Interessante Fakten: Was die Kreisstatistik alles über den Raum Schwandorf verrät

Statistiken offenbaren manchmal erstaunliche Fakten. Auch der Landkreis Schwandorf kann durchaus mit interessanten Zahlen aufwarten, wie der Blick in die Kreisstatistik verrät. Die MZ beleuchtet einige dieser Fakten genauer.
Wie elektrisch fährt der Landkreis Schwandorf?
Zum 15. Dezember waren im Landkreis 3129 vollelektrische und 5961 hybride Fahrzeuge angemeldet. Sie standen 135 212 Verbrennern gegenüber. Elektroautos haben in den vergangenen zwölf Monaten einen Zuwachs erlebt, im Gegensatz zu Verbrennern. Anfang 2024 waren 2549 vollelektrische und 4674 hybride Fahrzeuge sowie 136.478 Verbrenner im Landkreis angemeldet. Der Anteil der reinen Elektroautos an der Zahl aller angemeldeten Fahrzeuge beträgt knapp 2,2 Prozent.
Allerdings haben die Neuzulassungen von vollelektrischen Fahrzeugen im Vorjahr deutlich abgenommen. Waren es 2023 noch insgesamt 810 Fahrzeuge, lag die Zahl Mitte Dezember nur noch bei 559. Auch bei den Verbrennern haben die Neuzulassungen deutlich abgenommen – von 5556 (2023) auf 4042 bis zum 15. Dezember.
Wie beliebt sind die „alten“ Autokennzeichen?
Seit 2013 können Autofahrer wieder regionale Kennzeichen wie BUL oder NEN nutzen, die einst bei Gebietsreformen weggefallen waren. Davon machen viele Gebrauch: Im Dezember waren 17.487 BUL-Kennzeichen im Landratsamt angemeldet. Auf den weiteren Plätzen folgen das NAB-Kennzeichen mit 10.271 und das NEN-Kennzeichen mit 8597 Anmeldungen. Für OVI entschieden sich 5770 und für ROD 427 Autofahrer. Die beliebteste Buchstabenkombination bleibt aber SAD mit 97.129 Anmeldungen.
Eine ähnliche Staffelung zeigt sich auch bei den Neuzulassungen: SAD (3903), BUL (739), NAB (423), NEN (288) und OVI (183). Das Kennzeichen ROD wurde im Vorjahr kein einziges Mal neu vergeben.
Es werden aber nicht alle Wunschkennzeichen erfüllt. So darf im Landkreis das Kennzeichen mit den Buchstaben „BUL-LE“ nicht vergeben werden, da mit dieser Kombination Polizisten beleidigt werden. Tabu ist im Landkreis ebenso die Verbindung der Buchstaben AH oder HH mit den Zahlen 1933.
Welche ist die längste Kreisstraße?
Der Kreis Schwandorf unterhält 50 Kreisstraßen mit einer Gesamtlänge von 420,8 Kilometern. Die längste ist die SAD25 mit knapp 27,7 Kilometern, die unter anderem bei Wernberg-Köblitz und Schmidgaden entlangführt. Die SAD29 ist mit gerade mal 1,6 Kilometern die kürzeste Kreisstraße. Sie liegt ebenfalls bei Wernberg-Köblitz.
Wie viele Mitarbeiter beschäftigt der Landkreis?
In den Behörden und kreiseigenen Einrichtungen des Landkreises Schwandorf sind insgesamt 668 Mitarbeiter (Stand 30. Juni 2024) tätig. Der Teilbereich mit den meisten Beschäftigten im Landratsamt ist das Kreisjugendamt mit 55 Mitarbeitern, teilte Pressesprecher Manuel Lischka mit.
Wo leben die meisten Einwohner?
Der Landkreis Schwandorf zählte Ende 2023 insgesamt 152.284 Einwohner. Die größte Stadt war zu diesem Zeitpunkt Schwandorf mit 30.239 Einwohnern, gefolgt von Burglengenfeld mit 14.527 und Maxhütte-Haidhof mit 12.278 Einwohnern. Es waren auch die drei einzigen Kommunen im Landkreis mit fünfstelliger Einwohnerzahl. Die wenigsten Einwohner hatten Weiding mit 466 und Stadlern mit 521.
Sind die einwohnerstärksten auch die flächenmäßig größten Kommunen?
Jein. Schwandorf ist mit 123,8 Quadratkilometern auch die flächenmäßig größte Kommune. Danach ändert sich allerdings die Reihung: Als nächste folgen Neunburg (110,14 km²) und Nittenau (98,73 km²). Burglengenfeld als Kommune mit der zweithöchsten Bevölkerung liegt bei der Fläche (93,26 km²) nur auf Rang vier, Maxhütte-Haidhof (34,69 km²) sogar nur im unteren Mittelfeld. Stadlern gehört auch bei der Fläche zu den Kleinsten (10,55 km²), gefolgt von Gleiritsch mit 10,94 km². Gleiritsch liegt übrigens auch bei der Einwohnerzahl (636) auf dem drittletzten Rang.
