Der Neubau des Ebermannsdorfer Gerätehauses verzögert sich weiter

Von Paul Böhm · 28. Mai 2024 um 15:00

Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses erhitzte erneut die Gemüter im Gemeinderat. Zu Beginn der Sitzung wurde entschieden, die Tagesordnung zu ändern: Die neuen Informationen von Fachstellen und Behörden zur Standortfindung wurden aus dem nichtöffentlichen Teil in den öffentlichen verschoben.

Bürgermeister Erich Meidinger (CSU) informierte, dass fachlich gesehen die Entscheidung über den Bau eines Gerätehauses immer noch nicht endgültig gefallen sei. Auf Anraten der Fachstellen sollte jetzt ein Feuerwehrbedarfsplan für die gesamte Gemeinde erstellt werden.

Der Fachberater für Brand- und Katastrophenschutz bei der Regierung der Oberpfalz habe die Gemeinde informiert, dass die Standorte bei den alten Tennisplätzen und am Ortsende von Ebermannsdorf in Richtung Schafhof als förderfähig angesehen werden könnten. Bei den Einsatzkräften hätten sich in den Bereichen Diebis und Pittersberg in den vergangenen Jahren die Zahlen verringert. Das müsse die FF Ebermannsdorf inzwischen mit auffangen.

Kann das Industriegebiet Schafhof ausreichend abgedeckt werden?

Es sei auch davon auszugehen, dass der abwehrende Brandschutz für das Industriegebiet Schafhof verbessert werden müsse. Mit beiden ins Auge gefassten Standorten könne das Industriegebiet aber künftig nicht mehr ausreichend abgedeckt werden, erläuterte Meidinger aus der Stellungnahme.

Bei den Fachstellen gebe es erhebliche Zweifel, ob ein Standort allein für die FF Ebermannsdorf mit den genannten Veränderungen im Gemeindegebiet noch ausreichend sei, habe das Amt für Öffentliche Sicherheit und Ordnung der Regierung der Oberpfalz geurteilt. Um beispielsweise auch die Anzahl der erforderlichen Stellplätze für das geplante Bauvorhaben und eine Einhaltung der Hilfsfrist beurteilen zu können, sei die Ausarbeitung eines Feuerwehrbedarfsplanes der Gemeinde notwendig.

Mögliche Erweiterung der Fahrzeughalle gleich bedenken

Von der Kreisbrandinspektion Amberg-Sulzbach und von Kreisbrandrat Christof Strobl kam die Aussage, dass mit dem neu angedachten Standort der Grundschutz nicht zwangsläufig besser erfüllt werde. Und letztlich sollte eine Fahrzeughalle immer so ausgestaltet sein, dass sie erweitert werden könne. Sonst stehe die Gemeinde in einigen Jahren wieder vor dem gleichen Problem.

Die Vorteile des Standortes 1 im Bereich der alten Tennisplätze seien dabei offensichtlich. Dementsprechend sollte mit der Feuerwehr ermittelt werden, ob mit dem neuen Standort 2 am Ortsausgang in Richtung Schafhof tatsächlich die Hilfsfrist wesentlich verkürzt werden könnte, so die Kreisbrandinspektion.

Vergleich der Kosten und der Feuerwehrbedarfsplan sollen abgewartet werden

Johann Vornlocher, Fraktionssprecher von CSL/FW/ SPD, warf ein, er wolle sich mit dem Vorschlag von Standort 2 keine Verzögerung vorwerfen lassen. CSU-Fraktionssprecher Günther Denk machte sehr deutlich, dass man sich über den Standort 1 bei den alten Tennisplätzen einig gewesen sei und dass dieses Jahr noch Baubeginn sein sollte. „Die Zeit drängt, wir müssen liefern.“

Gemeinderat Christian Elsner (FW) sprach von Versäumnissen und sein Kollege Peter Weishaupt (FW) verwies auf einen früheren Antrag der CSL/FW/SPD-Fraktion für einen Standort in der neuen Mitte. Um die Situation zu beruhigen sagten CSU-Sprecher Günther Denk und Hermann Sturm (CSU), dass man erst einmal einen Kostenvergleich zwischen „oben“ (alte Tennisplätze) und „unten“ (Ortsausgang Richtung Schafhof) anstellen und das Ergebnis einer Feuerwehrbedarfsplanung abwarten müsse. Eine Entscheidung wurde in der öffentlichen Sitzung nicht getroffen.

So stellt sich die Situation beim geplanten Neubau dar

In der Sitzung vom 25. März hatte der Gemeinderat darüber zu beschließen, unverzüglich einen Planer mit der Planung eines neuen Feuerwehrgerätehauses auf der Fläche der alten Tennisplätze zu beauftragen. Es seien dafür Angebote einzuholen. Der Baubeginn solle noch im Jahr 2024 erfolgen. Doch dieser Beschlussvorschlag der Verwaltung wurde mit den sieben Stimmen von CSL, FW und SPD in der Sitzung abgelehnt. Die sieben Gemeinderäte der CSU hatten sich dafür entschieden.

Standort 1, der Bereich der ehemaligen Tennisplätze, steht im Eigentum der Gemeinde und ist so gut wie eben. Die Fläche beträgt 4700 Quadratmeter, Abstandsflächen sind kein Problem, der Abstand zur Kreisstraße ist ausreichend, die Nachbarn sind weiter weg. Es gibt nur eine Gaststätte, die der Gemeinde gehört.

Das neu anvisierte Grundstück schräg gegenüber dem jetzigen Feuerwehrhaus (Standort 2) befindet sich nicht im Besitz der Gemeinde. Es handelt sich um eine Hanglage, Stützmauern wären erforderlich. Diese Variante stünde erst nach Kauf- oder Tauschverhandlungen und umfangreichen Erdarbeiten zur Verfügung. Ein Gemeinderatsbeschluss für offizielle Grundstücksverhandlungen liegt nicht vor. Das Grundstück ist 6500 Quadratmeter groß. Wegen der Baumfallgrenze von 15 Metern und dem erforderlichen Abstand zur Kreisstraße von etwa 15 Metern wären nur 3200 Quadratmeter bebaubar. Erweiterungsmöglichkeiten wären am Standort 2 nur eingeschränkt vorhanden