Continental-Abspaltung: Name des neuen Unternehmens wird nicht in Deutschland vorgestellt

Continental will seine Automotive-Sparte als eigenständiges Unternehmen an die Börse bringen. Noch im April soll der Name des neuen Zulieferers verkündet werden. Die Mediengruppe Bayern hat erfahren, wann und wo das geschehen soll.
Das „Autoland“ Deutschland ist unter Druck: Dieses Jahr könnte China einer Studie zufolge das erste Mal mehr Fahrzeuge nach Europa exportieren als umgekehrt. Binnen weniger Jahre haben sich die Hersteller aus Fernost zu wichtigen Playern auf dem weltweiten Automarkt entwickelt. Davon wollen auch deutsche Zulieferer profitieren und sind deshalb stark in China präsent.
Continental wird nun sogar seine in diesem Jahr wohl aufsehenerregendste Pressekonferenz in der Volksrepublik abhalten: In Shanghai werden die Niedersachsen Ende April den Namen für das Unternehmen präsentieren, das durch die Abspaltung der Zulieferersparte des Konzerns entstehen soll.
Messe „Auto Shanghai“ startet am 23. April
Die neue Marke werde im Rahmen der Messe „Auto Shanghai“ vorgestellt, bestätigt eine Continental-Sprecherin der Mediengruppe Bayern. Bei der alle zwei Jahre stattfindenden Veranstaltung handelt es sich um eine der wichtigsten Messen der Automobilbranche. Dieses Jahr findet sie vom 23. April bis 2. Mai in der Wirtschaftsmetropole statt. Direkt am ersten Tag will Conti den Namen des durch die Abspaltung entstehenden Zulieferers präsentieren: Am Nachmittag werde dort eine Pressekonferenz stattfinden, teilt der Konzern mit.
Auf die Frage, warum genau die Marke des deutschen Unternehmens in China vorgestellt wird, reagiert Continental eher ausweichend. Soll damit die Bedeutung des asiatischen Markts unterstrichen werden? So könnte man zumindest die Antwort der Sprecherin deuten: „China ist der größte Automarkt der Welt und damit ein wichtiger Markt für die Autoindustrie sowie für Continental.“ Elf Prozent des Konzernumsatzes habe man im vergangenen Jahr in der Volksrepublik erwirtschaftet. Dafür hat das Unternehmen auch einiges an Geld ausgegeben: 2015 bis 2024 habe Continental über drei Milliarden Euro in China investiert, teilt die Sprecherin mit. Aktuell beschäftige man dort mehr als 17 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Zulieferersparte von Continental: Standorte in Regensburg und Ingolstadt
Continental ist aktuell dabei, sein Zulieferergeschäft, das in den vergangenen Jahren immer wieder rote Zahlen schrieb, als eigenständiges Unternehmen an die Börse zu bringen. Noch im September soll die Abspaltung vollzogen werden. Im März gab der Aufsichtsrat des Konzerns grünes Licht, am 25. April muss noch die Hauptversammlung zustimmen. Das gilt allerdings als Formsache, zumal – wie nun bekannt wurde − zwei Tage davor schon die Marke für das neue Automotive-Unternehmen präsentiert wird.
Wichtige Standorte hat die Zulieferersparte auch in Bayern – insbesondere in Regensburg und Ingolstadt. Auch dort spielen die China-Geschäfte des Konzerns eine Rolle. Schließlich würden sich unter anderem in der Technologie- und Produktentwicklung oder bei Produktionsprozessen Beschäftigte weltweit gegenseitig unterstützen und vom „globalen Engagement“ des Unternehmens profitieren, sagt die Sprecherin. „Diese enge Zusammenarbeit ermöglicht es uns, voneinander zu lernen und wertvolle Erfahrungen sowie innovative Ideen auszutauschen.“ Auch Regensburg und Ingolstadt seien in diesen „globalen Dialog“ vollumfänglich eingebunden.
