Einfach heiraten: Evangelische Kirche Neumarkt bietet zum ersten Mal Spontan-Trauungen an

Die einen planen den „schönsten Tag“ im Leben über Monate hinweg und auf die Sekunde genau. Andere möchten auf das ganze Tamtam verzichten. Für diese und Kurzentschlossene bietet der Evangelisch-Lutherische Dekanatsbezirk Neumarkt am 25.05.2025 zum ersten Mal „einfach heiraten“ an. Die Standesämter im Landkreis verzeichnen für dieses Jahren einen regelrechten Hochzeitsboom.
Mit der Aktion „einfach heiraten“ will die Evangelisch-Lutherische Landeskirche die Hochzeit unkomplizierter machen. Auch im Dekanatsbezirk Neumarkt ist das zum ersten Mal möglich, lässt Pfarrer Michael Murner wissen. Wenngleich er den Eindruck hat, dass sich weniger Paare kirchlich trauen ließen, so sei das nicht der Grund für das Angebot gewesen.
Egal, ob länger geplant oder kurz entschlossen – am 25. Mai kann sich auch in Neumarkt jeder trauen und den göttlichen Segen geben lassen. Zwischen 14 und 18 Uhr haben Paare die Möglichkeit, sich das das Jawort geben, erläutert der Pfarrer. Die Trauungen erfolgen im 30-Minuten-Takt.
Vorher noch zum Standesamt
Einzige Voraussetzung ist: „Die Paare müssen standesamtlich verheiratet sein. Alle anderen werden gesegnet“, erklärt der Geistliche. „Wir wollten ein niederschwelliges Angebot machen, für Paare die feierlich heiraten möchten, aber nicht im klassischen Rahmen.“
Jedoch soll das Ambiente für die Spontan-Trauungen festlich sein: Sie sollen sowohl in der Christuskirche als auch im Freien möglich sein – voraussichtlich im Innenhof, kündigt Murner an. Alles werde hübsch dekoriert, so viel steht fest, doch liefen die Detailplanungen noch. Dafür baut er auf das ehrenamtliche Team.
Viele Anmeldungen für 2025
Im vergangenen Jahr gaben sich im Landkreis Neumarkt nach einem vorläufigem Ergebnis ohne die Monate November und Dezember 616 Paare das Jawort. Das geht aus Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik hervor. Die meisten Hochzeiten gab es im Mai, Juni und August. 2023 waren es 691, im Vor-Corona-Jahr 2019 noch 724. Während der Pandemie waren es rund 80 bis 100 weniger. Nur 2022 stieg die Zahl noch einmal auf 706.
Für 2025 verzeichnet Berg bereits jetzt mehr Anmeldungen als im vorangegangen Jahr: „Die Voranmeldungen sind schon recht ordentlich“, sagt Standesbeamter Armin Bauer. Bis Anfang März hätten sich 25 Paare für dieses Jahr angemeldet. „Dabei wird es nicht bleiben“, vermutet Bauer. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr gab es nur 31 Eheschließungen in Berg, ungewöhnlich wenige, wie der Standesbeamte feststellt.
Samstage im Sommer am beliebtesten
Im Schnitt haben laut Bauer in den vergangenen Jahren zwischen 35 und 40 Trauungen stattgefunden. Dass es 2024 weniger waren, könnte an den Umbaumaßnahmen des Berger Standesamtes gelegen haben und weniger an der wirtschaftlichen Lage, meint der Standesbeamte.
Als Hochzeitstage seien in Berg die Samstage im Sommer heuer beliebt. Drei bis vier Trauungen gebe es da pro Samstag. Eine Tendenz zu einem besonderen oder kuriosen Datum kann Bauer nicht feststellen. Die Daten entwickelten sich „durch die individuellen Wünsche der Eheschließenden“ – und manchmal folgten andere Paare nach. Anmeldungen gebe es von spontan bis zwölf Monate im Voraus. „Tatsächlich habe ich auch schon die erste Absage bekommen“, verrät Bauer.
Burg in Parsberg für Trauungen sehr gefragt
Auch die Stadt Parsberg meldet bereits 42 Reservierungen für Trauungen in diesem Jahr. Im Vorjahr heirateten dort 80 Paare. „Ob es wiederum 80 Trauungen oder mehr werden lässt sich jetzt noch nicht sagen. Ich gehe aber davon aus“, teilte ein Sprecher der Stadt mit. Besonders beliebt sei eine Trauung auf der Burg, auch bei Paaren von außerhalb. Eine Tendenz zeige sich eher bei der Jahreszeit, als bei einem bestimmten Datum: Beliebt seien der Spätsommer und der Herbst.
In Neumarkt sei bislang das verlängerte Maiwochenende sehr beliebt. „Der 2. und der 3. Mai sind voll“, teilt eine Sprecherin der Stadt mit. Acht Trauungen gebe es an jedem der beiden Tage. Generell gehe die Tendenz zu den Sommermonaten, wo die Samstage schon ziemlich ausgebucht seien.
Berching verzeichnet weniger Trauungen
„Meistens wird bei uns am Freitag geheiratet“, resümiert Markus Amon vom Standesamt Berching. Er glaubt, dies liege daran, dass die Menschen da eher frei bekämen. Auch für die Samstage sei die Nachfrage teils groß.
In diesem Jahr habe es in Berching noch keine einzige Trauung gegeben: „Das geht jetzt erst wieder ab Ende März los“, informiert der Standesbeamte. Amon vermutet, dass es wie 2024 rund 40 Trauungen würden. Die Zahl sei „in den letzten Jahren eher abgeebbt“, sagt Amon. Zuvor seien es rund 50 gewesen. Über die Gründe könne er nur spekulieren.
Location wichtiger als das Datum
Auch die Berchinger bevorzugten die Sommermonate zum Heiraten, eine Vorliebe für besondere Daten kann Amon nicht erkennen. Für die Paare stehe vielmehr im Vordergrund, ob sie eine bestimmte Location und eine besondere Band für dasselbe Datum bekämen.
Das gilt auch in Deining. Die Heiratssaison starte jetzt dann im Frühling, sagt Melanie Moosberger vom Standesamt. Im Winter sei es immer ruhig. In der Gemeinde heirateten jährlich meist zwischen 20 und 25 Paare. Die Tendenz sei „relativ gleichbleibend und verstreut“ über das Jahr. Mehr Trauungen habe es unmittelbar nach Corona gegeben, weil einige ihre verschobenen Hochzeiten nachgeholt hätten, erklärt Moosberger. „Jetzt ist es wieder ein normales Niveau.“