Illegaler Müll in Tschechien: Beschuldigte Firma aus der Oberpfalz ist insolvent

Von Franziska Mahler · 26. März 2025 um 16:17

Eine Recyclingfirma aus der Nordoberpfalz steht im Verdacht, illegal Müll nach Tschechien transportiert zu haben. Nun hat das Unternehmen Insolvenz angemeldet.

Zuerst berichtete das Onetz darüber. Wie ein Sprecher des Amtsgerichts Weiden gegenüber der Mediengruppe Bayern bestätigte, hat der Geschäftsführers vergangene Woche einen Eigenantrag gestellt. Ob dieser in Zusammenhang mit den laufenden Ermittlungen wegen illegalen Mülltransports steht, könne man momentan nicht beurteilen. Das Gericht hat nun einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Bürgermeisterin stoppte illegalen Transport

Ins Visier geraten ist die Firma im Januar: Die Bürgermeisterin des osttschechischen Jiříkov stoppte fünf Lastwagen. Denn in ihrer Gemeinde sammelten sich seit einiger Zeit illegale Berge von Müll aus Glasfaser, Kunststoff, Gummi, Metall sowie Reste von Flugzeugen und Windparks.

Vor Ort stellten die Behörden fest, dass die geladenen Abfälle in den Begleitdokumenten falsch deklariert wurden – und von einem Unternehmen aus der Oberpfalz stammen sollen. Wenig später musste die Firma den Müll nach Aufforderung der Regierung der Oberpfalz zurücknehmen, die für grenzüberschreitende Abfallverbringung zuständig ist.

Mehrere hundert Tonnen Müll

Aktuell läuft ein weiteres Rückholersuchen. Nicht nur wegen des restlichen Mülls in Jiříkov. Wie aus einer Anfrage der Landtagsabgeordneten Laura Weber (Grüne) hervorgeht, sollen auch nahe Brünn illegal Abfälle abgelagert worden sein. Insgesamt betreffe das Rückholersuchen mehrere hundert Tonnen Müll.

Anfang März soll sich die Oberpfälzer Entsorgungsfirma laut Informationen des Bayerischen Rundfunks in einem Schreiben an seine Kunden gewandt und die Vorwürfe von sich gewiesen haben. Sie seien selbst getäuscht worden – verantwortlich sein soll das tschechische Subunternehmen, mit dem sie zusammengearbeitet haben.