Vorstellung mit Versprecher: Die Brücke setzt auf Thomas Thurow als OB-Kandidat in Regensburg

Die Brücke schickt mit Stadtrat Thomas Thurow den ersten Kandidaten für das Amt des Regensburger Oberbürgermeisters bei der Kommunalwahl 2026 ins Rennen. Trotzdem fiel zuerst der Name des SPD-Fraktionschefs Dr. Thomas Burger – aus Versehen.
Fraktionschef Joachim Wolbergs sprach von 85 Ja-Stimmen bei der Aufstellung mit 100 Teilnehmern und einem einstimmigen Votum des Vorstands im Vorfeld. Obwohl Wolbergs einen Ruf als charismatischer Redner genießt, passierte ihm am Dienstagnachmittag bei der Vorstellung Thurows als Kandidat im Leeren Beutel ein ordentlicher Versprecher. „Wir gehen ins Rennen mit Thomas Burger“, rutschte es dem Brücke-Fraktionschef heraus. Nach einer Schrecksekunde stellte Wolbergs klar, dass freilich nicht SPD-Fraktionschef Burger für die Brücke um den Chefsessel im Alten Rathaus kämpfen wird, sondern Brücke-Stadtrat Thurow.
So schnell das Malheur passiert war, so schnell war Wolbergs aber auch wieder in der Spur: Obwohl die Brücke-Fraktion lediglich über sechs Sitze im Stadtrat verfügt, hat der Wahlverein mit etwa 400 Mitgliedern den Anspruch, die Position des Oberbürgermeisters zu gewinnen. „Wir setzen auf Sieg und glauben, eine realistische Chance zu haben“, brachte Wolbergs Thurows Kandidatur aufs Gleis.
Seitenhieb auf die SPD
Die Stärke einer Fraktion sei nicht gleichbedeutend mit der Frage, ob sie einen Oberbürgermeister stellt. „Die SPD ist die vierstärkste Kraft im Stadtrat und stellt die Oberbürgermeisterin“, verdeutlichte Wolbergs. Thurow bezeichnete er als feinen Charakter, der sich richtig gut auskenne und voll im Leben stehe. Als Stärken des Kandidaten nannte Wolbergs weiter Überzeugung, Haltung und Führungsstärke.
Lesen Sie hier einen Kommentar unseres Kollegen Christian Eckl zum Thema!
Der Kandidat selbst sagte über sich, am Samstag seinen 60. Geburtstag gefeiert zu haben. Thurow erzählte von seiner Kindheit in Krefeld, dem Umzug nach Regensburg im Jahr 1978 sowie dem Wunsch, in der Stadt zu bleiben, der in der Folge schnell in ihm wuchs, und von seinen beiden erwachsenen Töchtern. Inzwischen sei er seit 40 Jahren Optiker und seit 30 Jahren selbstständig. Ob im Elternbeirat, beim Löschzug Wutzlhofen, beim Jugendblasorchester St. Konrad, im ehemaligen Bürgerverein Nord, bei der Siedlervereinigung, im Fachausschuss bei der Industrie- und Handelskammer oder als ehrenamtlicher Richter beim Arbeitsgericht in Cham – Thurow strich mit Leichtigkeit heraus, dass er in vielen Gremien und Vereinen aktiv ist.
Er sei überzeugt davon, dass die Stadt eine neue Führung benötigt und wolle die Stadtgesellschaft wieder zusammenführen sowie Dinge als Politiker erklären. „Dass es möglich ist, eine andere Stimmung in der Stadt zu erzeugen, habe ich im Jahr 2014 erlebt“, sagte Thurow. Dafür plane er mit Kommunikation und Information auf die Bürger zuzugehen. So lange damit nicht gewartet werde, bis Gegner laut werden, sei es dann auch bei umstrittenen Großprojekten wie der Stadtbahn oder der Mobilitätsdrehscheibe möglich, das Heft in der Hand zu behalten.
Thurows Persönlichkeit
Wolbergs erinnerte an dieser Stelle daran, wie er im Jahr 2015 beim Bau einer Containeranlage für Geflüchtete am Weinweg zu den Menschen ging und ihnen die Lage erklärte, bevor es zu Widerstand gekommen sei. „Da muss man jemanden hinschicken, der für eine Sache brennt, keine Agenturen. Da braucht es so eine Persönlichkeit wie Thomas Thurow“, sagte er. Thurow sitzt seit 2014 im Stadtrat. Zunächst für die SPD-Fraktion. Die verließ er im Jahr 2019 zusammen mit Ernst Zierer. Beide gründeten die Brücke-Fraktion, bevor die bei den Kommunalwahlen im Jahr 2020 mit sechs Vertretern in den Stadtrat einzog.