Freudenstein ist OB-Kandidatin der Regensburger CSU – Andere Vorschläge gab es nicht

Geht es nach der Regensburger CSU, soll Astrid Freudenstein bei der Kommunalwahl in einem Jahr neue Oberbürgermeisterin werden. Am Donnerstagabend nominierte die Partei die amtierende Bürgermeisterin als Kandidatin.
Sie ließ dabei keine Zweifel daran aufkommen, dass der Kommunalwahlkampf nun definitiv begonnen hat. Es war Kreis- und Fraktionsvorsitzender Michael Lehner, der den Delegierten den Vorschlag der Kreis- und Ortsvorsitzenden präsentierte: „Astrid Freudenstein“, konnte er gerade noch sagen, bevor langer Applaus und Begeisterungsrufe durch den Herzogssaal schallten. Weitere Vorschläge für Kandidaten gab es nicht. Und so waren die 78 Stimmen schnell ausgezählt, von denen 73 auf Freudenstein entfielen.
Die Reaktion auf die Verkündigung dieses Ergebnisses war spektakulär: Mit stehenden Ovationen und „Astrid, Astrid“-Rufen jubelten die Delegierten der OB-Kandidatin zu. Über der erschienen Fotos an der Wand. Die Aufnahmen zeigten – natürlich – Freudenstein an verschiedenen Stationen ihrer politischen Karriere. Am Ende der Präsentation tauchte ein Freudenstein-Avatar mit Kussmund, Herzchen sowie einem riesigen Schriftzug auf: Dankeschön, stand da. Freudenstein hielt derweil immer wieder einen Blumenstrauß in die Luft und bekam nun zusätzlich ein Schild gereicht. Darauf stand ein Slogan, den die Regensburger in den kommenden zwölf Monaten öfter lesen werden: „Regensburg kann mehr.“
CSU im Wahlkampf-Modus
Unter diesem Motto präsentierte Freudenstein in ihrer Vorstellungsrede die groben Züge des Wahlprogramms: Die Ost-West-Sperre vor dem Hauptbahnhof werde sie als OB aufheben. Beim Kaufhof, der zweiten Mega-Baustelle, gelte es, mehr Chancen als Risiken zu sehen. Zudem würde sie die Kameras in den Bussen scharf stellen. „Um die Opfer zu schützen und nicht die Täter“, rief Freudenstein in den Saal. Statt der Notwohnanlage in der Aussiger Straße sollen Reihenhäuser entstehen, versprach sie. Einen Wirtschaftsbeirat wolle sie gründen und den Rotstift bei den externen Vergaben ansetzen: „Die Verwaltung soll wieder mehr selber machen“, forderte Freudenstein.
Bei der Nominierung wurde auch deutlich, welchen Tonfall die CSU nun anschlägt: Immer wieder fiel das Wort „zusammen“. Regelrecht familiär ging es zu, als Lehner bei seiner Begrüßung einer Delegierten einen Blumenstrauß zum Geburtstag überreichen ließ und die versammelte Runde ein Ständchen für diese schmetterte. Zuvor hatte der Kreisvorsitzende Freudenstein mit den Worten begrüßt: „Willkommen bei deiner CSU.“ Auf eine weniger warme und herzliche Gangart können sich dagegen diejenigen einstellen, die der Partei den Erfolg vermiesen wollen: „Alle anderen Bewerber sollen Angst kriegen vor der CSU“, kündigte Lehner an.
Zwei Bewerber stehen fest
Damit steht bei der zweiten Partei fest, wer den Chefsessel im Alten Rathaus für sie erobern soll. Der Regensburger Wahlverein „Brücke“ hatte bereits im Januar entschieden, Thomas Thurow ins Rennen zu schicken. Der 60-Jährige kündigte an, die Stadtgesellschaft einen und für eine andere Stimmung sorgen zu wollen.
Weitere Kandidaten wurden noch nicht nominiert. So teilt Claudia Neumaier, eine der beiden Vorsitzenden des SPD-Stadtverbands, auf Nachfrage mit: „Wir befinden uns in einem sorgfältigen internen Entscheidungsprozess und werden unseren OB-Kandidaten zu gegebener Zeit bekannt geben.“ Sobald die Entscheidung gefallen sei, werde die Partei die Öffentlichkeit selbstverständlich darüber informieren. Auch Gertrud Maltz-Schwarzfischer, die amtierende Oberbürgermeisterin der Partei, hält sich bedeckt. Auf die Frage, ob sie sich eine Kandidatur für die SPD vorstellen kann, antwortet sie: „Wie ich schon mehrfach gesagt habe, werde ich meine Entscheidung zuerst meiner Partei mitteilen und nicht vorab über die Medien kommunizieren.“
Die CSU hat sich mit der Aufstellung in der zweiten Märzhälfte wesentlich früher als zuletzt darauf geeinigt, wen sie ins Rennen um den Regensburger Rathaussessel schickt. Vor den beiden letzten Urnengängen geschah dies jeweils erst im Juli des Vorjahres.