Abbruch und Aufriss an Rennstrecke bei Kelheim: Vollsperre ab Juni – bis in den Herbst 2026

Innerhalb weniger Stunden war das alte Gebäude an der Rennstrecke zwischen Kelheim und Abzweigung Alling Geschichte. Das „Ottig-Gütl“ musste der Erneuerung der St2233 weichen. Die Trümmer werden noch über Wochen liegen. Indes steht nun der Zeitpunkt für den Beginn der lange währenden Vollsperrung der Strecke.
Hübsch war es nicht mehr anzusehen, das sogenannte „Ottig-Gütl“ mit der Anschrift Kelheimer Straße 72. Der Zahn der Zeit hatte sichtlich am Haus genagt, das im Jahr 1804 vom Kelheimer Leonhard Ott errichtet wurde. Ein Bagger machte das Anwesen am Dienstag, 2. April, binnen weniger Stunden platt, den Abbruch führte eine Firma aus Painten aus.
Das abgebrochene Dach- und Mauerwerk landete auf Halden und in Containern. „Die Entsorgung wird rund vier bis sechs Wochen dauern“, sagt Daniela Fuchs, Abteilungsleiterin für den Straßenbau im Landkreis Kelheim am Staatlichen Bauamt in Landshut.
Der Grund, dass der Bauschutt nicht umgehend beseitigt wird, liegt in einer Beprobung der Trümmer. „Gewisse Teile dürften sehr wahrscheinlich asbesthaltig sein“, erläutert Fuchs. Um das zu klären, ist ein Sachverständiger beauftragt, das abgebrochene Gemäuer und Gebälk zu untersuchen. „Sollte Asbest gefunden werden, werden diese Teile gesondert entsorgt“, sagt die Baurätin. Im Boden gehe man nicht von Belastungen aus. „Die obere Schicht wird ohnehin bis zur gewachsenen Erde abgetragen.“
Alle anderen Gebäude an der Strecke bleiben stehen
Weichen musste das Haus, weil im Zuge der Erneuerung der St2233 zwischen Kelheim (etwa ab Höhe Caritas-Krankenhaus St. Lukas) bis Abzweigung Alling auch ein Geh- und Radweg entsteht. Der Freistaat hatte das Gebäude bzw. das Areal zuvor erworben. Die Kosten kann Fuchs nicht nennen.
Jüngst gab es Vermutungen, dass wegen der neuen Trasse, die vor allem die gefährlichen Kurven entschärfen soll, weitere Anwesen oder Schuppen abgerissen werden. „Nein, das ist nicht der Fall. Das Ottig-Gütl bleibt das einzige“, erklärt Fuchs. Auch das Haus neben dem jetzt abgetragenen Gebäude wird nicht angerührt. „Wir reichen mit dem Geh- und Radweg nahe an einzelne Liegenschaften heran, aber abgerissen wird nichts mehr.“ Benötigte Flächen wurden angekauft.
Heuer bis in den Dezember hinein dicht
Die Baurätin kann nun auch den Beginn der Vollsperrung der Strecke für die Sanierung in etwa festmachen. „Im Mai wird das noch nicht passieren, wir gehen von Juni aus.“ Die Vorarbeiten dauerten noch an. Wie mehrfach berichtet wird die Rennstrecke im besagten Abschnitt über Monate gesperrt sein. „Heuer wird das bestimmt bis in den Dezember hinein der Fall sein“, sagt Fuchs. Die Abzweigung Alling bleibt in Fahrtrichtung Ihrlerstein bzw. in Gegenrichtung Frauenhäusl passierbar.
Auch im nächsten Jahr müssen sich die Verkehrsteilnehmer mit der Sperre anfreunden. „In 2026 steht der Bau des Kreisels an der Abzweigung nach Alling an.“ Die Verkehrsführung werde dafür erneut geändert, „mit einer zeitweisen Vollsperrung ist zu rechnen“.
Ein Kreisel in zwei Metern „Höhe“
Zum Kreisel verrät die Baurätin ein interessantes Detail: „Der Kreisverkehr wird rund zwei Meter höher liegen als die bisherige Abzweigung. Wir müssen uns der Topographie des Geländes anpassen.“
Erst im Herbst 2026 dürfte die Erneuerung des Abschnitts komplett abgeschlossen sein, sagt die Abteilungsleitern. Dann steht die neue Rennstrecke mitsamt Geh- und Radweg – und der Verkehr kann ungehindert fließen.