Nittenauer Stadtrat hält an Kurs fest: Grünes Licht für Windräder am Schwarzer Berg

Zwei Stadtratsentscheidungen zu den geplanten Windrädern am Schwarzer Berg haben am Dienstagabend eine Menge Zuschauer in den Nittenauer Rathaussaal gelockt. Gegner des Projekts waren am Ende enttäuscht: Die Räte gaben dem Vorhaben trotz einiger Bedenken grünes Licht – und lehnten außerdem einen Antrag des Vereins Erholungsregion Regental ab.
Doch zunächst war Alexander Bromberger von der Firma „Wust – Wind und Sonne“ aus Markt Erlbach an der Reihe und stellte die Pläne für die drei Anlagen der Bürgerwindenergie Nittenau GmbH in groben Zügen nochmals vor. Konkret geht es um drei Windräder mit einer Gesamthöhe von jeweils 261 Metern, einem Rotordurchmesser von 172 Metern und einer Nennleistung von 7,2 Megawatt pro Anlage. Man hoffe auf den Baubeginn Ende 2026 und die Inbetriebnahme der Windräder Anfang 2028, sagte Bromberger.
Erste Schritte im Jahr 2012
Er erinnerte die Räte außerdem an die Historie des Projekts. Bereits 2012 habe es für den Standort am Schwarzer Berg erste Planungen und Windmessungen gegeben. Im Mai 2022 habe man das Projekt in öffentlicher Sitzung dem Nittenauer Stadtrat vorgestellt. Dabei sei der einstimmige Beschluss gefallen, das Areal als Windvorrangfläche an den Regionalen Planungsverband zu melden, so Bromberger weiter. Im Juli 2023 habe der Stadtrat dem Vorhaben einstimmig das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Derzeit laufe das Genehmigungsverfahren am Landratsamt.
Wie Bromberger weiter erläuterte, halte die Untere Naturschutzbehörde für das Projekt eine Umweltverträglichkeitsprüfung für erforderlich. Dadurch werde eine Beteiligung der Öffentlichkeit am Verfahren nötig. Hier sei man mit der Behörde aber noch in der Diskussion, so Bromberger.
FW-Rat fordert Beteiligung der Öffentlichkeit
FW-Stadtrat Florian Doll hatte eine Menge kritischer Nachfragen vorbereitet. Er ist selbst Mitglied im Verein Erholungsregion Regental, dessen Mitglieder den Bau von Windrädern am Schwarzer Berg verhindern wollen. Es sei wichtig, dass die Öffentlichkeit in den Genehmigungsprozess einbezogen werde, forderte Doll. Darüber hinaus äußerte der FW-Mann ausführlich seine Sorgen um Flora und Fauna im Regental, besonders um die Fledermauspopulation und bedrohte Vogelarten wie etwa den Wespenbussard.
Darüber hinaus wies Doll auf Gefahren für das angrenzende besonders schützenswerte FFH-Gebiet und Gutachten hin, die noch nicht vorlägen. Er forderte außerdem, die drei Windräder am Schwarzer Berg nicht isoliert zu sehen, sondern in Zusammenhang mit den weiteren neun in der Region geplanten Anlagen. „Mir fehlt hier die ganzheitliche Betrachtung“, kritisierte Doll.
Sein Fraktionskollege Gunther Stangl erklärte, angesichts vieler offener Fragen sei es wohl am besten, die Entscheidung über das Projekt am Schwarzer Berg zu vertagen. Bürgermeister Benjamin Boml (FW) entgegnete, dies sei keine gute Idee. Man habe die Frist für die Stadtratsentscheidung, beim Landratsamt bereits einmal verlängert und müsse nun reagieren – sonst gehe die Behörde davon aus, dass die Stadt Nittenau sich nicht äußern wolle.
Ein Zeichen für grüne Energie setzen
Albert Meierhofer (CSU) appellierte daraufhin eindringlich an seine Ratskollegen. Bereits zweimal habe der Nittenauer Stadtrat das Projekt einstimmig befürwortet – und die Firma habe seitdem bereits eine Menge Geld und Arbeitskraft investiert. Nun solle das Gremium bei seinem Kurs bleiben und ein Zeichen für die grüne Energie setzen, auch wenn der Standort vor der eigenen Haustür liege. Scherzhaft fügte er hinzu: „Vielleicht wäre es einfacher gewesen, ein kleines Atomkraftwerk hinzustellen.“
Bürgermeister Boml berichtete den Räten außerdem, dass kürzlich eine Besprechung mit dem Regenstaufer und dem Maxhütter Bürgermeister, Landräten sowie Vertretern der Regierung der Oberpfalz stattgefunden habe. Dabei habe er erfahren, dass der Regionale Planungsverband der vom Nittenauer Stadtrat beschlossenen Rücknahme der Windvorrangfläche am Dachsbau wahrscheinlich folgen werde – diesen Schritt beim Schwarzer Berg aber wohl nicht mitgehen wolle, so Boml.
Darüber hinaus sei man sich in der Runde einig gewesen, einen Kompromiss für die ganze Region suchen zu wollen. Von den ursprünglich zwölf in der Gegend geplanten Windrädern auf am Ende sechs Anlagen herunterzukommen, sei eine für alle verträgliche Lösung. „Ich finde Windräder furchtbar greislich. Aber ich bin auch froh, dass ich hier nicht im Finsteren sitze“, lautete Bomls Fazit.
Großes Bedauern bei den Gegnern
Am Ende erteilten die Räte den drei Windrädern am Schwarzer Berg mit der Gegenstimme Dolls das gemeindliche Einvernehmen. Dem Antrag des Vereins Erholungsregion Regental, das Areal als Windvorrangfläche zurückzuziehen, folgten die Räte nicht.
Rund 50 Vereinsmitglieder waren laut Vorsitzendem Robert Ostermeier bei der Stadtratssitzung vor Ort. „Der Vorstand bedauert den Beschluss des Stadtrats sehr, unseren Antrag abzulehnen“, erklärte Ostermeier gegenüber der MZ. Man werde „mit Nachdruck die bereits eingeleiteten rechtlichen Schritte gegen das Windkraftvorhaben am Schwarzer Berg vorantreiben“.