Große Pläne für „Schwarzenburg-Center“ mit Supermarkt und Discounter an der B22 bei Rötz

Schon oft war das Gewerbegebiet an der B22 Thema im Stadtrat. Jetzt werden die Planungen konkret. Bei der Stadtratssitzung am Montag wurde ein erster Entwurf und der Name für das große Bauwerk, das dort entstehen soll, vorgestellt.
Die Frage, ob Lebensmitteleinzelhandel oder Discounter sich an dieser Stelle niederlassen sollten, ist viel diskutiert worden – im April 2018 war eine solche Nutzung noch ausgeschlossen worden. Der Sorge mehrerer Stadträte, dass dies zu einem weiteren „Ausbluten“ der Innenstadt führen könne, stand die Hoffnung gegenüber, dass ein Discounter oder Supermarkt auch Zugpferd sein könne. Die – damals noch künftige – Ortsumgehung habe die Lage verändert, hatte Bürgermeister Dr. Stefan Spindler im April 2022 gesagt. Und so hatte der Stadtrat am 18. Juli desselben Jahres beschlossen, den Bebauungsplan zu ändern, um dort auch großflächigen Lebensmitteleinzelhandel zu ermöglichen.
Zweiter Bürgermeister Johann Stibich, der am Montag in Vertretung von Spindler die Sitzung leitete, begrüßte Investor Michael Winderl von Pfalzgrafen-Projekte. Dieser stellte das Bauvorhaben vor. Drei Märkte sollen in ein neues Center einziehen: ein namhafter Vollsortimenter mit integriertem Backshop und Imbiss, ein Getränkemarkt und ein namhafter Discounter – deren Namen er bald auch offiziell verkünden könne, so Winderl.
Name mit Bezug zur Stadt
Für den Vollsortimenter, der auch den Getränkemarkt betreiben würde, ist eine Fläche von 1200 Quadratmetern vorgesehen, für den Getränkemarkt 600 Quadratmeter und für den Discounter ebenfalls 1200 Quadratmeter.
Diese Größen seien gemäß des Landesentwicklungsprogramms vorgegeben, so Winderl. Er präsentierte einen ersten Entwurf: Ein modernes Gebäude mit einer hohen Glasfront und angenehmer Atmosphäre solle entstehen. Der Bereich zwischen dem Bau und der Bundesstraße werde eingegrünt, das Gebäude werde mit Photovoltaik ausgestattet. Wer sich eine Vorstellung vom neuen Marktzentrum machen wolle, der könne sich – noch besser als den ersten Entwurf auf dem Papier – das Pfalzgrafen-Center in Neunburg ansehen, dessen Eigentümer die Familie Winderl ist. Der Baukörper soll in etwa wie dieses Center aussehen.
Und wie in der Nachbarstadt soll der Name einen Bezug zur Stadt und deren Geschichte haben und außerdem eine Werbung für Rötz und die Region sein: Das neue Bauwerk soll „Schwarzenburg-Center“ heißen. Als Eröffnungstermin strebt der Vorhabenträger Mitte 2026 an. Nachdem das Gremium den Beschlussvorschlag einstimmig angenommen hat, geht die überarbeitete Planung in die Auslegung. Stibich sicherte dem Investor die Unterstützung der Stadt beim Bauvorhaben zu.
In Zeiten, in denen (nicht nur) gefühlt alles teurer wird, gab es unter dem nächsten Tagesordnungspunkt eine gute Nachricht für die Rötzer Bürger: Die sanierte Kläranlage wird sie weniger kosten als erwartet. Vor gut zwei Jahren hatte Rechtsanwältin Anette Freitag von der Kommunalberatung Hurzlmeier die vorläufigen Verbesserungsbeiträge vorgestellt. Nun konnten sie und ihr Mitarbeiter die endgültigen präsentieren. Der Stadtrat hatte in seiner Sitzung im September 2022 festgelegt, die geschätzten beitragsfähigen Investitionskosten für die Sanierung und Ertüchtigung der Kläranlage in Höhe von 3 771 720 Euro mit einem Anteil von 75 Prozent über Verbesserungsbeiträge und den restlichen Anteil von 25 Prozent über die Einleitungsgebühren zu finanzieren und entsprechende Vorauszahlungen auf den Verbesserungsbeitrag zu erheben.
Kostenrahmen eingehalten
Bei der Berechnung der Vorauszahlungen ist man insgesamt von einem geschätzten Investitionsaufwand in Höhe von 4,5 Millionen Euro ausgegangen. Die vorläufigen Verbesserungsbeitragssätze waren 0,22 Euro pro m² Grundstücksfläche und 4,73 Euro pro m² Geschossfläche. Mit knapp 4,2 Millionen Euro wurde der Kostenrahmen für die Sanierung eingehalten.
Für die Abrechnung ergeben sich dadurch diese endgültigen Beitragssätze: je m² Grundstücksfläche ein Beitragssatz in Höhe von 0,20 Euro und je m² Geschossfläche ein Beitragssatz in Höhe von 4,35 Euro. Oder, wie Kämmerin Elisabeth Spießl es ausdrückte: „Mit der letzten Rate kommt nicht mehr viel Geld rein.“ Für die Bürger sei es „absolut positiv“. Alle das Thema betreffenden Beschlussvorschläge wurden einstimmig angenommen.
Planung grundlegend überarbeitet
Entwurf: Ein erster Entwurf sowohl für die Änderung des Bebauungsplans mit integriertem Grünordnungsplan „Gewerbegebiet an der B 22“ als auch für die 6. Änderung des Flächennutzungs- und Landschaftsplanes im Parallelverfahren ist seitens des Stadtrates am 5. Februar 2024 gebilligt worden. Auf der Grundlage dieser Planung ist in der Zeit vom 28. Februar 2024 bis zum 3. April 2024 die frühzeitige Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung durchgeführt worden.
Planung: Mittlerweile ist die Planung grundlegend überarbeitet worden. Nach dem Ergebnis einer Besprechung im Landratsamt Cham am 12. September 2024 zusammen mit dem Vorhabenträger, dem Planungsbüro und Mitarbeitern der Bauabteilung des Landratsamtes wurde empfohlen, auf der Grundlage dieser neuerlichen Planung die frühzeitige Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung erneut durchzuführen.
