Frey investiert in das „Herzstück“ seines Modehauses in Bad Kötzting

Von Stefan Weber · 22. Januar 2025 um 15:00

Räumungsverkauf bedeutet nicht in jedem Geschäft etwas Gutes – beim Modehaus Frey in Bad Kötzting aber schon. Hier wird geräumt, um Platz für Neues zu schaffen, für „ein Erlebnis“, wie es Helmut Hagner, Geschäftsführer von Frey, und Nino Ardolic als Leiter des Hauses in der Stadt, ausdrücken.

2016 hat die Frey-Gruppe das Modehaus von der Wanninger-Gruppe übernommen. Auch, um zu wachsen und so auf dem immer härter umkämpften Markt weiter bestehen zu können, wie Hagner sagt. „Wir können nicht beeinflussen, was alle anderen neben uns machen“, sagt er: „Aber wir können um unser selbst Willen daran arbeiten, uns und die Innenstädte attraktiv zu halten.“

Größer, billiger oder besser?

Dazu gehöre in jedem der vier Modehäuser, die Frey betreibt (siehe Info), als „Herzstück“ die Damenabteilung – und genau die ist es, in der seit einigen Tagen gearbeitet wird. Während im größeren Teil der insgesamt 1200 Quadratmeter auf diesem Stockwerk der Räumungsverkauf läuft, um Platz zu schaffen, wird in mehreren Bauabschnitten an einem kleineren Teil gearbeitet. Hinter großen Planen versteckt sich die Baustelle, hinter der das Modehaus fast im Ur-Zustand in Erscheinung tritt. Kabel hängen von der Decke, Regale sind abgebaut.

Andere Beleuchtung (auch, um Energie zu sparen), Gestaltung, Aufteilung – „ich weiß, das kann mancher schon nicht mehr hören“, sagt Hagner, doch worum es bei allen Arbeiten, die immerhin Kosten im sechsstelligen Bereich verursachten, gehe sei, „ein Erlebnis zu schaffen und das in die Fläche zu bringen“. Mit Fläche sind dabei nicht nur die Modehäuser in den verschiedenen Städten in der Oberpfalz und in Oberfranken gemeint, sondern auch die Fläche im jeweiligen Haus an sich. (Verkaufs-)Raum, Sortiment und Mensch müssten ineinandergreifen, damit der Einkauf für die Kunden zum Erlebnis werden könne. Denn einfach nur billiger oder größer zu sein, das sei in einer Welt, in der „der nächste Einkauf nur drei Klicks entfernt“ sei, eigentlich gar nicht mehr möglich. Doch die persönliche Beratung, den Service hoch halten und damit einen emotionalen und kommunikativen Treffpunkt in der Innenstadt zu schaffen, das sei „die massivste Investition“, sagt Hagner. Darum werde aktuell nicht nur auf die optische Umgestaltung der Damen-Abteilung eingezahlt, sondern auch in die Mitarbeiter investiert. Vier Tage lang sollen diese in verschiedenen Workshops mit erarbeiten, wofür Frey in Bad Kötzting stehen, welche Identität das Haus haben soll.

Ein Bekenntnis zum Standort

In Summe alles ein klare Bekenntnis zum Standort Bad Kötzting, wie Hagner und Ardolic sagen. Ein Standort, in dem auch die Touristen eine entscheidende Rolle als Kunden spielen. Neben den Privat-Shoppings im Modehaus gebe es für die schon auch mal das Angebot, dass die Berater samt ausgewählter Ware in eines der Hotels kämen, mit denen Frey bereits Kooperationen abgeschlossen habe.

Ein Angebot, das zum Erlebnis und zum Service – zum Leitmotive eben – gehöre, und ein Konzept, das sich die Gruppe seit 2018 selbst gegeben habe und das aufgehe. „Wenn eine Urlauberin zu uns sagt, ,jetzt habe ich meinen Lieblings-Berater 500 Kilometer von meinem Wohnort entfernt‘, dann freut uns das – aber wir fragen uns auch: ,Was machen die dort verkehrt?‘“, wie Helmut Hagner sagt.

Eben nicht genauso, sondern anders zu sein, das sei der Anspruch des Modehauses auch in Bad Kötzting, und das brauche nun einmal einen neu gestalteten Platz für die Damen.

Die Frey-Gruppe und das Haus in Bad Kötzting

Historie: Die Frey-Unternehmensgruppe ist seit 1901 ins Handelsregister eingetragen und besteht somit seit über 120 Jahren.

Standorte: In Cham, Marktredwitz und Schwandorf gibt es Mode- und Möbelhäuser, in Weiden ein Möbel- und in Bad Kötzting ein Modehaus.

Bad Kötzting: Im März 2016 übernahm die Frey-Gruppe das Modehaus Wanninger in der Innenstadt. Aktuell sind hier 46 Mitarbeiter beschäftigt. Mit insgesamt rund 3000 Quadratmetern Fläche ist das Haus in Bad Kötzting das drittgrößte der insgesamt vier Modehäuser der Gruppe. Quelle: freyerleben.de

Auf der einen Seite der Plane läuft der Räumungsverkauf der Damen-Abteilung weiter ...
... während dahinter schon kräftig an der Neugestaltung gearbeitet wird.