennungsurkunde.

Selbst danach merkte man Martina Englhardt-Kopf die Strapazen des Tages mit gescheitertem ersten Wahlgang bei der Kanzlerwahl, anschließenden Sondersitzungen der Fraktionen und dem zweiten Wahlgang am Nachmittag nicht an. Sie sei lange Nachtsitzungen gewohnt, erklärt sie.

Dankbar für neue Aufgabe

Sie werde „mit Respekt, Demut und in voller Verantwortung die neue Aufgabe übernehmen“, verspricht sie. Sie sei dankbar über ihre Ernennung zur Parlamentarischen Staatssekretärin. Martina Englhardt-Kopf ist seit 27 Jahren das erste Mitglied einer Bundesregierung, das aus der Oberpfalz kommt. Der letzte Oberpfälzer war Rudolf Kraus aus Schnaittenbach (Landkreis Amberg-Sulzbach), der von 1992 bis 1998 Staatssekretär im Bundesarbeits- und Sozialministerium war.

Wir wollen schnell arbeitsfähig sein

Martina Englhardt-Kopf

Martina Englhardt-Kopf beschäftigt sich aber weniger mit der Vergangenheit – sie blickt lieber in die Zukunft. Und das muss sie auch: Am ersten Tag im neuen Amt gab es vor dem Ministerium in der Wilhelmstraße eine Demo gegen Tiertransporte.

Das wird aber wahrscheinlich nicht das erste Thema sein, mit dem sie sich als Parlamentarische Staatssekretärin beschäftigt. Der Übergang im Landwirtschaftsministerium, das zuletzt von Grünen-Politiker Cem Özdemir geleitet wurde, sei reibungslos verlaufen, lobt Englhardt-Kopf. Im Haus gebe es eine große Unterstützung, so ihr Eindruck.

Ihr neues Büro im ersten Stock erscheint dagegen noch ziemlich grau und unpersönlich. Das soll sich aber in den nächsten Wochen ändern, meint die CSU-Politikerin. Ein Familienfoto soll künftig auf dem Schreibtisch stehen und auch der eine oder andere persönliche Gegenstand. Und ein Bild, das sie bei der Inklusionsmesse in Maxhütte-Haidhof geschenkt bekam, soll bald an der Wand hängen.

Noch sieht ihr Büro im Ministerium ziemlich grau und unpersönlich aus. Aber das soll sich bald ändern, kündigt die Schwandorferin an. - Foto: Jan Lange