Was donnerte hier über Regensburg hinweg? Radardaten der Bundeswehr klären nur teilweise auf

Von Daniel Pfeifer · 26. März 2025 um 14:53

Dröhnender Lärm durchschneidet die abendliche Stille, rasante Schatten huschen über den dunklen Himmel. Es sind keine normalen Linienflugzeuge, die Regensburger am Montagabend über der Stadt beobachten – waren es Kampfjets? Radardaten der Bundeswehr schaffen (größtenteils) Klarheit.

„Raketenförmige“ Flugobjekte mit „extremer Geschwindigkeit“ hält ein MZ-Leser mit seiner Handykamera während des Sonnenuntergangs fest. Wenig später, gegen 20 Uhr, berichten Dutzende Bürger in den sozialen Netzwerken von ungewöhnlichem Flugzeuglärm.

„Was ist denn am Himmel los? Klingt ja furchteinflößend ...“ schreibt ein User, „Fragte mich in diesem Moment, ob Krieg ist“, ein anderer. Theorien folgen schnell. Weil auf dem online zugänglichen Flugradar nichts zu sehen ist, tippen manche auf Nato oder US-Armee. Letztere kündigte vor Kurzem verstärkte militärische Übungstätigkeit in der Oberpfalz bis Ende März an.

Nato, US Armee oder doch Bundeswehr?

Wieder andere Regensburger bezogen sich auf eine Mitteilung des Landkreises Regensburg, dass zwischen 13. und 24. März eine „groß angelegte Übung der Bundeswehr“ stattfindet, die auch Stadt und Landkreis betreffe. Die meisten Nutzer waren sich sicher: Es handelt sich um Eurofighter. Schließlich befindet sich der Fliegerhorst Neuburg ganz in der Nähe.

Und tatsächlich: Auf Nachfrage bestätigt ein Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr: „Die Auswertung der Radardaten vom 17. März 2025 zeigt ein Kampfflugzeug der Bundeswehr vom Typ Eurofighter“, schreibt der Sprecher. Im Zeitraum von 19.50 Uhr bis 20.25 Uhr sei es in einer Höhe von 8000 Fuß, also knapp zweieinhalb Kilometern, über Regensburg geflogen. Es habe sich um „täglichen Routineübungsflugbetrieb“ gehandelt, fährt der Sprecher fort.

War Rätsel-Flieger auch ein Eurofighter?

Erst kürzlich hatte das Taktische Luftwaffengeschwader 74 in Neuburg „vermehrte Nachtübungen“ in dieser Woche angekündigt, bei denen der Luftraum bis Straubing betroffen sei. Ob der Überflug am Montagabend damit zusammenhing, teilt das Luftfahrtamt jedoch nicht mit.

Und so lagen viele Bürger in ihrer Annahme richtig, einen Eurofighter gehört zu haben. Rätselhaft bleibt aber, ob das Flugobjekt, das eine Stunde früher zu sehen war und von einem MZ-Leser fotografisch festgehalten wurde, ebenfalls ein Kampfjet war. Zum Zeitpunkt des Sonnenuntergangs habe es nämlich laut Luftfahrtamt „keinen militärischen Flugbetrieb im Bereich um und über Regensburg“ gegeben.