Abteilung umgestaltet: Wie Frey aus dem Kaufhaus in Bad Kötzting ein Modehaus macht

Von Christina Hainzinger-Feigl · 4. April 2025 um 19:00

Gerüchte sind nichts Neues für Helmut Hagner, Unternehmensleiter der Frey-Handelsgruppe. „Der Frey in Kötzting schließt, da kommt nur noch ein Lager rein“ zum Beispiel. Das Gegenteil ist der Fall: Frey glaubt an den Standort Bad Kötzting und investiert – gerade eben erst in die Abteilung DOB. Die in der Branche gängige Abkürzung steht für „Damenoberbekleidung“ (obwohl es dort natürlich auch Hosen zu kaufen gibt). Am Freitag ist die neu gestaltete Abteilung – nach wochenlangen Umbau-Maßnahmen während des laufenden Betriebs – offiziell eröffnet worden.

Hagner erinnerte daran, dass die Frey-Handelsgruppe das ehemalige Wanninger-Kaufhaus 2019 gekauft und seitdem sukzessive mit der Frey-DNA ausgestattet habe. Aus dem Kauf- werde ein Modehaus. Bei der Neugestaltung der Damenmode-Abteilung – „das Herzstück jedes Modehauses“ – sei zum ersten Mal in die Bausub-stanz eingegriffen worden. Die alte Deckenverkleidung wurde entfernt, jetzt kommt die Decke im Industrial Style daher. Helmut Hagner: „Anderswo wird bewusst so gebaut. Da sind wir ganz modern.“

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Was aber ist jetzt neu und anders in der Abteilung Damenmode? Zum einen wird dem Thema Tracht mehr Platz eingeräumt. „Das ist unser Alleinstellungsmerkmal in Bad Kötzting“, sagt Nino Ardolic, der das Kötztinger Modehaus leitet. Das Thema Tracht hat jetzt einen eigenen Bereich bekommen und ist nicht mehr wie vorher zwischen der übrigen Damenmode platziert. Außerdem, sagt Helmut Hagner, wird „der Trachten-Bereich ganzjährig bespielt“. Die mehr als 20 Marken werden jetzt in eigenen Shops präsentiert, die auf den ersten Blick voneinander unterscheidbar sind. „Jede Marke ist für sich erkennbar“ (Julia Pongratz, Visual Merchandising bei Frey).

Helles und modernes Ambiente

Elisabeth Strobl, Verantwortliche für den Einkauf Damenmode, ergänzt: „Die gefühlte Unordnung in der Abteilung wurde beseitigt, alles wurde neu angeordnet, alles ist jetzt logischer gegliedert.“ Strobl weist auch darauf hin, dass auch der Bereich große Größen ausgebaut worden sei. Stefanie König, Leitung Dekoration und Interieurdesign, nennt das neue Lichtkonzept, die neuen Sitzgruppen, Wandfarben und Tapeten (alles aus dem Frey Möbelhaus), die zusammengenommen für ein helles, modernes Ambiente sorgen. „Wohnliche Wohnzimmer-Atmosphäre“ nennt das Elisabeth Strobl.

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Der Unterschied zu vorher ist auch Bürgermeister Markus Hofmann gleich aufgefallen – „obwohl ich ja ein Stockwerk höher einkaufe, aber auf dem Weg dorthin hier immer durchgegangen bin“. Ihn begeisterte der unternehmerische Mut von Frey, die erneute Investition sehe er als „Bekenntnis zum Standort Bad Kötzting“. Carola Höcherl-Neubauer vom Stadtmarketing erinnerte daran, dass Frey in Bad Kötzting „dicke Bretter bohren musste. Aber mittlerweile sind Sie hier angekommen.“

Vorteil der Neugestaltung auch für Männer

Einen Vorteil bietet die umgestaltete Abteilung auch für die Männer, die ihre Frauen beim Einkauf begleiten: „Nicht selten schauen die sich jetzt die offene Deckenkonstruktion an und diskutieren über die Leitungen und Kabel“, sagt Julia Pongratz mit einem Augenzwinkern.