Über die Online-Rezeption zum Termin in der Praxis: Digitalisierung ist Thema beim Regensburger Ärztenetz

Vom Brandschutzhelferkurs über Wundmanagement bis hin zur Diskussion über Digitalisierung: Beim Netztag 2025 des Regensburger Ärztenetzes (RAEN) am Mittwochnachmittag im Jahnstadion standen all jene Themen im Fokus, die Mediziner und auch medizinische Fachangestellte beschäftigen.
Rund 200 Ärzte aller Fachrichtungen aus dem Großraum Regensburg sind Mitglied des Zusammenschlusses, dessen Ziel es ist, „medizinische Qualität und ärztliche Zusammenarbeit ständig zu verbessern“.
„Bei einem Teil des Programms handelt es sich um Pflichtschulungen, die an diesem Tag absolviert werden können. Was das restliche Programm betrifft, hören wir uns im Vorfeld bei den Mitgliedern um, was für sie relevant ist“, sagte Geschäftsstellenleiterin Daniela Hoxhold vor Ort.
Mehr Service für Patienten
Dass sich Mediziner und Praxispersonal in Sachen Digitalisierung nicht nur mit Themen wie der elektronischen Patientenakte oder dem E-Rezept beschäftigen, machte Dr. Magnus Baringer in seinem Vortrag „Digitalisierung: Wirklicher Mehrwert für die Praxis – finanziell und personell“ deutlich. Baringer, der vor der Unternehmensgründung als Handchirurg tätig war, hat ein digitales Kommunikations- und Servicesystem entwickelt, das Praxen mit einer „Online-Rezeption“ Erleichterung verschaffen soll.
„Als Praxis kann ich meinen Patientenservice digitalisieren – und damit auch den Patienten eine deutlich bessere Erreichbarkeit anbieten. Über einen solchen Kanal können Fragen gestellt werden und auch die Terminvereinbarung und Rezeptvergabe kann darüber laufen.“
„Muss mir als Praxis Gedanken machen“
Dass sich Arztpraxen teilweise schwertun würden mit der Digitalisierung, liegt laut dem IT-Experten auch daran, dass viele verschiedene Anforderungen abgedeckt werden müssen. „Die Patienten bringen unterschiedliche technische Affinitäten mit. Es gibt ganz junge Patienten, die sich mit der Technik sehr gut auskennen – und es gibt Ältere, die dem eher skeptisch gegenüberstehen.“ Auch auf Praxisseite würden nicht alle Mitarbeiter die gleichen Kenntnisse mitbringen. „Mittlerweile muss ich mir als Praxis aber einfach Gedanken machen, wie ich das Thema Digitalisierung angehen kann“, so sein Fazit.
Für die Zuhörer wichtig waren in diesem Zusammenhang Aspekte wie Datenschutz und Haftungsfragen. Auch, ob ein solches Tool Patientenanfragen in verschiedenen Sprachen beantworten kann, interessierte die Mediziner. „Wenn jemand kein Deutsch spricht und zum Termin mit Dolmetscher kommt, wäre es hilfreich, wenn ihm die Fragen zur Vorgeschichte schon digital auf Arabisch gestellt worden wären“, merkte etwa ein Arzt an.
Nachwuchssorgen und Krankenhausreform sind Thema
Wie sich die Themen, die Mediziner beschäftigen, im Laufe der Zeit und seit dem ersten Netztag 2003 wandeln, fällt auch Priv.-Doz. Dr. Jürgen Götz, selbst Orthopäde und Vorsitzender des Ärztenetzes, auf. Für Gesprächsstoff sorgen derzeit etwa Gesetze wie die Krankenhausreform oder Probleme wie Nachwuchssorgen. „Die Ärzte haben hier den Raum, um sich auszutauschen.“
Auch bei sensiblen Inhalten war der Andrang bei den Veranstaltungen groß. Ein Workshop widmete sich beispielsweise dem Umgang mit Palliativpatienten. „Er hat bei vielen Teilnehmern für Gänsehaut gesorgt“, sagte Hoxhold.
