Jahresstart von ams Osram besser als erwartet: So blickt der Konzern auf US-Zölle

Der österreichisch-deutsche Licht- und Halbleiterhersteller ams Osram hat seine Profitabilität im ersten Quartal steigert. Bei einer Pressekonferenz hat Konzernchef Aldo Kamper unter anderem über das Thema US-Zölle gesprochen. Wie sehr belasten sie das Unternehmen, das auch ein großes Werk in Regensburg betreibt?
Es war ein Paukenschlag: „Das Schlüsselprojekt der microLED-Strategie wurde heute unerwartet storniert“, hieß es im vergangenen Jahr Ende Februar vom Licht- und Sensorhersteller ams Osram. Die Folgen reichten weit über den Jahresstart hinaus: Ende 2024 stand ein Rekordverlust für den Konzern. Am Mittwoch haben die Konzernverantwortlichen nun erneut auf die ersten drei Monate des Jahres zurückgeblickt. Der Apple-Schock – dem Vernehmen nach war es der US-Tech-Riese, der bei ams Osram storniert hatte – scheint überwunden. Der Konzern, der auch ein großes Werk in Regensburg hat, startete etwas besser als erwartet in 2025.
„In einem zunehmend schwierigen Marktumfeld haben wir geliefert“, fasste Vorstandsvorsitzender Aldo Kamper das erste Quartal bei einer Pressekonferenz am Mittwoch zusammen. Den „Turnaround“ habe man fortsetzen können. Zwar lag der Umsatz mit 820 Millionen Euro etwa drei Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Grund dafür sei unter anderem die schwierige gesamtwirtschaftliche Lage gewesen, sagte Kamper. Allerdings konnte das österreichisch-deutsche Unternehmen seine Profitabilität steigern. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag bei 135 Millionen Euro – im ersten Quartal 2024 standen hier noch 124 Millionen Euro. Auch die damalige Ebitda-Marge von 14,6 Prozent konnte ams Osram nun verbessern: auf 16,4 Prozent.
Vor allem Regensburg betroffen: ams Osram streicht 500 Stellen
Haupttreiber für den Anstieg sei die erfolgreiche Umsetzung des Sparprogramms „Re-establish the Base“, sagte Kamper. Das geht auch mit einem Stellenabbau einher: Im November hatte der Konzern angekündigt, 500 Jobs streichen oder verlagern zu wollen – viele davon in Regensburg. Zunächst sollten dort 142 Arbeitsplätze betroffen sein. Zuletzt sprachen Arbeitnehmervertreter von 133 Jobs, die im Regensburger Werk im Feuer stehen.
Der Stellenabbau, von dem vor allem deutsche Standorte betroffen sind, soll sich bis in das kommende Jahr hinziehen. Einen Teil davon könne man mit Altersteilzeit abdecken, hieß es am Mittwoch vom Unternehmen. Demnach spielen aber auch freiwillige Abgänge – unter anderem in Regensburg – eine Rolle.

Insgesamt liege man bei dem Sparprogramm „über Plan“, sagte Aldo Kamper. Daraus resultierende „grundlegende Verbesserungen“ lassen sich ihm zufolge auch im bereinigten Nettoergebnis für das erste Quartal ablesen: Die Kennzahl, bei der auch der stornierte Apple-Auftrag – ams Osram hatte dafür eine eigene Fabrik in Malaysia gebaut – eine gewichtige Rolle spielt, sank im Vorjahresvergleich von minus 35 auf minus 23 Millionen Euro.
Wie belasten die US-Zölle ams Osram?
Allerdings machte 2024 nicht nur der abgesprungene Großkunde dem Unternehmen zu schaffen. Unter anderem der schwache Autoabsatz – beispielsweise in Regensburg stellt ams Osram Halbleiter für die Branche her – setzte den Konzern unter Druck.
Auch im laufenden Jahr scheint es gesamtwirtschaftlich nicht wirklich bergauf zu gehen. Mit Blick auf höhere US-Zölle sagte Kamper, dass in den meisten Fällen die Kunden für die gestiegenen Kosten aufkommen würden. Man prüfe aber auch die Verlagerung von Fertigungslinien – zum Beispiel von China nach Malaysia. „Zum jetzigen Zeitpunkt schätzen wir die direkten Zusatzkosten durch die Zölle auf unser Geschäft als überschaubar ein“, sagte der Vorstandsvorsitzende. Fest steht aber: Sollte dadurch der weltweite Auto- oder Smartphoneabsatz allerdings einbrechen, wird auch ams Osram darunter leiden. Man beobachte aufmerksam, wie sich die Situation weiterentwickelt, sagte Kamper.
Zum jetzigen Zeitpunkt schätzen wir die direkten Zusatzkosten durch die Zölle auf unser Geschäft als überschaubar ein.
Aldo Kamper, Vorstandsvorsitzender
Ams Osram: Höhere Nachfrage bei Automotive-Halbleitern
Als das Unternehmen vor einem Jahr seine Zahlen für das erste Quartal präsentierte, war die Sache klar: Der Apple-Rückzieher macht einen positiven Ausblick unmöglich. Und nun? Für die Monate April bis Juni 2025 rechnet ams Osram mit einer verbesserten Nachfrage nach Halbleiterprodukten für die Autoindustrie. Grund dafür ist dem Unternehmen zufolge ein verbesserter Auftragseingang zu Jahresbeginn. Auch sonst zeigte sich Kamper am Mittwoch optimistisch. „Wir halten auch in unsicheren Zeiten Kurs“, sagte der Vorstandsvorsitzende, der seine Karriere bei Osram einst in Regensburg begonnen hatte.