Nach Kündigung von Pfarrer Brinkmann: So soll es nun in Maxhütte-Haidhof weitergehen

Für die Pfarreiengemeinschaft Maxhütte-Haidhof und Rappenbügl im Landkreis Schwandorf war es wie ein Paukenschlag: Steffen Brinkmann (41) verkündete in den Gottesdiensten am vergangenen Wochenende, dass er seinen Dienst als Pfarrer quittieren wird. Nun gibt es einen Plan, wie es vorerst ohne festen Pfarrer weitergehen soll.
Am Schluss der Gottesdienste am Samstag und Sonntag bat Brinkmann seine Gemeinde nochmals um Aufmerksamkeit und verkündete die überraschende Botschaft: „Ich trage mich schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken, mich beruflich und persönlich neu zu orientieren und habe deshalb den Herrn Bischof gebeten, mich ab Montag, 5. Mai, vom Dienst freizustellen.“
Der Bischof, so der 41-Jährige weiter, habe seiner Bitte entsprochen. Bei ihm bedankte er sich für die „vielen pastoralen Besuche hier am Ort“, diese hätten eine hohe Wertschätzung gezeigt. Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, versicherte der Geistliche: „Ich habe sie wohl überlegt und im Gebet erwogen.“
Pfarrer Brinkmann macht aus seiner Zukunft ein Geheimnis
Die Gemeinde bat er um Nachsicht. „Ich möchte versöhnt mit der Kirche, in der ich groß geworden bin und in der ich verwurzelt bleibe, gehen.“ Dazu, welchen Weg er künftig einschlagen wird, wollte sich Brinkmann aber nicht äußern.
Nun stehen in der Pfarreiengemeinschaft Maxhütte/Rappenbügl Veränderungen an. Wie Brinkmann bereits während der Gottesdienste verkündete, sollen die Pfarreien zum 1. September 2025 wieder mit einem eigenen Seelsorger besetzt werden.
Auf Anfrage der MZ teilte das Bischöfliche Ordinariat mit, dass die Personalbesetzung des Pfarradministrators in den kommenden Wochen „in den zuständigen Stellen intensivberaten“ wird. In der Übergangsphase, bis zum 31. August, hilft Pfarrer Thomas Meier aus.
Laut Internetseite der Pfarrei Regenstauf ist dieser als Pfarrer für Ramspau und Kirchberg sowie als Seelsorger bei den Regensburger Domspatzen im Einsatz. Hinzu kommen nun übergangsweise die Aufgaben des Pfarradministrators für die Pfarreiengemeinschaft Maxhütte/Rappenbügl. Laut einem Bistumssprecher haben die Gläubigen aus Maxhütte-Haidhof bereits am kommenden Wochenende die Gelegenheit, Meier kennenzulernen. Er wird die Gottesdienste am Samstag und Sonntag leiten.
Nicht nur die Sanierung der alten Pfarrkirche steht in Maxhütte-Haidhof an
Auf denjenigen, der ab Herbst fest auf Brinkmanns Platz rückt, warten herausfordernde Aufgaben. Eine davon ist die Sanierung der alten Pfarrkirche, die sich derzeit im Dornröschenschlaf befindet. Die Kirche ist baulich in einem solch schlechten Zustand, dass sie nicht mehr genutzt werden kann.
Im Februar erklärte Brinkmann im Gespräch mit der MZ, dass die Instandsetzung viel Geld kosten werde. Ein Bauprojekt, das mit ein bis zwei Millionen Euro zu Buche schlagen würde, könne sich die Pfarrei nicht leisten, so erklärte der Seelsorger damals. Auch im Bistum stünden die Zeichen auf Sparen.
Künftig auch eine Pfarreiengemeinschaft mit Leonberg und Pirkensee
Wie die Mittelbayerische bereits berichtet hat, soll künftig aus der Pfarreiengemeinschaft Maxhütte/Rappenbügl eine noch größere werden, hinzukommen sollen nun auch Leonberg und Pirkensee. Das dürfte den neuen Seelsorger ebenso beschäftigen.
Hinzu kommt die generelle Problematik, dass immer weniger Gläubige zum Gottesdienst in Maxhütte-Haidhof kommen. Dieser Trend zeigt sich schon beim Betreten der Pfarrkirche St. Barbara. Denn da erblicken die Gottesdienstbesucher zunächst einmal Stoffwände, die den hinteren Teil der Kirche abtrennen. Dennoch blieben am vergangenen Sonntag die ersten Reihen leer, auch die anderen waren spärlich besetzt. Diese Entwicklung gebe es – so erklärten Beobachter aus der Gemeinde – bereits seit vielen Jahren.