Der Mietvertrag ist abgeschlossen: Die Aumühle in Abensberg bekommt einen Rewe-Markt

Von Lucia Pirkl · 16. April 2025 um 11:00

Auf dem Astaller-Gelände in Abensberg im Landkreis Kelheim wird sich ein Rewe ansiedeln. Schon 2022 unterbreitete der Investor der Stadt die Idee eines Supermarktes. Doch damals waren die Voraussetzungen noch andere.

Die Bewohner der Aumühle wird es freuen: Sie bekommen in den nächsten Jahren einen Supermarkt in Laufnähe. Ende März hatte der Stadtrat grünes Licht zur Errichtung eines Lebensmittelmarktes auf dem Grundstück des Mercedes-Autohauses Astaller gegeben. Der Mietvertrag ist indes auch schon unterzeichnet: Es soll sich ein Rewe-Markt ansiedeln. Es wäre damit der zweite Vollsortimenter in Abensberg. Wie sich das auf die Lebensmittelgeschäfte in der Innenstadt auswirken wird, wird sich zeigen.

Zwei sind einer zu viel

Leicht hatte sich der Stadtrat die Entscheidung nicht gemacht. Denn auch ein anderer Investor, dem das BayWa-Gelände in der Nähe der Regensburger Straße gehört, hatte seinen Hut in den Ring geworfen, plante auf seinem Areal ebenfalls einen Verbrauchermarkt. Zwei neue Verbrauchermärkte seien aber zu viel, so die Verwaltung.

Schon jetzt ist Abensberg mit Supermärkten eigentlich gut aufgestellt. Alleine in der Straubinger Straße befinden sich fünf Supermärkte. In Offenstetten, deren Bürger sich lange um einen Supermarkt bemüht hatten, ist seit einem knappen Jahr ein Penny. Im Nordwesten der Stadt in Richtung Sandharlanden hatte sich vor ein paar Jahren eine Norma-Filiale angesiedelt. Alle gängigen Discounter sind in Abensberg vertreten. Der Norden der Stadt, auch Pullach oder Arnhofen, sind mit dem Fairmarkt im BBW gut versorgt. Dazu kommen zahlreiche Einzelhändler.

Ein weiterer Supermarkt in der Aumühle, der sei schon lange Zeit ein Wunsch von Anwohnern in der Aumühle, wie beispielsweise Stadträtin Marion Huber-Schallner in der Stadtratssitzung sagte.

Pläne für einen Markt gab es zumindest von Investorenseite schon 2022. Damals hatte der Eigentümer des Astaller-Geländes laut einer Mitteilung das erste Mal mit der Stadt Kontakt aufgenommen, mit der Frage, ob ein Lebensmittelmarkt angesiedelt werden könne.

Die Stadt lehnte das damals ab, verwies auf die ausreichende Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs und darauf, mit einem neuen Markt in der Aumühle die innerstädtischen Markthalle Achtner mit angeschlossenem Supermarkt und den geplanten Pennymarkt in Offenstetten zu gefährden. Der Eigentümer stellte weitere Initiativen erst einmal zurück und beauftragte den Abensberger Projektentwickler Michael Speis mit der Entwicklung eines Konzeptes.

Speis untersuchte mögliche Nutzungen in Zusammenarbeit mit einer Marktforschungsgesellschaft. Es zeigte sich, dass nur wenige Nutzungsideen wirtschaftlich tragfähig waren.

Als dann die Markthalle Achtner mit dem kleinen Rewe-Markt in der Innenstadt schloss, wurden die Karten neu gemischt. Speis entwickelte ein Konzept bestehend aus einem neuen Lebensmittelmarkt, ergänzt mit 16 Wohneinheiten auf dem Nachbargrundstück. Bei der Wohnanlage hätte es sich um ein Wohnkonzept des Projektentwicklers „SenSo-Wohnungen für das Alter“ gehandelt. Vorgesehen wären unter anderem berührungsempfindliche Fußböden gewesen. Damit hätten Notfallsituationen erkannt und als solche an bis zu zehn Personen telefonisch gemeldet werden können.

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Der Stadtrat begrüßte dieses Konzept im Sommer 2024. Schlussendlich scheiterte das Projekt aber dann an der Grundstücksfrage, so dass der Projektentwickler das Konzept auf die Neuerrichtung des Lebensmittelmarktes reduzieren musste.

Die Stadt sah zwar weiterhin für die Neuansiedlung eines Lebensmittelmarktes keine Notwendigkeit. Projektentwickler Speis konnte jedoch darlegen, dass die Ansiedlung eines weiteren Marktes der Stadt nicht schade und für den Stadt-Süden und die Gemeinden im südlichen Einzugsbereich, zum Beispiel auch Biburg, durchaus wünschenswert sei.

Zwei Interessenten

Eine weitere Verkehrsbelastung könne für das Stadtgebiet ausgeschlossen werden. Auch die Stadt befasste sich intensiv mit den möglichen Folgewirkungen eines weiteren Lebensmittelmarktes.

Der Stadtrat folgte schließlich den Argumenten von Speis und stellte dem Grundstückseigentümer ergebnisoffen einen „Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan“ in Aussicht.

Interessenten für den neuen Supermarkt gab es währenddessen auch schon: Sowohl Rewe und als auch Edeka hatten bei Grundstückseigner Andreas Astaller angeklopft. Beide Unternehmen unterbreiteten ihm ein verbindliches Mietangebot. Astaller entschied sich schließlich zum Abschluss eines Mietvertrages mit der Firma Rewe.

Ein bisschen Geduld müssen die Einwohner der Aumühle noch haben: Speis geht davon aus, dass er eine Baugenehmigung in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung bis Mitte 2026 erreichen kann.

Ananas statt Autos:

Geschichte: 60 Jahre existierte das Mercedes Autohaus in Abensberg. 2016 wurde der Betrieb von Mercedes Astaller aus Schierling übernommen. Aufgrund der Umbrüche am Kfz-Markt und sich stetig ändernder Anforderungen der Automobilkonzerne an die Händlerschaft entschloss sich der Inhaber Andreas Astaller zur betrieblichen Konsolidierung. Der Betrieb wurde zum 31.Dezember 2024 geschlossen. Die Mitarbeiter erhielten das Angebot zur Weiterbeschäftigung in Schierling.

BayWa: Eigentümer Bernhard Seubert aus Straubing nahm die Absage für sein Vorhaben, unter anderem einen Supermarkt zu bauen, gelassen. Zu weiteren Plänen für das Areal kann sich Seubert derzeit noch nicht äußern.

Weitere Stimmen: Walter Tuscher, Vorsitzender von MiA bewegt, begrüßt zwar einerseits die Ansiedlung von Rewe, hat aber Bedenken, dass Bäcker und Metzger in der Innenstadt ein Nachsehen haben werden. Er appelliert an die Abensberger, auch an die Einwohner der Aumühle, dann dort weiterhin einzukaufen.

Die Offenstettener hatten sich lange einen Supermarkt gewünscht. Fotos: Abeltshauser
Die Straubinger Straße hat fünf Supermärkte und ist zu Stoßzeiten stark belastet.
Die Norma-Filiale wurde erst vor ein paar Jahren in Richtung Sandharlanden eröffnet.