Chefin der Regensburger Museen verwaltet nun das Depot

Jetzt doch: Doris Gerstl, Leiterin der Regensburger Museen mit ihren hochbedeutenden Kunstschätzen, wechselt den Posten. Sie ist seit 1. Januar wissenschaftliche Generalkuratorin, wie die Stadt mitteilt.
„Doris Gerstl wird wissenschaftliche Generalkuratorin der Museen der Stadt Regensburg“, teilte die Pressestelle gestern mit. Vielmehr ist sie es offenbar schon: Die habilitierte Kunsthistorikerin habe seit 1. Januar die neue Aufgabe als Generalkuratorin im Leitungsdienst der Regensburger Museen übernommen, hieß es. Damit ist eine in Regensburg lang und intensiv diskutierte Personalfrage offenbar gelöst.
Als „ausgewiesene Expertin in ihrem Fachgebiet“ soll Gerstl „die Erforschung der städtischen Sammlungsbestände der Museen sichern und die Forschung intensivieren“, hieß es. Sie werde für die Erweiterung der Bestände zuständig sein, das Sammlungskonzept koordinieren, wissenschaftliche Erschließung und Veröffentlichung vorantreiben. Mit der neuen Position sollen „die kunsthistorischen Schätze in ihrer Bedeutung für das materielle und immaterielle Erbe Regensburgs noch deutlicher in den Fokus gestellt werden“, wird Regensburgs Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) zitiert.
Lesen Sie mehr: Regensburgs Museumschefin klebt am Stuhl
Gerstl führte ab 2017 die Regensburger Museen, die anhaltend unter Besucherschwund leiden. Zu den sieben Häusern zählen neben dem Flaggschiff Historisches Museum auch die Documente wie das nach Umbau gerade wieder eröffnete Kepler-Haus.
Lesen Sie mehr: Museen laufen die Besucher weg
2023 nahm die Museumschefin, die noch unter Kulturreferent Klemens Unger ins Amt kam, eine mehrmonatige Auszeit. Im Dezember 2023 schien der Wechsel ins Depot, das Stadt und Diözese gemeinsam für rund 43 Millionen Euro am Stadtrand gebaut haben, bereits perfekt. Kurz vor der Personalausschusssitzung hatte Gerstl ihre Zusage dann doch zurückgezogen, so Informationen der Mediengruppe Bayern. Nun scheint die Personalie vom Tisch: Die 61-Jährige hat die Leitung der Museen abgegeben, so das Pressepapier.
Regensburg trennt sich damit von einer Museumschefin, obwohl für ihr bisheriges Amt noch gar keine Nachfolge in Sicht ist. Der Posten, hieß es, werde „im Laufe des Jahres öffentlich ausgeschrieben“.