Welche Kommune hat die meisten Schulden?
Die aktuellsten Zahlen zum Schuldenstand, die dem Landkreis Schwandorf vorliegen, stammen vom 31. Dezember 2022. Damals hatte die Stadt Maxhütte-Haidhof die meisten Schulden: 21,24 Millionen Euro. Auf den Plätzen folgten Burglengenfeld (17,59 Millionen Euro), Oberviechtach (16,02 Millionen Euro) und Nabburg (14,18 Millionen Euro).
Wie viele Ausländer leben aktuell im Landkreis?
Im Dezember waren es 17.802 Ausländer, für welche die Ausländerbehörde des Landkreises Schwandorf zuständig ist. Hinzu kommen noch 761 Personen (Stand 15. November), für welche die Zentrale Ausländerbehörde in Regensburg zuständig ist. Die meisten Ausländer waren in Schwandorf (5994) gemeldet, gefolgt von Burglengenfeld (1958), Nittenau (1479) und Neunburg (1264). Die wenigsten Ausländer gibt es in Gleiritsch (drei) und Guteneck (zwölf).
Von den Menschen mit Fluchthintergrund hatten 2816 einen befristeten humanitären Aufenthaltstitel und 203 eine humanitäre Niederlassungserlaubnis. Das Landratsamt hatte 56 Asylbewerber und 111 Geduldete registriert. Von den Ausländern, für die Regensburg zuständig ist, waren 548 Asylbewerber und 213 Geduldete.
Welche Nationen stellen die größten Gruppen unter den Ausländern?
Mit 2778 sind die Rumänen die größte Gruppe, gefolgt von den Ukrainern (1948), Syrern (1335), Polen (1293) und Ungarn (1020).
Wie hoch ist das mittlere Brutto-Einkommen im Landkreis?
Zum Stichtag 31. Dezember 2023 erzielten die sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten mit Arbeitsort im Landkreis Schwandorf ein mittleres Einkommen von 3510 Euro pro Monat, wie die Agentur für Arbeit auf Nachfrage mitteilte. Das waren 139 Euro mehr als im Jahr zuvor. Der Landkreis Schwandorf lag damit unter dem mittleren Einkommen von Deutschland, das 3796 Euro betrug.
Bei den Gemeinden gibt es Werte von Anfang 2023. Die höchsten mittleren Brutto-Einkommen wurden in Schmidgaden (3846 Euro) und Teublitz (3786 Euro), die niedrigsten in Bruck (3205 Euro) und Bodenwöhr (3290 Euro) erzielt. Schmidgaden hat in 20 Jahren den größten Sprung gemacht – von Rang neun an die Spitze.
Welche Unternehmen beschäftigen die meisten Mitarbeiter?
BMW in Wackersdorf ist mit rund 2500 Beschäftigten das größte Unternehmen, gefolgt von Gerresheimer (rund 1350 Mitarbeiter), F.EE (rund 1000 Mitarbeiter) und Horsch (rund 1000 Mitarbeiter).
Wie viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gab es im Landkreis?
Im März 2024 hatte die Agentur für Arbeit 67.564 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Landkreis Schwandorf registriert. Genau ein Jahr zuvor waren es 67.150. Unter den Kommunen hatte am 30. Juni 2023 Schwandorf die meisten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (13.337), gefolgt von Burglengenfeld (6341) und Maxhütte-Haidhof (5382).
Wie viele Pendler gibt es im Kreis Schwandorf?
Die Zahl der Auspendler lag Mitte 2023 bei 25.512. Die meisten von ihnen arbeiteten in der Stadt Regensburg (8724) und im Landkreis Regensburg (3044). Einpendler gab es zum selben Zeitpunkt 17.456. Sie kamen vor allem aus den Landkreisen Cham (2589) und Amberg-Sulzbach (2479). Nur sieben Kommunen im Landkreis zählten mehr Ein- als Auspendler. Dazu gehörten Wackersdorf, Fensterbach, Nabburg, Neunburg, Schönsee, Schwandorf und Wernberg-Köblitz.
Wo ist der Anteil der Katholiken und Protestanten am höchsten?
Den höchsten Anteil an Katholiken hat die Gemeinde Gleiritsch mit 90,4 Prozent. Mit jeweils 87,7 Prozent folgen Winklarn und Guteneck. Am niedrigsten ist der prozentuale Anteil der Katholiken in Burglengenfeld (54,5) und Schwandorf (57,4). In Maxhütte-Haidhof (10,9) und Burglengenfeld (10,3) ist der prozentuale Anteil der Protestanten am höchsten.




