Standortdebatte beginnt von vorn: Neuer Vorschlag fürs Gerätehaus der FF Ebermannsdorf

Die Karten für den Feuerwehrstandort in Ebermannsdorf werden nochmals neu gemischt. Der Gemeinderat lehnte mit den Stimmen von CSL, Freien Wählern (FWG) und SPD den Standort bei den alten Tennisplätzen ab.
Überraschend wurde bei der jüngsten Sitzung im Berggasthof ein neuer Standort ins Spiel gebracht: ein Platz am Ortsende von Ebermannsdorf in Richtung Schafhof.
Seit geraumer Zeit suchen die Ebermannsdorfer einen Standort für ein neues Feuerwehrhaus. Letztlich hatte man sich mehr oder weniger auf den Platz bei den ehemaligen Tennisplätzen am Ortseingang durchringen können. Aufgrund der Mängel, die der Kreisbrandrat und die Kommunale Unfallversicherung Bayern festgestellt hatten, sollte noch heuer mit dem Neubau begonnen werden. Einige der Mängel können zwar ausgeglichen werden, aber eine ganze Reihe gravierender Probleme seien beim jetzigen Haus nicht in den Griff zu bekommen.
Eine neue Alternative hat sich eröffnet
So sollte in der jüngsten Sitzung darüber abgestimmt werden, dass unverzüglich mit den Planungen begonnen werde. Vorher wurden nochmals reichlich Argumente ausgetauscht. Dann aber brachten CSL, FWG und SPD einen weitere Standort ins Gespräch, der nicht mit der Gemeinde abgesprochen war.
Wie CSL-Sprecher Johann Vornlocher sagte, habe ihm der Eigentümer eines Grundstücks am Ortsende von Ebermannsdorf in Richtung Schafhof bei einem Gespräch signalisiert, dass dort das Projekt umgesetzt werden könnte. Den Standort bei den alten Tennisplätzen bezeichnete er als „Variante mangels Alternative“ – und das könne man jetzt ändern.
Bürgermeister Erich Meidinger (CSU) sagte, dass dieser neue Standort nicht nur Kosten für den Grunderwerb bringe, sondern auch für massive Erdbewegungen. Im Hinblick auf den Haushalt 2024 und den Investitionsplan für die Jahre bis 2027 sei dies neben den laufenden Baustellen nicht zu stemmen. Zudem wären für dieses Grundstück erst Planungen zur Umsetzbarkeit nötig.
Keine Entscheidung auf Biegen und Brechen
Gemeinderat Christian Elsner (FWG) bezeichnete den Standort bei den alten Tennisplätzen als nicht ideal. Er und Gemeinderat Peter Weishaupt (FWG) führten vor allem Sicherheitsbedenken wegen der vorbeiführenden Kreisstraße an. Weishaupt brachte dann auch nochmals die Neue Mitte in die Diskussion. Er meinte, dass man noch Zeit brauche, um zu entscheiden, und nicht „auf Biegen und Brechen“ im Bereich der alten Tennisplätze bauen müsse.
Gemeinderat Hermann Sturm (CSU) sprach von einem guten Standort bei den alten Tennisplätzen. Günther Denk (CSU) legte nach, es sei nicht mehr nachzuvollziehen, warum man den Neubau auf diesem Gelände jetzt wieder in Frage stelle. Und Gemeinderätin Julia Meidinger (CSU) sagte, dass auch die Feuerwehrführung den Standort als gut eingestuft habe. Kommandant Christian Gresser hatte dies in der Sitzung nochmals entsprechend dargelegt.
Der Bürgermeister wies mit Blick auf die festgestellten Mängel und die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften darauf hin, dass die Zeit dränge. Man sollte unverzüglich mit dem Neubau beginnen.
Bei der abschließenden Abstimmung zum Bau am geplanten Standort bei den alten Tennisplätzen sprach sich die Fraktionsgemeinschaft von CSL, FWG und SPD dagegen aus. Die sieben Mitglieder der CSU- Fraktion stimmten für diesen Standort. Das Ergebnis von 7:7 bedeutete die Ablehnung des Standorts.
Die Mängelliste des aktuellen Gerätehauses ist lang
Für die weitere Benutzung des jetzigen Gerätehauses hat die Gemeinde eine umfangreiche Beschlussfassung zur Mängelbeseitigung vorgelegt. Kritikpunkte waren unter anderem, dass die Stellplätze für Privatfahrzeuge und der Zugang zum Feuerwehrhaus Risikobereiche seien und das Ausrücken nicht ohne Rangieren möglich sei.
Als weitere Unfallgefahr waren die Verkehrswege in der Fahrzeughalle benannt worden, mangelnde Umkleidemöglichkeiten, die Lagerung von Ersatzkleidung sowie der Werkstatt- und der Sanitärbereich wurden ebenso angekreidet. Die Gemeinde könne aber nur einige Punkte entschärfen. Wie man hörte, könnten bei Schadensfällen Regressansprüche an Bürgermeister und Gemeinderäte geltend gemacht werden. Dem Konzept stimmten alle Mitglieder des Gemeinderates zu.