Bundeswehr-Panzerfahrzeuge am Regensburger Hauptbahnhof geben Rätsel auf

Von Christian Eckl · 27. März 2025 um 14:43

Die Bundeswehr transportierte am Dienstag auf der Schiene Vehikel durch Regensburg. Doch wohin sie unterwegs sind, ist unklar. Dafür erläutert ein Sprecher des Landeskommandos Bayern der Bundeswehr, um was für Fahrzeuge es sich handelt.

Passanten staunten nicht schlecht am Dienstagabend. Auf den Bahngleisen kurz nach dem Regensburger Hauptbahnhof fuhr ein Güterzug mit etlichen militärischen Fahrzeugen und Hoheitszeichen der Bundeswehr. Von der Kumpfmühler Brücke aus waren die Fahrzeuge gut zu erkennen. Weder ihre Herkunft, noch ihr Ziel konnten genau geklärt werden. Allein ihre Funktion erläuterte ein Sprecher der Bundeswehr auf Anfrage der Mediengruppe Bayern.

Fakt ist: Zivilisten beobachten derzeit genau, wenn militärische Ausrüstung auf Straßen oder Schienen oder gar am Himmel unterwegs ist. Vergangene Woche donnerte wahrscheinlich ein Kampfjet über Regensburg und den Hauptbahnhof hinweg. Ein Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr bestätigte einen Eurofighter. Es habe sich um einen Routineflug gehandelt, hieß es.

Oberstleutnant Thorsten Smoll ist Sprecher der Bundeswehr in Bayern und sitzt beim Landeskommando in der Fürst-Wrede-Kaserne im Münchner Norden. Das Landeskommando ist die Schaltstelle zwischen der obersten territorialen Kommandobehörde der Bundeswehr in Bayern und Ansprechpartner der Staatsregierung. Hier laufen die Bundeswehrdrähte also zusammen im Freistaat.

„Es handelt sich bei den Fahrzeugen nicht um Panzer, sondern um sogenannte GKT Boxer“, sagt der Oberstleutnant. Bei der Bundeswehr werden diese Fahrzeuge als „Multitalente“ bezeichnet, sie seien das „Mutterschiff der Infanterie“. Das Fahrzeug ist gepanzert. Es gibt nach Angaben der Bundeswehr vier verschiedene Varianten: Als Gruppentransportfahrzeug, Führungsfahrzeug, schweres geschütztes Sanitätskraftfahrzeug und als Fahrschulfahrzeug.

An einigen der Fahrzeuge, die am Dienstagabend in Regensburg passierten, war das Rote Kreuz zu sehen. „Ich gehe also davon aus, dass es sich zumindest teilweise um Sanitätsfahrzeuge handelt“, sagte der Sprecher des Landeskommandos. Zum anderen erkenne er den Boxer in der Variante des gepanzerten Transportfahrzeugs. Genaue Abzeichen, die eine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Einheit bestätigen würden, sind allerdings auf den Fahrzeugen nicht zu sehen.

Die Bundeswehr selbst gibt an, dass es sich beim Boxer um den „neuesten und modernsten Radpanzer der Bundeswehr“ handeln würde. „Permanenter Allradantrieb und Einzelradaufhängung ermöglichen optimales Fahren auf Straßen und im Gelände“, heißt es von der Bundeswehr. Und weiter: „Der Boxer erhöht die Überlebensfähigkeit der Soldatinnen und Soldaten. Er ist geschützt vor Beschuss mit mittleren Kalibern, Minen und Improvised Explosive Devices, das heißt, unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen.“

Dass keine genauen Kennzeichnungen an den Fahrzeugen zu erkennen waren, sei auch Grund, wieso der Sprecher nicht genau zuordnen konnte, wohin die Fahrzeuge unterwegs waren und woher sie kamen. „Es kann sein, dass die Fahrzeuge mit der Bahn zur Instandsetzung transportiert wurden“, sagte Oberstleutnant Smoll. „Es kann aber auch sein, dass sie zu einem Manöver transportiert werden.“