Nittenaus Bürgermeister äußert sich zu Baugebiet Annahaid: Planungen ruhen vorerst

Von Cornelia Lorenz · 27. März 2025 um 15:09

Wie geht es mit dem Wohngebiet Annahaid in Nittenau (Landkreis Schwandorf) voran? Diese Frage beschäftigt seit Monaten zahlreiche Anwohner. Nun hat Bürgermeister Benjamin Boml (FW) die Stadträte über den Sachstand informiert. „Wir werden die weiteren Planungen aktuell zurückstellen. Es besteht noch viel Nachweis- und Klärungsbedarf“, lautete sein Fazit.

Bei der Sitzung am Dienstagabend blickte der Rathauschef zunächst auf die Entwicklungen der vergangenen Jahre zurück. Im November 2022 habe der Nittenauer Stadtrat beschlossen, für das knapp vier Hektar große Waldgrundstück am Annahaidweg einen Bebauungsplan aufzustellen und den Flächennutzungsplan zu ändern, um dort eine Wohnbebauung zu ermöglichen. Im Januar 2022 seien im Stadtrat mehrere Varianten für die Gestaltung des neuen Baugebiets vorgestellt worden. Fünf Monate später habe man im Gremium den Billigungs- und Auslegungsbeschluss gefasst.

Wie Boml weiter erklärte, seien im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung im Sommer 2022 bei der Stadt 25 Stellungnahmen eingegangen, darunter 18 von Behörden und Trägern öffentlicher Belange. Den Worten des Rathauschefs zufolge wurden vor allem Sorgen wegen steigender Verkehrsbelastung und der Rodung des Waldes geäußert. Auch seien Bedenken angemeldet worden, ob der Bedarf für ein neues Baugebiet im Außenbereich von Nittenau tatsächlich vorhanden sei – besonders angesichts vorhandener Baulücken im Innenbereich.

Zwei parallele Verfahren laufen in Nittenau

Wie Boml den Stadträten weiter erläuterte, habe man in Nittenau derzeit außerdem eine Sonderkonstellation: Die Stadt lasse gerade auch einen neuen Flächennutzungsplan erstellen, so dass dieses Verfahren und jenes für das Baugebiet Annahaid ineinandergreifen würden. In Sachen Flächennutzungsplan wurde die Öffentlichkeitsbeteiligung im Januar 2025 abgeschlossen. Dabei erhielt das Nittenauer Rathaus 41 Stellungnahmen. Die zentrale Forderung an die Stadt laute, Innenentwicklung müsse vor Außenentwicklung betrieben werden, sagte der Bürgermeister. Außerdem müsse die Stadt den Bedarf für ein neues Baugebiet nachweisen.

Hierzu machte Boml den Räten seine Position deutlich. „Wir wissen, dass der Bedarf da ist. Meines Erachtens kann man ihn auch sehr gut begründen“, sagte er und verwies auf das prognostizierte Bevölkerungswachstum für Nittenau: Bis 2040 werde man bei der Einwohnerzahl um gut zehn Prozent zulegen. Deshalb benötige man bis dahin in Summe knapp 200 neue Wohnungen.

Zu viele Flächen ausgewiesen

Allerdings, so betonte Boml auch, könne man eine Sache nicht außer Acht lassen. „Wir haben das Problem, dass in den vergangenen Jahrzehnten zu viele Flächen ausgewiesen wurden“, sagte er und nannte dabei als konkretes Beispiel das Baugebiet Nittenau-Süd III mit seinen freien Flächen. In Summe gebe es in der Stadt viele Grundstücke, die in Privatbesitz seien und auf die Bauwillige keinen Zugriff hätten.

Was also nun tun in Sachen Baugebiet Annahaid, wo angedacht ist, Parzellen für bis zu 40 Einfamilien- und zwölf Doppelhaushälften zu schaffen? Ende April soll es laut Boml einen Gesprächstermin der Verwaltung mit Vertretern des Planungsbüros TB Markert geben, das am neuen Flächennutzungsplan der Stadt arbeitet.

Erneut Gespräch suchen

Dieses Gespräch soll Klarheit darüber bringen, ob die Stadt erneut mit privaten Grundstückseigentümern Gespräche suchen soll, um den Bedarf für das Baugebiet Annahaid nachzuweisen zu können. Auch mit der Regierung will die Stadt nochmals Kontakt aufnehmen.

Voraussichtlich im Mai soll dann der Stadtrat die eingegangenen Stellungnahmen zum Baugebiet Annahaid in öffentlicher Sitzung behandeln. Bis dahin werde die Verwaltung die Planungen für das neue Baugebiet vorerst ruhen lassen, so Bomls Fazit. Von Seiten der Stadträte gab es zu seinen Ausführungen keine Reaktionen.