Das Historische Museum in Regensburg soll moderner werden: Erste Schritte in Richtung Konzept

Von Heike Haala · 18. März 2025 um 15:00

Besucherzahlen mit Luft nach oben, Jahrzehnte alte Ausstellungstechnik, weiter keine Präsentation über Regensburg in der Nazizeit: Dabei gilt das Historische Museum als der Ort schlechthin, um sich über die Geschichte der Stadt zu informieren.

Und so räumt selbst Kulturreferent Wolfgang Dersch ein, dass das Haus am Dachauplatz in die Zukunft geholt werden muss. Die Mitglieder des Kulturausschusses könnten heute einen Schritt in diese Richtung ermöglichen. Das Gremium soll zwei neue Mitglieder in den Beirat aufnehmen, der die Neukonzeption des Hauses seit etwa vier Jahren begleitet. „Der Beirat ist für drei Jahre gewählt und er wird nun für drei Jahre neu bestellt“, erklärt Dersch.

Machbarkeitsstudie entsteht

Teil der Vorlage für die Stadträte ist auch ein Zeitplan bis Mitte des kommenden Jahres. Demnach sind die Kulturexperten von der Dr. Scheytt GmbH aus Essen seit September mit der Vorbereitung einer architektonischen Machbarkeitsstudie beschäftigt. Ihr Vertrag laufe bis Ende August und sehe eine Option auf Verlängerung um ein Vierteljahr vor. Ende des Jahres ist eine Ausschreibung angekündigt. Die Machbarkeitsstudie werde laut der Vorlage in der ersten Hälfte des kommenden Jahres entstehen. Ab Mitte 2026 könnte ein Architektenwettbewerb starten.

Am Ende des Prozesses soll laut Dersch ein besucherfreundlicher, niederschwelliger Ort der Möglichkeiten entstanden sein, an dem die Stadtgeschichte von A bis Z nachvollzogen werden kann. „Wir sind gerade dabei, eine Struktur aufzusetzen, die uns durch den Sanierungsprozess trägt“, erklärt der Kulturreferent zum Sachstand. Als Projekt mit Vorbildcharakter für diese Arbeit hatte er kürzlich die Entwicklung des documents Kepler bezeichnet, das am Anfang des vergangenen Jahres nach einer Sanierung eröffnet wurde. Zudem sagt Dersch, dass die von der Stadt beauftragten Kulturexperten sehr viel Erfahrung mit Kulturimmobilien haben.

Warum diese Modernisierung notwendig ist, zeigen auch die Besucherzahlen. Während im Jahr 2010 noch 35 968 Besucher in das Historisches Museum gekommen waren, kletterte diese Zahl 2015 sogar auf 38 558 nach oben. Im vergangenen Jahr aber waren es lediglich 22 300 Menschen, die sich die Ausstellung ansehen wollten – und selbst das bedeutete laut Dersch schon ein Plus um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Weitere wichtige Termine

Auch in den kommenden Wochen stehen wichtige Termine für die Modernisierung des Museums an: Neben einem Jour fix, der laut der Vorlage für den Kulturausschuss alle vier bis sechs Wochen stattfindet, wurde für den 31. März ein so genannter Konsensworkshop anberaumt. Nachdem Dr. Alexandra Demberger vor einem Jahr ihre Stelle bei der Stadt antrat, um als wissenschaftliche Mitarbeiterin ein inhaltliches Konzept für das Haus zu entwickeln, soll laut Dersch sehr wahrscheinlich am 1. Mai Dr. Sebastian Karnatz seine Arbeit als neuer Leiter der Museen der Stadt aufnehmen.

Das Historische Museum setzt sich mit der Regensburger Kunst- und Kulturgeschichte von der Steinzeit bis zum 19. Jahrhundert auseinander. Die steinerne Gründungsinschrift der Stadt in der Abteilung über die Römerzeit zählt zu den bekanntesten Ausstellungsstücken. Auch das älteste Artefakt der Oberpfalz, der etwa 250 000 Jahre alte Faustkeil von Pösing, ist hier zu sehen.