Wegen Gleisarbeiten: Bahnstrecke Schwandorf – Regensburg wird im Sommer gesperrt

Zehntausende Pendler und Reisende nutzen tagtäglich die Bahnverbindungen zwischen Schwandorf und Regensburg. Sie müssen sich im Sommer auf erhebliche Einschränkungen einstellen – denn die Bahnstrecke soll voll gesperrt werden.
Verspätungen und Zugausfälle sind die Bahnreisenden in Schwandorf seit Jahren gewöhnt. In diesem Jahr kommt es richtig dicke: Denn vom 15. Juni bis 22. August wird kein einziger Zug zwischen Schwandorf und Regensburg verkehren. Die Strecke bleibt in diesem Zeitraum gesperrt, wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn der MZ bestätigte.
Der Grund ist ein positiver: Die Bahn wird die Gleise erneuern. Eine solche Baumaßnahme sei nur bei Vollsperrung der Strecke möglich, heißt es vonseiten der Bahn.
Auf diesem zweigleisigen Streckenabschnitt sei die Schieneninfrastruktur stark beansprucht und störanfällig, teilt das Unternehmen weiter mit. Auch das sei der Grund für die vielen Verspätungen und Ausfälle. Die im Sommer geplanten Bauarbeiten sollen dazu beitragen, die Pünktlichkeit auf der Strecke wieder zu verbessern. Erneuert werden soll der Oberbau, der neben den Gleisen auch die Schwellen, das Gleisbett, die Weichen und Bahnübergänge umfasst.
Mit der geplanten Elektrifizierung der Bahnstrecke Schwandorf – Regensburg habe die Maßnahme nichts zu tun, betont die Bahnsprecherin. Allerdings würden im Rahmen der Sanierung bereits die künftigen Anforderungen an die Dimensionierung berücksichtigt werden.
Tausende Pendler täglich auf der Strecke unterwegs
Die Bahnstrecke zwischen Regensburg und Schwandorf ist eine zentrale Verbindung im Schienennetz der Oberpfalz. Tausende Berufspendler, Schüler und Studenten nutzen jeden Tag die Züge, die auf dieser Strecke verkehren. Der Bahnhof Schwandorf ist mit täglich mehr als 5000 Fahrgästen nach dem Regensburger Hauptbahnhof der zweitwichtigste Bahnknotenpunkt in der Oberpfalz.
Sie ist auch Teil der Verbindung von München nach Prag beziehungsweise von München nach Hof – und hat damit überregionale Bedeutung. Die Strecke liegt zudem auf der wichtigen Nord-Süd-Route, die durch ganz Deutschland führt – von den Seehäfen bis in die Alpen. Die Strecke spielt deshalb auch für den Güterverkehr eine wichtige Rolle. Die Güterzüge sind vor allem nachts unterwegs.
Umso wichtiger ist es für die Bahnreisenden, dass es während der Streckensperrung einen adäquaten Ersatzverkehr gibt. Vonseiten der Bahn heißt es, dass man die Einschränkungen für die Fahrgäste so gering wie möglich halten wolle. Deshalb werde ein „umfangreicher Ersatzverkehr“ angeboten, um die Mobilität während der Bauphase weiter zu gewährleisten. Genaueres über die Linienführung und Taktung des Ersatzverkehrs konnte die Bahn zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mitteilen. Darüber soll später informiert werden. Auch zu den konkreten Bauarbeiten und Sperrungen will die Bahn vor dem Beginn noch detaillierter informieren.
Reisende brauchen wohl länger bis Regensburg
Klar ist aber schon jetzt, dass die Fahrgäste mit den Ersatzbussen länger unterwegs sein werden. Der Zug braucht bei einer Direktverbindung von Schwandorf nach Regensburg etwas weniger als eine halbe Stunde. Bei zwei Zwischenstopps in Maxhütte-Haidhof und Regenstauf sind es insgesamt 31 Minuten Fahrzeit.
Im Vergleich dazu braucht der RVV-Bus der Linie 41 vom Schwandorfer Bahnhof bis zum Hauptbahnhof in Regensburg knapp eineinhalb Stunden. Er fährt aber auch über Teublitz und Burglengenfeld und hält an jeder Haltestelle.
Unbeantwortet bleibt zum jetzigen Zeitpunkt auch die Frage, ob sich die Deutsche Bahn beim Ersatzverkehr mit der Länderbahn abstimmen wird. Denn neben der DB-Regio verkehren auf der betroffenen Strecke auch Züge der Oberpfalz-Bahn und des Alex-Nord, die beide zur Länderbahn gehören.
Früher hatte die Länderbahn auch die Verbindung zwischen Hof und München bedient. Im Dezember 2023 war damit aber Schluss – die DB Regio hatte die Strecke übernommen. Zu der damit erhofften Verbesserung bei Verspätungen und Ausfällen kam es nach Einschätzung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft aber nicht.
Auch nach der Aufhebung der Streckensperrung zwischen Schwandorf und Regensburg werden sich die Fahrgäste wohl auf Einschränkungen einstellen müssen. Denn die Bahn bereitet laut ihrer Sprecherin weitere Gleisarbeiten in Richtung Weiden vor. Diese sollen dann ab August sukzessive erneuert werden.