Noch keine Entscheidung über neues Gerätehaus für die FF Ebermannsdorf gefallen

Viele Mitglieder der drei gemeindlichen Feuerwehren Ebermannsdorf, Pittersberg und Diebis sowie zahlreiche weitere Zuhörer begleiteten erwartungsvoll die jüngste Sitzung des Gemeinderates Ebermannsdorf (Landkreis Amberg-Sulzbach). Das Thema: ein Sachstandsbericht zum Neubau eines Gerätehauses in Ebermannsdorf sowie die Genehmigung des Feuerwehrbedarfsplans. Doch entschieden wurde nichts.
Gleich zu Beginn monierte der Sprecher der CSL, FW und SPD-Fraktion, Johann Vornlocher (CSL), fehlende Unterlagen zu den Themen an, die er als wichtige Voraussetzung für eine Meinungsbildung ansah. Zum künftigen Feuerwehrgerätehaus sagte er, dass bereits bei der Gemeinderatssitzung am 25. Juni 2024 im nichtöffentlichen Teil der Standort für das neue Gebäude festgelegt worden sei. „Der Beschluss ist nicht aufgehoben worden und hat daher noch Gültigkeit“, so Vornlocher. „Da können wir dann die Sitzung gleich beenden“, erklärte er.
Bürgermeister Erich Meidinger (CSU) sagte, es gehe in der Sitzung nicht um eine Beschlussfassung für einen der beiden Standorte, sondern lediglich um Informationen für die weitere Vorgehensweise, die Machbarkeit und Fördergelder. „Da ist keine Sache dabei, die eine Geheimhaltung beinhaltet“, so Meidinger.
Unterlagen fehlten: Feuerwehrbedarfsplan konnte nicht fertiggestellt werden
Nicht abschließend entscheiden konnte der Gemeinderat über den Feuerwehrbedarfsplan. Der Bürgermeister erläuterte, bis zum Sitzungstermin sei von der Feuerwehr Ebermannsdorf dazu keine Meldung bei der Verwaltung eingegangen. Auch von der CSU-Fraktion habe niemand Informationen über die Stellungnahme der Feuerwehr erhalten, sagten die Gemeinderäte Günther Denk und Hermann Sturm. Andere Ratsmitglieder hätten hingegen bereits Informationen über dessen Inhalt bekommen, hörte man in der Sitzung. Die Genehmigung des Feuerwehrbedarfsplans wurde daher vertagt.
Meidinger informierte zusammen mit Bauamtsleiterin Anna-Lena Fruth über den zeitlichen Aufwand für diese Themen. Seit der ersten Kontaktaufnahme mit einem Projekttanten zur Erstellung eines Feuerwehrbedarfsplan, seit 30. April 2024, bis zur Sitzung des Gemeinderates an diesem 26. März waren es insgesamt 22 Termine, wie Schriftverkehr, Mails und Besprechungen. Und der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses war seit 30. Januar 2023 bis zur Sitzung insgesamt 29 Mal im Gemeinderat, mit den Feuerwehren, verschiedenen Fachstellen, Behörden und schließlich mit dem Landratsamt Gesprächsthema.
Auch ein Bescheid des Landratsamtes zu der Bauvoranfrage liegt noch nicht vor
Die Bauvoranfrage der Gemeinde für die beiden Feuerwehrhausstandorte in Ebermannsdorf war am 8. Oktober 2024 beim Landratsamt eingereicht worden. Einen Bescheid konnte Meidinger zwar zur Sitzung nicht vorlegen, aber es gab eine detaillierte Auflistung der bisher eingegangenen Stellungnahmen der Fachstellen, Vorgaben, Hinweise und Auflagen mit aktuellem Datum, die Anna-Lena Fruth vortrug. Laut Meidinger wird die Gemeinde Ebermannsdorf den Bescheid des Landratsamts in den nächsten Wochen erhalten.
Zwei Standorte sind für das neue Gerätehaus im Gespräch
Die von der Gemeinde beim Landratsamt angefragten Standorte für ein neues Gerätehaus liegen in der Nähe des jetzigen Gebäudes am Ortsende von Ebermannsdorf in Richtung Schafhof sowie beim früheren Tennisplatz in der Nähe der Erwegstub’n, wobei sich dieses Gelände bereits in Gemeindebesitz befindet.
Der geplante Standort am Ortsende von Ebermannsdorf in Richtung Schafhof wird von zwei Fachstellen als kritisch eingestuft. Die Regierung habe mitgeteilt, dass eine Förderung an diesem Standort ausgeschlossen sei, Der Grund: Die Zufahrt zum Grundstück sei bei einem Jahrhundert-Hochwasser nicht gesichert, da diese innerhalb des Überschwemmungsgebietes liege. Das bestätigte auch der bei der Sitzung anwesende Kreisbrandrat Christof Strobl. Es gehe demnach um fast eine halbe Million Euro an Fördergeldern, die der Gemeinde beim Bau fehlen würden. Ein weiteres Manko sei auch die Erstellung eines Lärmgutachtens zum Schutz der benachbarten Wohnbebauung sowie um Einschränkungen durch den benachbarten Wald mit Abstandsflächen wegen der Baumfallgrenze.
Der Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses auf dem ehemaligen Tennisplatz in der Nähe der Erwegstub’n ist nach derzeitigem Kenntnisstand genehmigungsfähig, so die Aussage des Landratsamtes. Für diesen Standort sind im Rahmen des baurechtlichen Gestattungsverfahren nur noch ein landschaftspflegerischer Begleitplan sowie ein artenschutzrechtlicher Fachbeitrag für Vögel und Fledermäuse vorzulegen.
So musste eine Entscheidung des Gemeinderats verschoben werden. Der Bescheid des Landratsamtes zur Bauvoranfrage und der komplette Feuerwehrbedarfsplan dürften wohl erst zum nächsten Sitzungstermin am Montag, 28. April, vorliegen.